EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Ponce Denis Écouchard Lebrun

* 11.08.1729 in Paris
† 30.08.1807 in Paris

Ponce Denis Écouchard Lebrunwurde am 11.08.1729 im Hause des Prinzen Conti geboren. Sein Vater war bei dem Prinzen als Kammerherr angestellt. Sein jüngerer Bruder Jean-Etienne-Ecouchard Lebrun (1738-1765) machte sich einen Namen als Kritiker. . Er war mit einem Sohn von Louis Racine (1692-1763) befreundet.

Im Jahre 1755 veröffentlichte Lebrun sein Gedicht »Ode sur les désasstres de Lisbone«, in der er die Katastrophe von Lissabon verarbeitete. Die portugisische Hauptstadt wurde durch ein Erdbeben, ein Seebeben und einen Großbrand am Allerheiligentag 1755 fast vollständig vernichtet.

Seit dem Jahre 1759 war Lebrun mit Marie Anne de Surcourt. Sie wurde in seinen »Élégies« als Fanny portraitiert. Doch sie litt sehr unter dem Jähzorn des Poeten und so trennten sich beide Eheleute bereits wieder im Jahre 1774 voneinander. Bei der Trennung wurde Marie Anne Lebrun auch von Lebruns eigener Mutter und Schwester unterstützt. Die endgültige Trennung des Paares erfolgte dann im Jahre 1781.

Im Jahre 1760 versuchte sich Lebrun mit einer Ode Voltaire zu empfehlen. Diese schrieb er anlässlich einer Bekanntschaft mit einer Nichte von Pierre Corneille (1606-1684), die eine schwere Zeit durchlebte. Er nahm sich des jungen Mädchens an und trat mit Voltaire in brieflichen Kontakt. Doch brachte ihn das auch den Spott Ferons (1718-1776) ein. Dies führte zur Veröffentlichung von zwei Flugschriften »Wasprie« und » L'Âne littéraire«, die jedoch auch seinem Bruder zugeschrieben wurden.

Er wurde Sekretär des Prinzen Louis Francios Conti (1717-1776). Mit dem Tode des Prinzen im Jahre 1776 verlor er auch seine Anstellung. Durch den Bankrott des Prinzen Guéméné verlor er 1783 auch sein gesamtes Vermögen. Zunächst versuchte er sich in einem kleinen Zimmer in der Rue Montmatre einmieten. Chateaubriand beschrieb es später als Elendsquartier. Aus jenen Tagen stammte eine »Ode à Georges-Louis Leclerc de Buffon«, die auch als sein bestes Werk galt. Diese widmete er dem aufklärerischen Naturforscher Buffon.

Angewiesen auf eine staatliche Pension verfasste er nun Huldigungsgedichte auf den König. Lebrun verglich das Gespann Louis XVI. und Calonne mit König Henri IV. und seinem Minister Sully des XVII. Jahrhunderts. Der Minister vermittelte ihn eine Pension.

Während der Zeit des Terrors wurde Lebrun offiziell auch revolutionärer Poet und bezog mit Unterstützung von Maximilian de Robespierre eine Wohnung im Louvre. Er hatte in den Jahren zuvor zahlreiche Attacken auf den König und die Königin in lyrischer Form gefahren.

Königin gib uns den göttlichen Zorn,
Dass der Blitz hat sie Ihre Krippe brennen!

Auch dem späteren Konsul und Kaiser Napoléon verfasste er die »Ode nationale contre l'Angleterre«. Er hinterließ insgesamt 140 Oden und mehr als 600 Epigramme und Eligien.

Am 20.11.1795 wurde Lebrun zum Mitglied der Akademie Francias in der Sektion Poesie aufgenommen. Er führte sich mit der Lesung eines seiner Gedichte bei der Eröffnung ein.

Im Jahre 1803 wurde er als Nachfolger des verstorbenen Louis-Georges Bréquigny in den Kreis der Unsterblichen der Akademie Francais aufgenommen.

In seinen Epigrammen hatte der Lyriker seine Kollegen missbilligend herabgewürdigt. Ein Epigramm – nach seinem Tode zählte man für eine erste Sammlung 636 Stück – richtete sich beispielhaft gegen François-Guillaume Jean Stanislaus Andrieux (1759-1833) und lautete:

In diesen Geschichten, voll von guten Worten,
Von Andrieux geschickt komponiert
Der Reim ist übel
Verwöhnen Sie die Schönheit der Prosa.

Aber seine Verse richteten sich auch gegen La Harpe, Baour-Lormian oder Neufcháteau, die er auch die neue »Pibrac«. Nannte.

und nach seiner Beerdigung im Jahre 1807 gab Kardinal Maury den Ausschlag das seine Werke in Vergessenheit gerieten. Sein Nachfolger in der Akademie wurde Francios-Juste-Marie Raynouard.

Lebrun starb am 30.08.1807 in Paris.

Er ging unter den Namen Lebrun-Pindare in die Literaturgeschichte ein während sein Bruder unter den Namen Lebrun-de Granville führte.

Werke:

  • Ode sur les désasstres de Lisbone
  • Wasprie
  • Élégies
  • À M. de Buffon, sur ses détracteurs
  • Sur le vaisseau Le Vengeur
  • Ode à Georges Louis Leclerc Buffon
  • Ode nationale contre l'Angleterre

Letzte Änderung der Seite: 20. 09. 2017 - 22:09