Johann Nepomuk Schaller
* 30.03.1777 zu Wien
† 16.02.1842 in Wien
Johann Nepomuk Schaller wurde am 30.03.1777 als Sohn eines Weissdrehers aus Waldmünchen bei Wien geboren. Er war der jüngere Bruder des späteren Historienmalers Anton Ferdinand Schaller.
Von 1789 an besuchte er zunächst die Akademie der Künste und lernte bei Professor Huber das elementare Figurenzeichnen. Zuvor begann er – wie es durch seine Eltern vorgesehen war – eine Ausbildung als Uhrmacher; sein Lehrer Hagenauer entdeckte jedoch das besondere Talent für Verzierungsskulpturen. Im Jahre 1791 wurde er Bossierlehrling der k.k. Porzellanmanufaktur, wo schon sein Vater arbeitete, und besuchte im Folgejahr den Unterricht von Antonio Grassi und Franz Anton von Zauner, die ihn auf seinen zukünftigen Werdegang als Bildhauer vorbereiteten.
Seine erste eigenständige Skulptur war eine 3 Meter hohe Figur des Philoket, der sich den Pfeil herauszog. Professor Caucig war von dem Werk Schallers derart begeistert, dass er einen Kontakt mit den Grafen Cobenzl vermittelte. Durch diesen Kontakt wurde ihm eine Pensionärsstelle in Rom angeboten. Diesen Posten konnte er jedoch erst nach dem Tode Keiserlings im Jahre 1812 antreten.
Nach dem Tiroler Aufstand im Jahre 1809 wollte Schaller ein Monument für den Trioler Freiheitshelden Andreas Hofer realisieren. Doch diesen Plan konnte er erst zu einem späteren Zeitpunkt verwirklichen. Das Standbild, das für die Hofkirche in Insbrucker bestimmt war, wurde erst in den Jahren 1827 – 1833 verwirklicht.
Er bekam auch den Auftrag für das Piedestal, und Kieslings Gruppe „Venus und Amor“ im Belvedere um ein marmornes Basrelief zu erweitern. Es stellt die von Diomed verwundete Venus dar die zu Mars kommt. Durch die Fürsprache des Kanzlers Fürsten Metternich erhielt er nunmehr die Pensionärsstelle Kieslings im Jahre 1812 in Rom.
Er blieb für 10 Jahre in Rom und entwarf die berühmte Marmorgruppe des Bellerophon, die Chimära erlegend die im Salon des Kaisergartens aufgestellt wurde. Ein weiteres Werk aus seiner römischen Zeit war Der schöne Genius des Todes am Grabe der Freiin von Pillersdorf sowie den Amor der einen Pfeil aus dem Köcher entnimmt in Hietzing sowie eine aus dem Bade steigende Venus sowie für den König von Bayern eine kolossale Büste des Generalfeldmarschalls Fürsten Carl von Schwarzenberg. Diese Büste wurde in das Walhalla in Regensburg aufgestellt.
In dieser Zeit fand er Kontakt zur Künstlergruppe der Nazzarenern und lernte Antoinio Canova und Bertel Thorwaldsen kennen. Ein Angebot König Ludwig I. an die Münchener Akademie lehnte Schaller ab.
Im Jahre 1823 kehrte er nach Wien zurück, wo ihm die offene Professur der Bildhauerei an der Akademie verliehen wurde. Eine spätere Ernennung sowie zahlreiche weitere Akademiezugehörigkeiten folgten in den nächsten Jahren. Zu seinen frühen Werken nach der Rückkehr gehörte eine weitere kolossale Büste des Grafen Friedrich von Trautmannsdorff, die ebenfalls für die Walhalla des bayrischen Königs vorgesehen war. Es folgten für verschiednen Auftraggeber weitere zum Teil kolossale Büsten des Kaisers sowie für die bayrische Walhalla in Regensburg.
Johann Nepomuk Schaller starb nach einer kurzen Krankheit am 16.02.1842 in Wien. Er erfreute sich auf Grund seiner Werke und seiner Lehren allgemeiner Beliebtheit. Er erhielt ein Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof.
Werksübersicht
- Philoktet – Verwundeter Krieger (Wien 1808/09)
- Büste von Andreas Hofer (1827-1833)
- Büste des Grafen Anton von Apponyi
- Büste des Erzbischofs Ladislaus Pyrker
- Büste des Fürsten Carl von Schwarzenberg
- Büste des Grafen Friedrich von Trautmannsdorff
- Madonna für die Säule im Burgglacis
- Kaiserin Maria Ludovica (1814)
- Der jugendliche Amor (1815/16)
- Bellerophon im Kampf mit der Chmäria (1821)
- Schwarze Muttergottes (1825) im Konventshof des Schottenstiftes
- Heilige Magarethe (1836) Brunnenfigur als Blei
- Büste von Ludwig van Bethoven
- Denkmal Kaiser Franz I. in Sanislawow / Galizien (1837)
- 2 kolossale Cherubin für die Dominikanerkirche in Wien und zwei kleinere für die Kirche zu Altmannsdorf (1838)
- Statue des Dichters Raimund (1841) in Metall
- Statue des Marschalls Marmont (1841)
