EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Louis-Marie de La Révellière-Lépeaux

* 24.08.1753 in Montaigu/Vendée
† 27.03.1824 in Paris

Louis-Marie La Révellière-Lèpeaux (1753-1824) war während der Französischen Revolution Politiker und gehörte zwischen 1795 und 1799 dem Direktorium an.
Louis-Marie La Révellière-Lèpeaux (1753-1824)

Louis-Marie de La Révellière-Lépeaux wurde am 24.08.1753 in Montaigu in der Vendée als Sohn eines wohlhabenden Notars geboren. Die Erziehung des jungen Mannes übernahm ein Priester, der ihn brutal züchtigte. Folge dieser starken Misshandlungen war ein Buckel, der La Révellière-Lépeaux zeitlebens zeichnete. In dem Jungen festigte sich schon in diesen Jahren eine starke Abneigung gegen die katholische Kirche.

Louis-Marie de La Révellière-Lèpeaux studierte in Angers Jura, arbeitete jedoch niemals als Jurist. Seinen Versuch als solcher in Paris Fuß zu fassen, scheiterte und er ging in seine Heimat zurück. Er widmete sich der Botanik und lehrte diese auch an der Universität zu Angers. Er legte auch einen botanischen Garten an.

Bei den Wahlen im Frühjahr 1789, bei denen Louis XVI. die Vertreter für die französischen Generalstände wählen ließ, kandidierte Louis-Marie La Révellière-Lépeaux als Vertreter des Dritten Standes für die Provinz Anjou. Er wurde gewählt und im Jahre 1791 wählte man ihn zum Geschworenen am Obersten Gericht in Paris. Er wurde auch Teil der Verwaltung des Départements Mavenne im Nordwesten Frankreichs. Es wurde aus westlichen Teil der Provinz Maine und dem nördlichen Teil Anjous gebildet.

Bei den Wahlen im September 1792 wurde La Révellière-Lépeauxs als Deputierter in den Nationalkonvent gewählt. Er gehörte der Girondé an befürwortete sowohl die französische Expansionspolitik als auch im Januar 1793 die Hinrichtung des französischen Königs Louis XVI.

Trotz dieser Positionen zählte Louis-Marie de La Révellière-Lépeaux zu den gemäßigten Republikanern. Aufgrund seiner eigenen Erfahrungen als junger Knabe bekämpfte er die katholische Kirche mit allen Mitteln. Er wendete sich auch gegen die Bergpartei da er deren Terrorpolitik strikt ablehnte. Als am 02.06.1793 die Girondisten entmachtet wurden konnte La Révellière-Lépeaux sich nur durch seine Flucht einer möglichen Verfolgung entziehen. Erst nach dem Sturz Maximilian de Robespierres am 9. Thermidor (27.07.1794) konnte er sein Versteck verlassen.

Erst im Dezember 1794 nahm La Révellière-Lépeaux seinen Sitz im Nationalkonvent wieder ein und gehörte seit April 1795 auch der Elfer-Kommission an. Aufgabe dieses Ausschusses war die Erarbeitung einer neuen Verfassung für Frankreich. Diese Arbeiten mündeten in der Direktorialverfassung des Jahres 1795.

Im Oktober 1795 folgte die Aufnahme Louis-Marie La Révellière-Lépeauxs in das »Institut national des scienes et des arts«

Am 01.11.1795 wurde der Abgeordnete La Révellière-Lépeaux Mitglied des neu geschaffenen Direktoriums, dass die Führung der Republik übernahm. Innerhalb des Direktoriums übertrug man ihn die Aufsicht über das Schulwesen, die Künste, das Gewerbe. Er befürwortete auch weiterhin die französische Expansionspolitik und setzte sich für die Bildung von Schwesterrepubliken ein. Révellière-Lépeaux und Lazare Carnot zerschlugen im Mai 1796 die »Verschwörung der Gleichen«, die von Babeuf angeführt wurde.

Im Sommer des Jahres 1796 beabsichtigte das Direktorium eine Verständigung mit der katholischen Kirche und Papst Pius VI. in Rom zu erreichen. Aus diesem Grunde wurde der bisherige strikt antiklerikale Kurs gemäßigt. La Révellière-Lépeaux lehnte diesen Kurswechsel entschieden ab und förderte stattdessen den Kult der Theophilanthrophie. Diese Ersatzreligion sollte die Menschen durch Andacht, Lesen, Reden und Musik zu ihrer natürlichen Harmonie zurückführen. Zu den wesentlichsten Grundsätzen dieser nichtatheistischen Theophilanthrophie waren der Glaube an Gott und die Unsterblichkeit der Seele. Er wollte diesen Kult zur neuen Staatsreligion in Frankreich erheben und so ermöglichte er es auch Anhängern dieses neuen Kults in einigen Pariser Kirchen denselben zu zelebrieren. Letztendlich fand dieser Kult jedoch nur wenig Verbreitung unter den Franzosen.

Am 04.09.1797 leitete La Révellière-Lépeaux, zusammen mit seinen Direktoriumskollegen Paul Barras, Reubell einen Staatsstreich ein. (Staatsstreich vom 18. Fructidor V). Sie stützten sich dabei auf die Generäle Hoche und Bonaparte.

Nun kehrte das Direktorium zu seiner bisherigen antiklerikalen Politik zurück. Am 11.05.1798 unterstützte La Révellière-Lépeaux den unblutigen Staatsstreich gegen die wieder erstarkten Neojakobiner. Die Direktoren Barras, Reubell, Merlin de Douai und François Neufchâteau waren der Ansicht dass die Neojakobiner zu sehr mit den Theophilanthropen sympathisierten. Sie entzogen ihnen und damit auch Louis-Marie La Révellière-Lépeaux die weitere Unterstützung. Man unterstützte jetzt den Dekadenkult, der am 30.08.1798 auf Fürsprache von Philippe Antoine Merlin de Douai verkündet wurde. Louis-Marie La Révellière-Lépeaux scheitere mit seiner Theophilanthrophie ebenso wie Merlin de Douai Dekadenkult am Unverständnis des Volkes. Mit Abschluss des Reichskonkordats von 1801 zwischen dem Konsul Napoléon Bonaparte und den Heiligen Stuhl im Jahre 1801 wurden diese beiden, ebenso wie die anderen Religionskulte der Revolutionszeit, verboten. Am 18.06.1799 trat Louis-Marie La Révellière-Lépeaux als Mitglied es Direktoriums zurück.

»Oh, Du mächtiger Geist der Freiheit, Du allein konntest Bonaparte schaffen. Glückliches Frankreich!«

So urteilte Louis-Marie de La Révellière-Lépeaux nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages von Campo Formio am 17.10.1797. Doch den Staatsstreich vom 18. Brumaire des Jahres VIII.

(09./10.11.1799) lehnte er ab. So verweigerte er, obwohl er früh von den Fähigkeiten des Generals überzeugt war, den Treueid auf den Ersten Konsul Frankreichs. Zugleich trat er auch aus dem »Institut« aus und zog sich enttäuscht aus der Politik zurück.

Louis Marie de La Révellière-Lépeaux starb am 27.03.1824 in Paris.

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