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Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach

* 03.09.1757 in Weimar
† 14.06.1828 Schloss Gradiz / Torgau

Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach
Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach

Carl-August, wurde als ältester Sohn Herzog Ernst-August II. Konstatin von Sachsen-Weimar-Eisenach und dessen Ehefrau Anna Amalie, geb. Prinzessin von Braunschweig-Wolfenbüttel, am 03.09.1757 geboren. Der Vater verstarb schon sehr früh im Jahre 1758 und die Vormudschaft des Erbprinzen oblag der Mutter. Der kunstsinnig klugen Mutter betraute unter anderem den Dichter Christoph Martin Wieland, den sie von der Erfurter Universität nach Weimar holte, mit der Erziehung des Jungen.

Carl August unternahm mit 17 Jahren die in der damaligen Zeit übliche Bildungsreise unter Aufsicht des Grafen Görtz nach Paris und Frankreich. Auf der Rückreise besuchte er den Hof in Darmstadt, wo er sich sogleich mit der Prinzessin Luise von Hessen-Darmstadt (1757-1830) verlobte. Ein weiterer Zwischenstopp führte den Erbprinzen nach Frankfurt, wo er Johann Wolfgang von Goethe traf. Er lud Goethe nach Weimar ein.

Im folgenden Jahr 1775 wurde er für volljährig erklärt und heiratete am 03.10.1775 Prinzessin Luise. Im Februar 1783 wurde der Thronfolger Carl Friedrich geboren.

Kurz nach der Hochzeit traf Goethe in Weimar ein, eine tiefe  innige Freundschaft, wobei der Dichter seine Lebenserfahrung ganz dem Herzog widmete. Unabhängig ob als lebenslustiger Begleiter und Gefährte oder als verantwortungsbewusster Berater des Regenten. Der Herzog übertrug Goethe hohe Regierungsämter in seinem Herzogtum.

Doch dem Herzog genügte die Verwaltung seines kleinen Herzogtums nicht und er stieg in die Reichspolitik ein. Der Versuch den sogenannten Fürstenbund als Gegengewicht zu Österreich und Preussen im Reich zu etablieren scheiterte. Er trat 1786 in die preussische Armee ein und wurde im folgendem Jahr zum preussischen Generalmajor ernannt und nahm am Hollandfeldzug 1787 teil.

Während der Koalitionskriege nahm er zwischen Juni 1792 und Dezember 1793 am Feldzug gegen Frankreich teil. Bei den Rückzugsgefechten führte er erfolgreich die Avangarde. Ab 1794 wurde er zum Chef des Kürrasierregiments Nr. 6 und führte dieses als Generalleutnant.

Nach dem napoleonischen Feldzug von 1806 konnte sich Herzog Carl August nicht mehr dem Druck widersetzen und trat der Rheinbund-AKte bei.

Nach der Niederlage Napoleons wurde auf Grund des Einflusses des Zaren - 1804 heiratete Erbprinz Carl Friedrich die russische Großfürsten Maria Pawlowna, die Schwester Zar Alexnader I. von Russland - der Herzog in den Rang eines Großherzogtums erhoben. Durch die Schlussakte des Wiener Kongresses erhielt sein Großherzogtum noch beträchtliche Gebietszuwächse.

Carl August regierte nach den Grundsätzen eines aufgeklärten Monarchen, verfügte aber auch stets über ein sicheres Gespür für die gesellschaftlichen Strömungen seiner Zeit. So verhinderte er 1815 nicht die Gründung der Jenaer Burschenschaft. Im folgendem Jahre erlässt er eine landesständische Verfassung, zu deren wichtigsten Punkten die Pressefreiheit und das Recht der freien Meinungsäußerung gehört. Damit hat Sachsen-Weimar-Eisenach als erster deutscher Staat eine eigene Verfassung. Er verbot im Oktober 1817 nicht das Wartburgfest - obwohl er politische Bedenken hatte - wurde jedoch durch die Karlsbader Beschlüsse von 1819 zu vorsichtigeren Handeln gezwungen.

Der Großherzog hielt stets an der traditionellen Bindung zu Preussen und Russland fest, diese Tradition wurde auch von seinem Sohn fortgesetzt- So heiratete Prinzessin Augusta den preussischen Prinz Wilhelm, der als Wilhelm I. an die Spitze Preussens und später des Kaiserreichs aufstieg.

Carl August wurde auf den Spuren seiner Mutter und seines Freundes Goethe zum Schutzherrn der Weimarer Klassik. Zunächst kam Wieland, dann folgte Goethe, Herder oder Schiller. Allen versuchte der Herzog auf großzüger Weise den Lebens- und Schaffensraum zu widmen, den sie brauchten. Aber auch Jena wurde unter ihm zu einem zweiten Zentrum der damaligen Kultur, sammelten sich dort Fichte, Hegel und Schelling. Goehte schrieb einmal dazu

"Weimar - Jena eine große Stadt, die an beiden Enden sehr viel gutes hat."

Großherzog Karl-August von Sachsen-Weimar-Eisenach verstarb am 14.06.1828 auf der Rückreise von Berlin - wo er sein erstes Enkelkind feierte - auf Schloss Garditz / Torgau.