EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Georg Hermes

* 22.04.1775 in Dreierwalde bei Rhede
† 26.05.1831 in Bonn

Georg Helmes (1775-1831) begründete den in den 1820er Jahren an preußischen Universitäten weit verbreiteten Hermesianismus als neue katholische Glaubensinterpretation.
Georg Helmes (1775-1831)

Georg Hermes wurde am 22.04.1775 in Dreienwalde bei Rheine in Westfalen geboren. Sein Vater war Bauer. Von 1788 bis zum Herbst 1792 besuchte er das Gymnasium in Rheine, das zur damaligen Zeit von Franziskanern geleitet wurde und studierte an der Universität Münster Philosophie und Theologie.

Anfang 1799 wurde Hermes zum Priester geweiht. Schon vor der Priesterweihe war er Lehrer am Gymnasium Paulinum in Münster und unterrichtete deutsche und lateinische Sprache. Weitere Unterrichtsfächer waren empirische Psychologie, Mathematik und Religion. Im Jahre 1807 wurde er als Professor für Dogmatik an der Universität zu Münster berufen.

Mit seiner Schrift »Einleitung in die christkatholische Theologie« erfolgte 1819 die Ernennung zum Dr. theol. der Universität Breslau und 1821 der Dr. phil. der Universität Bonn. Durch eine zunehmend rationell-philosophische Lehrmethode entfremdete er sich bald den führenden Münsteraner Kirchenkreisen. Insbesondere dem Bistumsverweser Clemens August von Droste-Vischering.

Im Jahre 1820 folgte er deshalb dem Ruf an die Universität nach Bonn. Den Studierenden aus den Kirchenkreisen Münster und Paderborn wurde der Besuch der Vorlesungen Hermes, die er an der Universität Bonn hielt, untersagt. 1825 wurde er auf Initiative des Kölner Erzbischofs August Graf von Spiegel zum Mitglied des Domkapitels. Sein Lehrsystem fand an allen katholisch-theologischen Fakultäten und Hochschulen Preußens eine große Verbreitung.

Hermes starb am 26.05.1831 in Bonn. Er galt als Gründer einer philosophisch-dogmatischen Lehre in der katholischen Kirche und versuchte in der Auseinandersetzung mit dem Kritizismus des Immanuel Kant eine neue rationelle Begründung des kirchlichen Dogmas.

Am 26.09.1835 wurde durch die Enzyklika Papst Greogor XVI. »Dum acerbissimas« der Hermesianismus und die Schriften Georg Hermes verboten. Grundlage für das Verbot war das Gutachten des Bonner Theologen Karl Joseph Hieronymus Windischmann, der neben Hermes in Bonn lehrte.

Zu den bedeutendsten Schülern Hermes gehörten die Theologen Johann Heinrich Achterfeld (1788-1877) und Johann Wilhelm Joseph Braun (1801-1863).

Werke:

  • Untersuchung über die innere Wahrheit des Christentums, 1805
  • Gutachten in Streitsachen des Münster. Domkapitels mit dem Gen.vikar des Kapitels, 1815
  • Antwort des Prof. H. auf die »Geschichtl. Darst. der Lage der münster. Kirche«, 1815
  • Einleitung in die christkatholische Theologie 1. Tl.: Philosophische Einleitung, 1819
  • Einleitung in die christkatholische Theologie 2. Tl.; Positive Einleitung, 1829
  • Christkath. Dogmatik, 3 Bde., hrsg. v. Johann Heinrich Achterfetd, 1834-35

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