Hans Ferdinand Massmann
* 15.08.1797 in Berlin
† 03.08.1874 in Bad Muskau/Sachsen
Hans Ferdinand Massmann wurde am 15.08.1797 in Berlin geboren. Er besuchte das Gymnasium und begann seine ersten Studien in Theologie und Klassischer Philologie in Berlin. Zu dieser Zeit war er bereits ein engagierter Turner um Friedrich Ludwig Jahn. In den Jahren 1815/16 meldete er sich als Freiwilliger zum 2. Ostpreussischen Regiment und nach der Aufl?sung desselben schickte ihn Jahn zusammen mit den Turnerfreunden Eduard Dürre nach Jena. Dort sollte Massmann seine Studien fortsetzen und wirkte zugleich als Vorturner der dortigen Burschenschaften.
Nach dem Wartburgfest im Jahre 1817 - Massmann war f?r die Verbrennungszene w?hrend dieser Veranstaltung verantwortlich - bestrafte ihn die Jenaer Universitätsbehörde mit 8 Tagen Karzer. Im Jahre 1818 folgte er einem Ruf von Wilhelm Harnisch nach Breslau. In Breslau war er Hilfslehrer und Vorturner. W?hrend der Demagogenverfolgung 1819 wurde er durch die preussischen Beh?rden von Breslau nach Magdeburg ausgwiesen. (Breslauer Turnerfehde). Am Magdeburger Domgymnasium unterstand Massmann 1819 beim Hospitieren und Unterrichten dem Konsistorialrat Johann Andreas Matthias. Im gleichen Jahr wanderte er jedoch unerlaubt von Magdeburg nach Erlangen, eine Meldung an die Berliner Polizeibeh?rden erfolgte erst am 31.12.1819 durch ihm.
Im Jahre 1823 fand der junge Hilfslehrer Massmann endlich eine Anstellung in der Detmannschen Lehranstalt zu Nürnberg. 1829 erfolgte seine Ernennung zum Professor für Germanistik. Der Turnleidenschaft, die der nunmehrige Professor stets treu geblieben war, zeigte sich in der Gründung eines großen Turnplatzes in München. Einen Ruf des Berliner Kultusministeriums folgte er 1843 nach Berlin. In Berlin wollte er die Tradition des öffentlichen Turnens in der Hasenheide wieder aufleben lassen anstatt das modern werdenen Schulturnens. Dieser Versuch, der Elan der Freiheitsjahre von 1811 - 1819 war verflogen, scheiterte.
Anfang der 1840er Jahre trug er einen philologischen Streit mit Hoffmann von Fallersleben aus. So verfasste Massmann auf das von Hoffmann stammende »Deutschlandlied« seinen Gesang »Ich hab mich ergeben mit Herz und Hand«. Beide Gesänge waren langlebige nationale Gesänge.
Er starb am 03.08.1874 im s?chsischen Bad Muskau.
- Erläuterungen zum Wessobrunner Gebet des 8. Jahrhunderts, 1824
- Der Heldentod der bayerischen Landesverteidiger bei Sendlingen, 1 Stunde von München, in der Christnacht des Jahres 1705, 1831
- Auslegung des Evangeliums Johannis, 1834
- Gotische Urkunden zu Neapel und Arezzo, 1834
- Deutsche Gedichte des 12. Jahrhunderts, 1837
- Geschichte des mittelalterlichen Schachspiels, 1839
- Die deutschen Abschwörungs-, Beicht-, Buß- und Betformeln des 8.-13. Jahrhunderts, 1839
- Litteratur der Totentänze, 1840
- Libellus aurarius, 1841
- Fragmenta theodisca, 1841
- Eraclius, 1842
- St. Alexius Leben, 1843
- Tristan von Gottfried von Straßburg, 1843
- Der Eggerstein in Westfalen, 1846
- Germania des Tacitus (Kommentar), 1847
- Die Baseler Totentänze1847
- Altes und Neues vom Turnen, 1849
- Kaiserchronik, (3 Bände), 1849-53
- Schriften des Ulfilas, 1855-56
- Das Zeitbuch des Eike von Repgow, 1857
