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Friedrich Heinrich Füger

* 08.12.1751 in Heilbronn
† 05.11.1818 in Wien

Friedrich Heinrich Füger (1751-1818) nach einer Lithographie Vincenz Kinigers (um 1830).
Friedrich Heinrich Füger

Heinrich Friedrich Füger wurde am 08.12.1751 in Heilbronn geboren. Im Alter von noch nicht einmal 13 Jahren begann er im Jahre 1764 begann er seine Ausbildung auf der Kunstakademie in Ludwigsburg. Sein Lehrer war der Hofmaler Nikolaus Guibal (1725-1784), die Ausbildung setzte er im Jahre 1769 bei .

Im Jahre 1769 setzte er diese bei Adam Friedrich Oeser (1717-1799) in Leipzig fort. Oeser war auch Zeichenlehrer des jungen Johann Wolfgang Goethe (1749-1832).

Nach abgeschlossenen Studien reiste Füger nach Italien und Neapel um die Frsken im Palast von Caserta zu malen. Ab 1774 übersiedelte er nach Wien, wo Sir Richard Keith, englischer Gesandter am Wiener Hof, sein Förderer und Gönner wurde. Durch Keith wurde die Kaiserliche Familie auf den jungen Künstler aufmerksam.

So erhielt er im Jahre 1776 ein Stipendium für einen mehrjährigen Aufenthalt in Rom, wo er von Anton Raphael Menge (1728-1779) beeinflusst wurde. Von 1781 bis 1783 arbeitete er im Auftrage der Kaiserlichen Familie in der Nähe von Neapel, ehe er im Jahre 1783 durch Staatskanzler Wenzel Anton Graf Kaunitz (1711-1794) als Vizedirektor an die Wiener Akademie berufen wurde. Die Wiener Akademie zählte in jener Zeit zu den führenden Kunstakademien der Welt. Im Jahre 1795 wurde er zum Direktor der Wiener Akademie bestellt und im Jahre 1806 wurde er Direktor der Kaiserlichen Gemäldegalerie und Schlosshauptmann im Schloss Belvedere.

Füger verdankte sein hohes Ansehen zahlreichen Miniaturen und Portraits. In späteren Jahren wandte er sich der großformatigen Historienmalerei zu und wurde so zu einem wichtigen Maler des deutschen Klassizismus. Er galt aus äußert politischer Künster, der in seinen Werken das Erbe der Barockzeit fortleben ließ. Sein Streben nach Eleganz und Gefälligkeit sodass man seinen Malstil später als Wiener Barock-Klassizismus katalogisierte.

Als Direktor der Wiener Akademie zielte er bei der Ausbildung des künstlerischen Nachwuchs auf eine klar ausgeprägte Form, die den scharfen, klaren Umriss der Figuren in den Fordergrund stellte. Die Zeichnung spielte somit eine große Rolle in der Künstlerausbildung. So hatte die Form vor der Farbe Vorrang und die Zeichnung vor der Malerei. So waren Vorbilder aus der Antike mit Geschichtsunterricht zentrale Unterrichtsinhalte. Auch dienten anatomische Präparate als Lehrmaterial.

Von 1791 bis zu ihrem Tod 1807 war Füger mit Anna Josepha Hortensia Müller, der Tochter des Schauspielers und Schriftstellers Johann Heinrich Friedrich Müller (1738-1815) verheiratet. Füger selbst starb am 05.11.1818 in Wien.

Zu seinen Schülern zählte unter anderem Joseph Abel.

Werke

  • Fürst Nikolai Jussupow (St. Petersburg, Ermitage), 1783, Öl auf Leinwand, 112 × 87 cm
  • Marie Thérèse de Bourbon (St. Petersburg, Ermitage), 1783, Öl auf Leinwand, 110,5 × 88,5 cm
  • Elisabeth Wilhelmine von Württemberg (Wien Museum), 1788, Aquarell auf Elbenbein
  • Der Klaviervirtuose Gottlieb Christian Füger, der Bruder des Künstlers (Wien, Österreichische Galerie), 1788/89, Öl auf Leinwand
  • Marie Louise, Kaiserin von Österreich (Washington, Metropolitan Museum of Arts), um 1790, Aquarell auf Elfenbein, 3,1 × 2,2 cm, Porträt der Kaiserin Maria Luise
  • Antiochus und Stratonike (Stuttgart, Staatsgalerie), um 1790, 80 × 97 cm
  • Selbstbildnis (Kunsthalle zu Kiel), um 1790, Öl auf Leinwand, 109,5 x 87 cm
  • Tod der Dido (St. Petersburg, Ermitage), 1792, Öl auf Leinwand, 154 × 220 cm
  • Johann Nepomuk Hunczovsky (Wien Museum, Inv. Nr. 56.419), 1794, Öl auf Leinwand, 96 × 74 cm
  • Heinrich Füger, der Sohn des Künstlers, im Alter von 4 Jahren (Wien, Akademie der bildenden Künste, Inv. Nr. 1022), 1796, Öl auf Leinwand, 110 × 89 cm
  • Die Schauspielerin Josefa Hortensia Füger, die Frau des Künstlers (Wien, Österreichische Galerie), um 1797, Öl auf Leinwand
  • Franz Joseph Graf Saurau (Wien, Österreichische Galerie), um 1797, Öl auf Leinwand, 69 × 55 cm
  • Apotheose des Erzherzogs Carl: Rudolf von Habsburg bekränzt den Erzherzog als Retter Deutschlands (Wien, Heeresgeschichtliches Museum), um 1800, Öl auf Leinwand
  • János Batsányi (Budapest, Magyar Nemzeti Múzeum), 1808, Öl auf Leinwand, 68 × 51 cm
  • Hinrichtung einer Vestalin (St. Petersburg, Ermitage), 1790–1815, Öl auf Leinwand, 53,5 × 95,5 cm
  • Selbstporträt (Stuttgart, Staatsgalerie), nach 1810, 51 × 41 cm
  • Prometheus bringt der Menschheit das Feuer (Wien, Liechtenstein Museum), um 1817, Öl auf Leinwand, 221 × 156 cm, Prometheus bringt der Menschheit das Feuer
  • Die Ermordung Caesars (Wien, Museum Karlsplatz), Öl auf Leinwand
  • Der Tod des Germanicus (Wien, Akademie der bildenden Künste, Inv. Nr. 170)
  • Selbstporträt (Wien, Akademie der bildenden Künste, Inv. Nr. 1026)
  • Der Tod der Virginia (Wien, Akademie der bildenden Künste, Inv. Nr. 1023)
  • Bildnis des Franz Zauner (Wien, Akademie der bildenden Künste, Inv. Nr. 1072)