EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Philippe François Joseph Le Bas

* 04.11.1764 in Frévent
† 28.07.1794 in Paris

Philippe François Joseph Le Bas (1764-1794) war Mitglied des Ausschusses für Öffentliche Sicherheit und Parteigänger Maximilian de Robespierres und Louis-Antoine de Saint-Just. Er erschoss sich kurz vor der Hinrichtung am 28.07.1794 selbst.
Philippe François Joseph Le Bas (1764-1794)

Philippe François Joseph Le Bas wurde am 04.11.1764 in Frévent geboren. Er war eines der 16 Kinder von Ange-François Le Bas und der Augustine Antoinette Guislaine Hémery. Der Vater war Notar und Nachlassverwalter des Prinzen

Er studierte am Collège de Montaigu in Paris und schloss sein Studium am 03.04.1789 in Paris ab und wurde ein paar Tage später als Anwalt zugelassen. Im Februar 1790 ging er nach Frévent zurück, um seinem Vater zu unterstützen. Er schloss sich der Nationalgarde seiner Vaterstadt an.

Am 14.07.1790 wurde er als Mitglied der Nationalgarde zur Féte de la Fédération des Départements Pas de Calais entsandt. Im Laufe des Jahres 1791 wurde zum Administrator des Distrikts Saint-Pol gewählt und übernahm die Verteidigung eines alten Sergants des 8. Kavallerie Regiments, der vor dem Kriegsgericht in Arras des Ungehorsams beschuldigt wurde. Da die Anschuldigungen jedoch unberechtigt waren konnte er diesen Soldaten erfolgreich verteidigen und wurde im Dezember 1791 Mitglied des Generalrats des Départemens und trat noch im gleichen Jahr den Jakobinern bei, zu in dessen Führung er im Frühjahr 1792 aufrückte.

Nach dem Sturz der Monarchie wurde er am 04.11.1792 in den Nationalkonvent gewählt. Auf ihm entfielen 515 der 775 Wahlstimmen. Er traf am 21.09.1792 in der französischen Hauptstadt ein und schloss sich schnell den Montagnads um Maximilian de Robespierre an. Er simmte im November für die Hinrichtung Louis XVI. ohne Aufschub.

Am 02.08.1793 wurde er zusammen mit Duquesnoy durch den Nationalkonvent beauftragt die Generäle Richardot und O'Moran zu verhaften und nach Paris zu bringen Den Generälen wurde Unfähigkeit vorgeworfen. Er kehrte wenige Wochen später am 21.08.1793 nach Paris zurück und gehörte nun dem Sicherheitsausschuss an und kümmerte sich insbesondere um Migranten.

Zusammen mit seinem Freund Saint-Justs ging er am 17.10.1793 im Auftrag des Wohlfahrtsausschusses zur Rheinarmee um die nächsten drei Monate in den Elsass. Dort kümmerten sich beide Männer um die Reorganisation der Nordarmee. Durch diese Reorganisationsmaßnahmen bereiteten beide Männer den Sieg von Fleurus gegen die österreichischen Truppen vor.

Während der Schreckensherrschaft der Jahre 1793 und 1794 gehörte er den Sicherheitsausschuß an und gehörte zu den Getreuen von Robespierre, Saint-Justs und Couthon. Innerhalb dieses Kreises galt er zusammen mit dem Maler Jacques-Louis David als einer der bedingungslosesten Anhänger Maximilian de Robespierres.

Am 28.07.1794 nahm sich Le Bas, einen Tag nach dem Sturz der Regierung Robespierres, mit einem Pistolenschuss das Leben. Er sowie seine politischen Freunde wurden durch den Nationalkonvent für vogelfrei erklärt und es wartete nur noch die Guillotine auf sie.

Er gehörte zu den engen Freunden Louis-Antoine de Saint-Justs, der am gleichen Tag unter dem Fallbeil der Guillotine sein Leben verlor.

Le Bas war mit Elisabeth Duplay, der Tochter von Maurice Duplay, dem Vermieter seines Freundes Robespierre, verheiratet. Dieser Ehe entstammte der spätere Präsident des Institut de France Philippe Le Bas (1794-1860).

Der Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Romain Rolland (1866-1944) setzte Le Bas in seinem Drama »Robespierre«, das er im Jahre 1939 schuf, auch ein literarisches Denkmal.

Letzte Änderung der Seite: 20. 09. 2017 - 21:09