EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Julius Conrad Yelin

* 22.10.1771 in Wassertrüdingen
† 20.01.1826 in Edinburgh

Im Jahre 1797 wurde Julius Conrad von Yelin, der am 22.10.1771 in Wassertrüdigen geboren wurde, Kammerassessor im preußischen Ansbach. Er erhielt später auch eine Anstellung als Professor für Physik am dortigen Gymnasium. Im Jahre 1803 wurde der Mitglied im Kriegs- und Domainenrat.

Nachdem Ansbach im Jahre 1808 bayerisch wurde, erfolgte seine Beförderung zum Finanzrat im neu geschaffenen Rezatkreis. Im Jahre 1811 war er als Schuldenliquiditätskommissar nach Augsburg entsandt. Im Jahre 1813 erfolgte seine Beförderung zum Oberfinanzrat bei der Steuer- und Domänensektion in München. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied der bayerischen Akademie der Wissenschaften. Im Jahre 1815 wurde Yelin in den Freiherrenstand des Königreichs Bayern erhoben.

Im Jahre 1806 verfasste vermutlich Yelin die Flugschrift »Deutschland in seiner tiefen Erniedrigung«. Diese Flugschrift, die im Sommer 1806 auch in die Hände französischer Soldaten fiel sorgte für einen Wutausbruch beim französischen Kaiser  Napoléon und er befahl den Urheber dieser Schrift zu verhaften und zu verurteilen. Da der Verfasser unbekannt war und man die Spuren bis in die Palmsche Buchhandlung nach Nürnberg verfolgen konnte, verhaftete man Johann Philipp Palm und verurteilte ihn in einem Scheinprozess zum Tode. Er wurde am 26.08.1806 in Braunau am Inn vor ein Exekutionskommando geführt. Erst gut 200 Jahre später wurde die tatsächliche Urheberschaft der Broschüre Julius Conrad Yelin zugeschrieben.

Seit dem Jahre 1823 war Yelin auch Konservator des Physikalischen Kabinetts der Universität München. Ansonsten verfasste der Mathematiker und Finanzbeamte zahlreiche naturwissenschaftliche Schriften. Er gehörte auch der Bayerischen Akademie der Wissenschaft in München an.

»Das Kaleidoskop« war eine äußerst kuriose und amüsante Darstellung über das Kaleidoskop. Neben dem Text steuerte der Autor auch noch zwei Zeichnungen von eigener Hand bei.

Yelin starb im Jahre 1826 auf einer Vortragsreise in Edingburg. Er hatte seinen Aufenthalt für einen Vortrag an der Royal Society verlängert. Doch noch während des Vortrages erkrankte er und musste diesen abbrechen und sich in sein Hotel begeben. Dort starb er schließlich unter mysteriösen Umständen.

Seinen Wunsch den Schriftsteller Walter Scott zu treffen blieb auf Grund der plötzlichen Erkrankung unerfüllt. Den Leichenzug führte Scott persönlich an, für dem dies seit langer Zeit ein erster öffentlicher Auftritt war.

Professor Julius Conrad von Yelin fand seine letzte Ruhestätte auf dem Calton Hill mitten in der Stadt beigesetzt. Sein Grab liegt direkt neben dem von David Hume, den großen schottischen Philosophen und Nationalökonomen.

Werke:

  • Dissertatio inauguralis mathematica de superficie coni scaleni determinanda, 1794
  • Lehrbuch der Experimental-Naturlehre : in seinem chemischen Theile nach dem neuen System bearb., 1796
  • Das Kaleidoskop, 1818
  • Ueber Magnetismus und Electricität als identische und Urkräfte : Eine Rede gehalten in der öffentlichen Versammlung der königl. Baier. Akademie de Wissenschaften zur Feier des Maximilians-Festes am 12. October 1818, 1818
  • Versuche und Beobachtungen zur nähern Kenntniß der Zambonischen trockenen Säule : eine öffentliche Vorlesung als Vorläuferin und Bruchstück einer größern Arbeit, zur Feyer des 61sten Stiftungs-Festes der königl. baier. Akademie der Wissenschaften zu München in der öffentlichen Sitzung am 28. März 1820 gehalten, 1820
  • Über den am 30. April 1822 erfolgten merkwürdigen Blitzschlag auf dem Kirchthurme zu Roßstall im Rezatkreise des Königreiches Baiern

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