EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Karl Fahrländer

* 00.00.1759 in Ettenheim/Ortenau
† 29.05.1814 in Wissenbourg/Elsass

Geboren wurde Karl Fahrländer als Sohn des Ettenheimer Müllers Michael Fahrländer. Er war der ältere Bruder von Sebastian Fahrländer, mit dem er im Jahre 1802 das Kanton Fricktal gründete. Er war Untertan des Straßburger Erzbistums, das sowohl Vasall des französischen Königs als auch des deutschen Kaisers war.

Fahrländer entschied sich zunächst für den kirchlichen Stand und trat in das Benediktinerkloster seiner Vaterstadt ein. Während der Französischen Revolution verließ er jedoch die Ordensgemeinschaft.

Er folgte seinen Bruder in das Fricktal, wo sich Sebastian Fahrländer zum Statthalter aufschwang. Karl Fahrländer unterstützte seinen Bruder entsprechend und entwarf zunächst die Flugschrift »Über die Vereinigung eines Theiles von Deutschland mit Helvetien«. In dieser Schrift wünschte er sich Helvetien als Kernland eines süddeutschen Staates, der m Norden durch den Main begrenzt und im Osten auch bis nach Bayern reichen sollte.

Später entwarf er auch, nach den Vorgaben des Bruders, die erste Verfassung des in Gründung befindlichen Kantons Fricktal. Durch den Aufstand von Johann Karl Fetzer und Johann Baptist Jehle wurden die Brüder im September 1802 gestürzt und des Landes verwiesen.

Karl Fahrländer fand jedoch die Unterstützung zahlreicher Freunde innerhalb des Kantons Fricktal und wurde so als Vertreter der Helvetischen Consulta nach Paris entsendet. Hier nahm er im Januar und Februar 1803 aktiv an den Verhandlungen mit Napoléon Bonaparte teil, die zum Abschluss der Mediationsverfassung führten. Er verließ jedoch, anders als sein Bruder Sebastian nach der Vereinigung des Fricktals mit Aargau die Schweiz.

Zunächst bemühte Karl Fahrländer sich, jedoch erfolglos, eine Anstellung als Lehrer in Baden zu finden. Er entschloss sich Kameralwissenschaften in Heidelberg zu studieren. Im Jahre 1807 gelang es ihm eine Anstellung als Schulleiter der Sekundarschule in Wissenbourg/Elsass zu übernehmen.

Im Jahre 1808 ging der ehemalige Benediktinermönch die Ehe mit der 19 Jahre jüngeren Marie Louise Franck ein. In der Öffentlichkeit stieß diese Ehe auf große Kritik, auch wurde ihm »Leidenschaften einer extremen Animosität« unterstellt. Bis zu seinem Lebensende musste er stets unerfreuliche Diskussionen mit der obereren Schulbehörde führen.

Karl Fahrländer starb - ohne seine Lehrerstelle zu verlieren - am 29.05.1814 in Wissenbourg.

 

Werke:

  • Über die Vereinigung eines Theiles von Deutschland mit Helvetien

Letzte Änderung der Seite: 20. 08. 2017 - 17:08