EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Antoine Leonhard de Chézy

* 15.01.1773 in Neuilly-sur-Seine
† 31.08.1832 in Paris

Antoine Léonard de Chézy wurde am 15. Januar 1773 in Neuilly-sur-Seine geboren. Im Jahre 1798 trat er in das Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten ein. Er sollte den französischen General Napoléon Bonaparte auf dessen Ägyptenexpedition begleiten. Er erkrankte jedoch und blieb in Toulon zurück.

Er wurde Konservator der orientalischen Handschriften an der Nationalbibliothek. In dieser Zeit begann er das Studium des Sanskrit. Er war Schüler u.a. von Antoine-Isaac Silvestre de Sacy, dem Begründer der Orientalistik. Im Jahre 1814 wurde er mit dem Lehrstuhl für Sanskrit am Collège de France betraut. Dieser Lehrstuhl wurde extra für ihn geschaffen und war der erste Lehrstuhl dieser Art in Europa. Im Jahre 1816 wurde er Mitglied der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres.

Obwohl Chézy in Paris lebte und forschte, war er jedoch eng mit der deutschen Kultur verbunden. Er gehörte zum Pariser Kreis um Friedrich Schlegel und dessen Gattin Dorothea. Über das Ehepaar Schlegel lernte er auch Wilhelmine von Klencke, geschiedene von Hasstfer, kennen. Sie heirateten noch im gleichen Jahr und hatten die gemeinsamen Söhne Max und Wilhelm. Das Paar trennte sich bereits 1810 wieder. Chézy blieb in Paris während seine Gattin Wilhelmine nach Deutschland zurückging.

Im Jahre 1809 hatte Chézy zusammen mit August Wilhelm von Schlegel den Plan zur Herausgabe eines orientalischen Magazins gefasst. Er korrespondierte auch mit Johann Wolfgang von Goethe in Weimar. Zu seinen berühmten deutschen Schülern gehörten Franz Bopp, Wilhelmin von Humboldt und der Freund Friedrich Schlegel.

Er war Herausgeber zahlreicher Werke der Sanskrit-Literatur, die im Original mit Übersetzungen und Anmerkungen herausgegeben hatte. Er schrieb über die Metrik des Sanskrits sowie die indischen Kasten. Sein Hauptwerk ist die von einer französischen Übersetzung begleitete Ausgabe von »Sakuntala«, einem Drama von Kalidassas. Weiteres Aufsehen erregte seine Erstübersetzung von »Amarusataka« aus der Feder von Amaru.

Der Orientalist Antoine Léonard Chézy starb im Jahre 1832 an den Folgen einer Cholara-Infektion

Werke:

  • Extraits du Livre des merveilles de la nature et des singularités des choses créées, par Mohammed ben Mohammed Kazwini, 1805. Traduit de l'arabe.
  • Medjnoun et Leïla, poème traduit du persan de Djâmy, 1807
  • Yadjnadatta-badha, ou la Mort d'Yadjnadatta, épisode extrait et traduit du Râmâyana, poème épique sanskrit, 1814
  • Analyse du Mégha-Doûtah, poème sanskrit de Kâlidâsa, 1817
  • Théorie du Sloka, ou Mètre héroïque sanskrit, 1827
  • La Reconnaissance de Sacountala, drame sanscrit et pracrit de Calidasa, publié pour la première fois, en original, sur un manuscrit unique de la Bibliothèque du roi, accompagné d'une traduction française, 1830
  • Amaruśatakasāraḥ. Anthologie érotique d'Amarou. Texte sanscrit, traduction, notes et gloses, 1831

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