EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Johann Heinrich Achterfeld

* 01.06.1788 in Wesel
† 11.05.1877 in Bonn

Johann Heinrich Achterfeld (1788-1877) war Theologe der Universität Bonn und verteidigte als Schüler Hermes die Lehre des Hermesianismus.
Johann Heinrich Achterfeld (1788-1877)

Johann Heinrich Achterfeld studierte bei Georg Hermes in Münster Theologie. Hermes, der seit 1807 als Professor für Dogmatik an der westfälischen Universität in Münster tätig war sollte später in seiner Bonner Zeit den Hermesianismus begründen.

Am 12.06.1813 wurde der junge Achterfeld zum Priester geweiht und war zunächst im niederrheinischen Xanten und dann in seiner Vaterstadt Wesel als Geistlicher tätig. Im Wesel hielt er sich als Kaplan ab Januar 1814 auf.

Im Jahre 1817 trat der Theologe eine Stelle als Professor der Theologie in Braunsberg in Ostpreußen an. Dort unterrichtete er am Collegium Hosianum. Im Schuljahr 1825/26 war der Theologe auch Rektor der Anstalt.

Er wechselte im Sommer 1826 als Professor für Moraltheologie und Homiletik an die Universität Bonn. Im Jahre 1827 übertrug man Achterfeld auch Leitung des dortigen Theologenkonvikts.

Im Jahre 1832 gründete Achterfeld zusammen mit seinem Kollegen Josef Braun (1801-1863) die Zeitschrift »Zeitschrift für Philosophie und katholische Theologie«. Auch gab er in den Jahren 1834 bis 1836 den Nachlass seines 1831 verstorbenen Kollegen und Münsteraner Lehrers Georg Hermes heraus.

In der »Christkatholischen Dogmatik« veröffentlichte er die Vorlesungen seines Freundes. Die Vorlesungen wurden jedoch nach dem Verbot der Hermesianismus durch Papst Gregor XVI. auf den »Index librorum prohibitorum« gesetzt. Damit waren diese Schriften für Katholiken verboten. Achterfeld verteidigte sich mit der im Jahre 1839 erschienen Schrift »Acta ad librum Achterfeldtii nuc professoris Bonnensis nuper in indicem librorum prohibitorum relatum spectantias«.

Doch Achterfeld erkannte die Verurteilung der Hermesianismus durch das päpstliche Breve vom 26.09.1835 nicht an und so war die erzbischöfliche Behörde in Köln mehrmals gezwungen, seine Vorlesungen zu verbieten. Im Jahre 1843 wurde ihm auf Antrag des Coadjutors Geissel die kirchliche Lehrbefugnis entzogen und zugleich folgte auch die Entlassung als Leiter des Konvikts. Er ließ sich auf eignen Antrag von der preußischen Regierung zur Disposition stellen.

Nachdem Achterfeld sich entschlossen hatte eine befriedigende Unterwerfungserklärung abzugeben wurde er zunächst 1862 durch den Staat und schließlich 1873 auch von Seiten der Kirche rehabilitiert.

Achterfeld starb am 11.05.1877 in seiner Wahlheimat Bonn.

Werke:

  • Lehrbuch der christkatholischen Glaubens- und Sittenlehre, 1825
  • De necessitate principii ad construendam doctrinam moralem deque erroribus in constituendo summo principio natis ex discrimine inter principium doctrinae moralis et criterium honestatis non animadverso, 1826
  • Aktenstücke das jüngsthin von der Inquisition zu Rom verbotene Lehrbuch der christkath. Glaubens- und Sittenlehre von J. H. Achterfeldt betreffend., 1839

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