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Francios Noél Babeuf

* 23.11.1760 in Saintt-Quentin (Aisne)
† 27.05.1797 - Vendome

Geboren wurde Francois Noel Babeuf als Sohn eines Angestellten der Steuerbehörde. In jungen Jahren arbeitete er im Dienste eines Notars und muß ab 1780 - nach dem Tod des Vaters - für den Unterhalt seiner Familie sorgen. Aber 1784 arbeitet er als Feldvermesser und Grundbuchverwalter in Roye. Bei seiner neuen Aufgabe gewinnt er erste Einblicke in das bedrückende Los der Bauern in Frankreich.

Wichtige Impulse holt sich der spätere Revolutionär vermutlich in den Schriften Helvétius (1715 - 1771) und aus seiner Korrespondenz mit dem Sekretär der Akademie von Arras.

Nach Beginn der Revolution im Sommer 1789 arbeitet Babeuf als Journalist und fordert die ökonomische Gleichstellung und und die Republik ein. Am 22.07.1789 beteiligt sich Babeuf an der Ermordung zweier Kürtisannen. In einem Brief an seine Frau drückt er jedoch ambivalente Gefühle über den Vorgang aus. Einerseits sieht er darin einen Akt der Gerechtigkeit und nimmt ihn doch auch als Grausamkeit wahr. Im Mai 1790 wird er das erste Mal verhaftet, doch durch die Fürsprache Marats wird er schnell wieder auf freien Fuß gesetzt und kehrt nach Roye zurück. Seine Zugehörigkeit zum Stadtrat von Roye ist nur von kurzer Dauer.

Im Jahre 1790 veröffentlicht er im "Le Petit Correspondant Picard" seine Grundsätze zum kollektiven Wirtschaftssystem. Als er in einer Petition 1791 die Abschaffung indirekter Steuern anregt, wird er ein zweites Mal kurzfristig verhaftet. Nach der gescheiterten Flucht Ludwig XVI. und Marie-Antoinette gehört Babeuf zur Gruppe derjenigen die eine Absetzung des Monarchen fordern. Im September wird er in die Verwaltung des Departements Sonne gewählt. Im Jahre 1793 geriet er jedoch mit seinen Kollegen in Konflikt als er ungerechtfertigterweise ein Dokument unberechtigterweise zu Gunsten eines Sansculotten ausstellte. Dieses Dokument stellte er als provisorischer Verwalter der Nationalgüter aus.

Er verliert sein Amt und wird erneut vor Gericht gestellt, das ihn in Abwesenheit zu 20 Jahren Haft verurteilte. Er flieht nach Paris und gewinnt die Gunst Fournier l´ Americains und Chaumettes. Durch diese Bekanntschaft gelangt er an eine Anstellung in der Administration du ravitaillement de Paris.  Jedoch folgt im November seine Verhaftung aus der er wieder frei kommt. Jedoch akzeptiert er eine Inhaftierung während des Revisionsverfahrens gegen sein Urteil aus dem Sonne-Departement.

Erst im Jahre 1794 kommt er wieder frei und geht nach Paris zurück wo er die Zeitschrift "Le Defenseur de la liberte de la presse" herausgibt. Dieses Blatt wird von Konventsmitglied Guffroy subventioniert wird. In seiner Zeitschrift bemüht er sich um eine Rehabilitierung Robespierres und nennt auch die Zeitung in "Le tribun de Peuple" um. Bei dieser Gelegenheit nennt sich Babeuf erstmals Gracchus. Von 1794 bis 1796 ist er auch Mitherausgeber der Zeitschrift "L´Eclaireur du peuple ou le défenseur de vingt-quatre millions". Im Jahre 1795 veröffentlicht er auch sein "Manifest der Plebejer"

Nach dem Tode Robespierres erhoffte er sich eine Realisierung des Gleichheitsprinzips und wird vom Direktorium enttäuscht. Er ruft zur Auflösung der Nationalversammlung auf; dies hat jedoch für ihn eine weitere achtmonatige Haft zur Folge. Während seiner neuerlichen Haft lernt er u.a. Buonarotti kennen mit dem er sich u. a. zur "Verschwörung der Gleichen" zusammenschloss. Im Zuge einer Generalamnestie wird er Ende 1795 entlassen und siedelt sich erneut in Paris an. Er setzt die Herausgabe des "Tribun de Peuple" fort.

Nachdem Reformen durch das Direktorium ausgeblieben sind installiert er den "Panthéon" oder die "Verschwörung der Gleichen", einen Zusammenschluss Gleichgesinnter wie Felix Le Peletier oder Sylvain Marechal. Sie forderten im "Manifest der Gleichen", das die politischen Ziele dieser Gruppe beschreibt, u. a.:

- Sturz des Direktoriums
- Auflösung der Assemblées
- Errichtung einer robespierristischen gleichen Republik
- Abschaffung des Privateigentums

Die Gruppe sieht die französische Revolution als Auftakt zu einer zweiten, größeren gleichen Revolution. So bereitet Babeuf zusammen mit einigen Deputierten den Sturz des Direktoriums vor. Er wird dabei u.a. von Drouet oder Robert Lindet und einigen extremen Republikanern unterstützt. Jedoch wird der "Club de Panthéon" am 27.05.1796 durch Napoleon Bonaparte geschlossen. Am 09. und 10.05.1796 wurden 65 Verdächtige verhaftet und durch - einem extra für diesen Anlass geschaffenen - Sondergericht abgeurteilt. Babeuf wird zusammen mit Darthé am 27.05.1797 zum Tode verurteilt. Weitere sieben Mitverschwörer werden in ein Straflager deportiert während die restlichen 56 Angeklagten freigesprochen werden. Die beiden zu Tode Verurteilten versuchten sich jedoch dem Urteil zu entziehen und erdolchten sich vor ihren Richtern. Dies bewahrte sie jedoch nicht vor der Guillotine.

Jahre nach seinem Tod erleben seine frühsozialistischen Ideen noch einmal einen Auftrieb in den Wirren der Julirevolutionen der 1830er Jahre. Aber auch Karl Marx - Schöpfer des Kommunistischen Manifest 1848 - übernahm 1842 wesentliche Gedanken Babeufs in sein Konzept der Diktatur des Proletariats.