EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Jacques-Michel Hurel de Lamare

* 01.05.1772 in Paris
† 27.03.1823 in Paris

Jacques-Michel Hurel de Lamare erblickte am 01.05.1772 in Paris das Licht der Welt. Er war das siebente Kind einer Familie, die aus einfachen Verhältnissen stammte. Er war der einzige Sohn.

Im Alter von 7 Jahren wurde der Knabe in die Reihen der königlichen Musikpagen aufgenommen. In seinem 15. Lebensjahr erhielt er von Duport (1749-1819) seinen ersten Violincello-Unterricht. Er machte schnell Fortschritte.

Im Jahre 1794 trat er, in das 1791 gegründete, Orchester des Theatre Feydeau ein und blieb dort bis zum Jahre 1800 als Cellist aktiv. In jener Zeit hatte sich das Theatre Feydeau durch namhafte Konzerte einen Namen gemacht und Lamare gelang e bei zahlreichen Gelegenheiten sein Können unter Beweis stellen. Auch unterrichtete er seinen jüngeren Mitschüler Nicolas-Joseph Platel (1777-1835), den späteren Begründer der belgischen Violincelloschule, und ebenfalls ehemaliger Schüler seines Lehrers Jean-Louis Duport bis zu dessen Flucht nach Berlin im Jahre 1789.

Für kurze Zeit trat er eine Professur am Pariser Konservatorium an, unternahm jedoch schon Anfang 1801 eine ausgedehnte Reise nach Deutschland und Russland. Der preußische Prinz Louis-Ferdinand, zeigte großes Interesse an Lamares Talenten. Die beiden trafen sich in Berlin. Anschließend begab sich der französische Cellist nach Russland, wo er sich bis zum Jahre 1808 aufhielt.

In Russland lebte er, wie es seinerzeit üblich war sowohl in Moskau als auch St. Petersburg. Er wurde Mitglied der kaiserlich-russischen Kapelle und gab glänzende Konzerte.

Als er im Jahre 1809 nach Paris zurückkehrte gab er zwar sehr schnell öffentliche Konzerte, jedoch traf er den Geschmack des Publikums nicht mehr ganz. Er trat danach nicht mehr öffentlich in Paris auf sondern erschien nur noch in privaten Gesellschaften, wo man seiner Leistungen wegen dankbarer war als bei öffentlichen Aufführungen.

Jacques-Michel Hurel de Lamare galt als einer der besten französischen Cellisten. Er beherrschte sowohl das Solo- als auch das Quartett-Spiel. Seine Konzerte und Variationen die unter seinem Namen erschienen stammten jedoch aus der Feder von Daniel-François-Esprit Auber. Bei den Stücken handelte es sich um Auftragswerke, die Lamare bei Auber in Auftrag gab. Da dieser jedoch noch nicht professionell als Komponist tätig war, bestand dieser darauf, dass Lamare seinen Namen unter die Stücke setzte.

Im Jahre 1815 heiratete er und gründete eine Familie. Seine Frau stammte aus der Normandie und der Künstler trat nicht mehr auf. Vielmehr genoss er die häuslichen Freuden. Getrübt wurde das Eheglück durch den Tod zweier Kinder und durch den Kummer litt auch seine Gesundheit. Lamare starb am 27.03.1823 in Caen.

Letzte Änderung der Seite: 19. 09. 2017 - 22:09