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Paul von Kray von Krajova

* 05.02.1735 in Kesmark
19.01.1804 in Pest

Paul von Kray

Geboren wurde der spätere Österreichische General-Feldzeugmeister als Sohn des österreichischen Hauptmannes Jakob Edler vom Kray am 05.02.1735 geboren. Nach dem Besuch der örtlichen Schule besuchte er die Schule von Schemmitz, wo er in mathematischer und anderen "für den Militärdienst unentbehrlichen Wissenschaften" ausgebildet wurde. Seine Studien beendete er an der Universität zu Wien.

Im Jahre 1754 trat er als Kadett in das Graf Hellersche Infanterieregiment ein und nahm mit dem Regiment an vier Schlachten, mehreren kleineren Gefechten und Belagerungen  des siebenjährigen Krieges teil. In der Schlacht von Leignitz wurde er als Oberlieutnant schwer verwundet. Beim Sturm der Festung Glatz drang er 1760 als erster Soldat in die Festung ein und überbrachte seinem Kommandierenden General Laudon die Schlüssel der  Stadt. General Laudon hielt sehr viel von diesem jungen Offizier und so wurde er des öfters in geheimer Mission durch die feindlichen Linien zu den russischen Verbündeten beordert.

Laudon beantragte für Kray den Maria-Theresia-Orden. Im Jahre 1778 wurde er bereits zum Major befördert. Für den Bau einer Brücke und Chaussee in Bartfeld erhielt er eine lobende Anerkennung Kaiser Joseph II. Bei dieser Gelegenheit überreichte Kray seinem Souverän auch den Plan einer weiteren Straße von Kesmark über Lublau nach Bartfeld, das jedoch nicht verwirklicht wurde.

Bei seinem Einsatz in Siebenbürgen erwarb er sich auch militärische Verdienste. So schlug er den Walachenaufstand unter Horia nieder. Die Walachen richteten große Grausamkeiten unter den Adeligen und Beamten an und verbreiteten so Schrecken im ganzen Lande. Kray ist es gelungen, diesen Aufstand schnell und unter möglichster Menschenschonung zu beenden. Neben dem Dank der Bevölkerung, die seinen Sieg bejubelten und feierten, wurde er im Jahre 1785 zum Obersten ernannt.

Während der Türkenkriege der Jahre 1787 - 1791 vertraute man Oberst Kray eine Corps an. Mit seinen Truppen besetzte er den Vulkanpass, der in den folgenden Monaten von den Türken wiederholt mit einer zahlenmäßigen Übermacht angegriffen wurde. Die österreichischen Truppen standen unter dem Oberbefehl des Fürsten Hohenlohe. Die Kämpfe um den Vulkanpass tobten einige Monate bis es Kray gelang die Türken in die Flucht zu schlagen. Er besetzte daraufhin Krajova,  die Hauptstadt der Region, und wurde als Befreier begrüßt.

Im Anschluss daran verfolgte er die türkischen Heere die Donau entlang und eroberte die Festung Orsova. Im März 1790 wurde Obrist Kray auf Vorschlag des Generalfeldmarschalls Prinz von Coburg zum Generalmajor befördert und zwei Armeecorps wurden seinem Kommando unterstellt. Mit diesen zwei Armeecorps verfolgte er die Türken weiter. Zunächst besetzte er die Wallachei, um seine Verbindungen zu Siebenbürgen zu sichern und überquerte auf Pontonbrücken die Donau. Er besetzte die feindlichen Festungen Thurn und Nicopol. Die Gefechte mit den Türken verliefen alle glücklich für ihn. Im Juli 1790 wurde er von Kaiser Jospeh II zum "Erbländischen Freiherrn mit dem Beiwort Krajova" ernannt.

Im Juli 1791 ließ sich Generalmajor Peter Baron Kray von Krajova in den Ruhestand versetzen und ließ sich in Pest nieder.Doch sollte dieser Ruhestand nicht lange dauern. Die politischen Verhältnisse in Frankreich brachten Österreich und dem Deutschen Reich den Krieg. So forderte der Oberbefehlshaber Prinz von Coburg u.a. den verdienten Offizier an. Kray traf am 01.04.1793 im Hauptquartier in Brüssel ein, nachdem er vorher noch in Wien durch Kaiser Franz II. empfangen wurde. In Brüssel nahm er unter dem Oberbefehl Erzherzog Karls das Kommando über 3 Bataillone Grenadiere und 2 Bataillonen Jäger von der Avantgarde. Er nahm an den Kämpfen in Frankreich, den Niederlanden und dem Elass teil. Im Gefecht von Catrou errang Kray einen Sieg über den französischen Revolutionsgeneral Pichegu, doch  06.10.1794 musste auch er sich auf das rechte Rheinufer zurückziehen.

Im Jahre 1797 wurde er wegen seines unglücklichen Feldzuges in Hessen vor ein Kriegsgericht gestellt und zu 14 Tagen Aufenthalt in Mainz verurteilt. Er beantragte nach dem Arrest seinen Abschied, der ihm jedoch nicht gewährt wurde. Kray ging im Herbst 1798 an die italienische Front ab.

An der Spitze eines Korps eröffnete er den Feldzug von 1799 mit Erfolgen bei Legnago und Magano am 05.04.1799 und legte damit den Grundstein der späteren Siege von Suworow und Melas. Nach der Erkrankung des Oberbefehlshabers Prinz von Oranien führte Kray bis zum Eintreffen Melas das Oberkommando an der italienischen Front (08.01 - 10.04.1799).  Für seine Siege wurde Kray in ganz Österreich geehrt. Erzherzog Carl schickte ihm zwei gnädige Briefe und Kaiser Franz II. ernannte ihn zum Feldzeugmeister. Nach der Einnahme von Brescia und Peschiera wendete er sich der oberitalienischen Festung Mantua zu. Zur damaligen Zeit war Mantua eine starke Festung in Norditalien und ihre Einnahme bedeutete einen strategischen Vorteil. Beim Anrücken der Truppen General MacDonalds musste er sein Vorhaben jedoch kurzzeitig aufgeben. Am 27.07.1799 kapitulierte Mantua nach einer kurzen Bedenkzeit des französischen Kommandeurs. Er konnte 12.000 Mann Kriegsgefangene und große Vorräte in Besitz nehmen. Am 04.11.1799 kämpften Krays Verbände sehr erfolgreich, aber unter großen Verlusten unter dem Kommando des russischen Generals Suworow um Novi. Kray wurde in diesem Gefecht durch einen Streifschuss an der Schulter verletzt, führte jedoch seine Männer weiter an. Mit seinen Truppen nahm er noch an einigen weiteren kleineren Gefechten teil, wie z.B. die Eroberung Cuneo. Am 25 Februar 1800 wurde ihm in Wien der Oberbefehl über die Armeekommando in Deutschland übertragen. Gleichzeitig wurde ihm die Cameralherrschaft üer die Herrschaft Tápollya in Ungarn übertragen.

Am 18.03.1800 traf er im Hauptquartier in Eschingen ein und übernahm von Erzherzog Carl den Oberbefehl über die Deutschland-Armee. Die Situation der österreichischen Truppen war ungünstig. Kray musste vor den französischen Angriffen zurückweichen. Die Schlachten von Stockach (03.05.) und Möskirch (05.05.) wurde Kray vom französischen General Moreau geschlagen. Die französischen Truppen drangen immer weiter in Süddeutschland vor, besetzten Ulm, München und Braunau am Inn. Die Rückzugsgefechte verliefen für die Österreicher sehr verlustreich und am 12.07.1800 traf in Krays Hauptquartier die Order Kaiser Franz II. ein, mit General Jean Victor Moreau Waffenstillstandsverhandlungen einzuleiten.  Am 26.08.1800 wurde Kray vom Armee-Kommando entbunden und aus dem aktiven Dienst verabschiedet.

Generalfeldzeugmeister Paul Kray von Krajova verstarb am 19.01.1804 in Pest.