Luise Königin von Preussen
* 10.03.17?6 in Hannover
† 18.07.1810 in Hohenzieritz / Mecklenburg

- Königin Luise von Preussen
Neben Friedrich II ist sie wohl die bekannteste Persönlichkeit Preussens - nach ihrem Tod entstand ein wahrer Luisenkult der auch heute noch nicht verblasst ist. Gebar sie doch zwei preußische Könige von und einen deutschen Kaiser.
Geboren wurde Prinzessin Luise Auguste Wilhelmine Amalie von Mecklenburg Strelitz in Hannoveraner Leineschloss als Tochter von Prinz Carl-Ludwig (1741) und seiner Frau Friederike (1752 - 1782). Sie war das 3. Kind des Paares. 1782 starb die Mutter an den Folgen einer Frühgeburt.
1786 übersiedelte Luise mit ihren Schwestern Therese und Friederike zur Großmutter Prinzessin George nach Darmstadt. Für Luise begann eine unbeschwerte Jugend in der sie als lebhaft, vorlaut und aufsässig galt. Ihre Motivation ließ jedoch zu wünschen übrig, so dass sie ihr Leben lang weder deutsch noch französisch fehlerfrei schrieb. Die Prinzessinnen Luise und Friederike wuchsen in nahezu bürgerlichen Verhältnissen bei ihrer Großmutter auf. Mit 16 Jahren wurde sie anlässlich der Krönungsfeierlichkeiten Kaiser Franz II. in Frankfurt in die Gesellschaft eingeführt. Mit Graf Metternich eröffnete sie den Krönungsball.
Am 14.03.1793 lernte die junge Prinzessin den preußischen Kronprinzen Friedrich-Wilhelm kennen. Nach nur 5 Tagen verloben sich die beiden - offiziell wurde am 24.04.1793 gefeiert. Und im selben Jahr wurde noch geheiratet. Die Hochzeit fand am Heilig Abend statt. Ihre Schwester Friederike heiratete Friedrich-Wilhelms Bruder Ludwig.
Sie schenkte ihren Mann zehn Kinder, von denen 7 das Kindesalter überlebten.
07.10.1794 Todgeburt durch einen Umfall Prinzessin Luises
15.10.1795 Kronprinz Friedrich-Wilhelm, ab 1840 Friedrich-Wilhelm IV.
22.03.1797 Prinz Wilhelm, späterer König und Kaiser Wilhelm I.
13.07.1798 Prinzessin Charlotte, spätere Frau Zar Nikolaus I. (Zarin Alexandra Feodorowna)
14.10.1799 Prinzessin Friederike, gestorben 30.03.1800
29.06.1801 Prinz Karl
23.02.1803 Prinzessin Alexandrine
13.12.1804 Prinz Ferdinand, gestorben 01.04.1808
01.02.1808 Prinzessin Luise geboren
04.10.1809 Prinz Albrecht geboren
Nach dem Tode König Friedrich-Wilhelm II. am 16.November 1797 bestieg ihr Gatte als König Friedrich-Wilhelm III. den preußischen Thron. Das Königspaar führte weiterhin ein bescheidenes bürgerliches Leben.
Nach der Niederlage von 1806 floh die königliche Familie nach Königsberg. In einem Vier-Augengespräch versuchte Luise Kaiser Napoleon zur Milde gegenüber Preussen zu bewegen. Der Versuch blieb zwar erfolglos, doch entstand hier ihr Ruf als preußische Patriotin, das 1813 ein Impuls der Befreiungsbewegung sein wird. Im April schrieb sie von Königsberg an Ihren Vater (vollständiger Text):
Mit uns ist es aus, wenn auch nicht für immer, doch für jetzt. Für mein Leben hoffe ich nichts mehr. Ich habe mich ergeben, und in dieser Ergebung, in dieser Fügung des Himmels bin ich jetzt ruhig und in solcher Ruhe, wenn auch nicht irdisch glücklich, doch, was mehr sagen will, geistig glückselig. Es wird mir immer klarer, dass alles so kommen musste, wie es gekommen ist. Die göttliche Vorsehung leitet unverkennbare neue Weltzustände ein, und es soll eine andere Ordnung der Dinge werden, da die alte sich überlebt hat und in sich abgestorben zusammenstürzt. Wir sind eingeschlafen auf den Lorbeeren Friedrichs des Großen, welcher, der Herr seines Jahrhunderts, eine neue Zeit schuf. Wir sind mit derselben nicht fortgeschritten, deshalb überflügelt sie uns. Das sieht niemand klarer ein als der König. Noch eben hatte ich mit ihm darüber eine lange Unterredung, und er sagte in sich gekehrt wiederholentlich: das muss auch bei uns anders werden.
Luise trug mit ihrem Einfluss entscheidend dazu bei, das sich nach der Niederlage von Jena und Auerstedt der preußische Staat reformierte. Erst im zum Jahresende 1809 konnte das königliche Paar nach Berlin zurückkehren. Durch die Sorge um ihre Familie und den Staat wurde ihre Gesundheit stark angeschlagen. Im Sommer des folgenden Jahres fuhr sie zum Vater nach Hohenzieritz, wo sie am 19.07.1810 um 9 Uhr an den Folgen einer Lungenentzündung starb. Ihre Beisetzung erfolgte am 30.07.1810 in der Domkirche zu Berlin.
Dichter wie Körner, Klopstock, Rückert, Arndt widmen ihr Gedichte. Der Luisenkult nahm zum Teil skurille Züge an.
