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Ernst Moritz Arndt

* 26.12.1769 in Groß-Schoritz
† 29.01.1860 in Bonn

Ernst Moritz Arndt

Ernst Moritz Arndt wurde am 26.12.1769 in Groß-Schoritz als Sohn von Ludwig-Nikolaus Arndt, einem ehemaligen Leibeigenen, geboren. 

Sein Vater Ludwig-Nikolaus Arndt erkaufte sich kurz vor der Geburt des Knaben beim Grafen von Putbus für die damals beachtliche Summe von 80 Reichstalern seine Freiheit und wurde Inspektor von Groß-Schoritz. Im Jahre 1776 zog die kleine Familie, mit ihren 5 Kindern auf das Gut Dumsewitz. Da die Eträge des Gutes Dumsewitz nicht den erwünschten Erfolg brachten, übernahm der Vater im Jahre 1780 von der Stadt Stalsund die Güter Grabitz und Breesen zur Pacht.  1787 zog die Familie auf die sogenannten Löbnitzer Güter, die Arndts Vater von der verwitweten Gräfin Putbus pachtete.

Zunächst übernahmen die Eltern die schulische Bildung ihrer Kinder. Erst im 12. Lebensjahr von Ernst Moritz Arndt ermöglichten die Eltern den Unterricht durch Hauslehrer. Diese bereiteten ihn auch auf den Besuch eines Gymnasiums entsprechend vor. 

Im Frühjahr 1791 begann der junge Arndt in Greifswald mit seinem Theologiestudium. Seine Immatrikulation erfolgte durch Rektor Georg Brockmann. Bei seinem Studium folgte Arndt wohl weniger seiner inneren Berufung, als dem herkömmlichen Brauch der damaligen Zeit. Mit mehr Begeisterung studierte er Geschichte, Erdkunde und Sprachen. Seine Greifswalder Studien beendete er im März 1793 und setzte sein Studium in Jena fort, wo er am 29.04.1793 immatrikuliert wurde. Sein Studium in Jena schloss er im August 1794 ab.

An der Universität Jena lehrten viele bedeutende Professoren der damligen Zeit, zu denen damals Fichte und Schiller gehörten.  Nach seiner Jenaer Studienzeit wanderte er nach Hamburg und hielt sich dort mehrere Wochen auf. Ende Oktober des gleichen Jahres erreichte er sein Elternhaus in Pommern. Im Jahre 1795 besteht er sein Theologie-Examen mit Leichtigkeit.

Arndt war von Herbst 1796 bis Frühjahr 1798 bei Ludwig Gotthard Kosegarten im Pfarrhaus von Altenkirchen als Hauslehrer angestellt. Von den 4 Kosegartener Kindern musste Arndt nur die 7jährige Alvine unterrichten, da die restlichen Kinder noch zu jung waren. Insgesamt lässt sich die Zeit in Altenkirchen als ruhig bezeichnen.

Im Frühjahr 1798 gewährte ihm der Vater die Mittel für eine größere Reise. Arndt startete im Mai 1798 zu einer großen Bildungsreise durch Europa. Der Reiseweg war oft beschwerlich. Arndt reiste zu Fuß, mit der Postkutsche oder mit dem Schiff. Er besuchte so Berlin, Jena und Erfurt weiter ging es dann über Regensburg und Bayreuth nach Wien, wo er im Juli 1798 eintraf. Von dort aus unternahm er einen Ausflug bis nach Budapest. 

Nach Österreich und Ungarn wandte sich Arndt Italien zu, wo er im Winter 1798/99 sich der italienischen Kunst widmete.

Dort hat mich in der Toskana der wieder ausbrechende Krieg überrascht und mich geschwinder weggetrieben, als ich gedacht hatte; ich habe Rom, Neapel und Sizilien nicht zu sehen bekommen.

Er verlässt mit dem Schiff Italien in Richtung Südfrankreich. Sein Aufenthalt in Paris dauert von 26.05. bis zum 07.08.1799. Im August nimmt Arndt noch an einer Rheinfahrt von Köln nach Mainz teil und kehrt im Oktober in sein Elternhaus zurück.

Am 25. Februar 1800 beantragte Arndt bei der Philosophischen Fakultät der Universität Greifswald die Zulassung zur Magisterprüfung. Kurz darauf - am 05.03.1800 - wurde er examiniert und begann zwei Tage später mit seiner ersten Vorlesung im Fach Geschichte. Titel dieser Vorlesung: »Geschichte der merkwürdigen Revolutionen Europas seit Carl VIII. von Frankreich bis auf den Tod Ludwig des XIV. als eine Einleitung in die Geschichte unserer Zeit.« Bereits einen Monat später verteidigte er erfolgreich seine Habilitationsschrift. Am 05.05.1800 wurde ihm durch den Generalgouverneur von Schwedisch-Pommern und Rügen, Graf Heinrich von Essen, der gleichzeitig auch Kanzler der Universität Greifswald war, die Lehrerlaubnis für Geschichte und Philosophie erteilt.

Bereits im September 1800 wurde Arndts zweite wissenschaftliche Schrift »Ein menschliches Wort über die Freiheit der alten Republiken« veröffentlicht. Gewidmet war diese Arbeit dem Kanzler der Universität Greifswald, Heinrich von Essen. Zum gleichen Zeitpunkt suchte er beim Kanzler um eine Festanstellung als Adjunktur nach. Als Beweis für seine wissenschaftlichen Leistungen legte Arndt, seine Dissertation und die Abhandlung über die alten Republiken bei. Später hatten diese Frühschriften Arndts für ihn selbst wohl kene Bedeutung mehr.

In der erwarteten Festanstellung heirate er am 23.02.1801 seine große Liebe Charlotte Quistorp, die ihm am 16.06.1801 einen Sohn Karl Moritz gebar. Doch wenige Tage nach der Geburt starb sie. Am 13. Dezember 1801 wurde er zum ordentlichen Adjunkten ernannt. Damit wandelte sich sein Leben vom der eines Privatdozenten in die eines Wissenschaftlers.

In dieser Zeit schuf sich Arndt erstmals einflussreiche Feinde durch seine Schrift »Versuch einer Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen.«

Die Kritik traf ihn jedoch nicht unerwartet, denn er schrieb damals an seinen Verleger Reimer:

»...wird mir hier im Lande wenige Gönner machen. Ich glaube, dass der Inhalt und die Art der Darstellung und das Interesse, was die Aufhebung der Knechtschaft im ganzen großen Vaterlande zu erregen.«

Am 01.11.1803 reiste Ernst Moritz Arndt von Stralsund aus nach Schweden. Er wollte das Land, das ihn schon länger faszinierte besser kennen lernen und bat Kanzler Graf von Essen um unbezahlten Urlaub. Von Ystadt führte ihn seine Reise weiter nach Stockholm, wo er seinen ehemaligen Studienfreund Karl Ludwig Nermst wiedertraf. Dort verbrachte er den Winter mit Studien über Land und Leute. Am 26.03.1804 ging die Reise weiter nach Upsala, wo er sich 3 Wochen lang aufhielt. Er reiste weiter durch das schwedische Seengebiet nach Göteborg,  weiter ein Aufenthalt beim Probst von Rosenstein in Kurnla und daann die Besichtigte er die Trollhättafälle. Mitte Mai durchquerte er Värmland und Dalarne. Dort besichtigte er die Bergwerke von Falun und reiste vom 19.06. bis 20.07.1804 weiter nach Järmtland und Norrland in Nordschweden. 

In einem Lappendorf hielt sich Arndt längre Zeit auf um die Kultur und Sitten der Lappen zu studieren. Ende Juli erreichte er wieder Stockholm. Von dort reiste er weiter in die Universitätsstadt Lund und Malmö.

Im September 1804 hielt Arndt sich einige Tage bei dem aus Schottland stammenden Baron Maclan auf Savaneholm auf. Maclan war für seine Zeit ein sehr fortschrittlicher Grundbesitzer. Große Teile seines Besitzes gab er an seine früheren Untertanen und an landarme Bauern ab. Am 11. September erreichte Arndt Stralsund. Im Jahre 1806 veröffentlichte er in Berlin seinen Bericht über seine Reise unter dem Titel »Reise durch Schweden im Jahre 1804« und bezeugt damit gründliche Kenntnisse über die Wirtschaft des Landes, über Alltagsleben und Volkskultur.

Nach der Rückkehr aus Schweden setzte Arndt seine Lehrtätigkeit in Stralsund fort. Seit dem 31.10.1805 befand sich Schweden im Kriegszustand mit Frankreich. Der schwedische König Gustav IV. Adolf erließ am 30.04.1806 eine Verordnung über die Schaffung einer pommerschen Landwehr. Bereits im Vorjahr hatte Arndt im Auftrage der Stralsunder Regierung Vorarbeiten zu dieser Verordnung geleistet.

Im gleichen Jahr erschien Arndts Werk »Geist der Zeit«, das eine zeitkritische Analyse aus historischer Sicht darstellte, doch war es in erster Linie eine Kampfschrift, die sich gegen Napoleon richtete. Sie wurde bereits im Vorjahr unter dem Eindruck der Niederlage Österreich-Russlands in Austerlitz von ihm geschrieben. Mit dieser Schrift erlangte Arndt erste Berühmtheit in ganz Deutschland.

Der Untergang des Deutschen Reiches beflügelte den schwedischen Monarchen Gustav IV. Adolf in seinem pommerschen Reichsteilen das schwedische Recht einzuführen. Arndt unterstützte dieses Anliegen aktiv und übersetzte im Jahre 1806 in Stralsund das schwedische Gesetzeswerk ins Deutsche. Nach der preussischen Niederlage emigrierte Ernst-Moritz Arndt vor den anrückenden französischen Truppen nach Schweden. Am 19.11. erreichte er Schweden und hielt sich einige Zeit bei Probst Karl von Rosenstein in Kumla auf. Am 2. Weihnachtstag erreichte er Stockholm wo er bei Karl Ludwig Nermst wohnte. Als Angestellter der Reichskanzlei setzte er seine Übersetzungsarbeiten fort.

Nach der französischen Besetzung Greifswalds (Januar 1807) und der Übernahme der Regierungsgewalt (20.08.1807) beschloss die Philosophische Fakultät einstimmig für den verstorbenen Greifswalder Geschichtsprofessor Kammerrat Möller, Arndt zu nominieren. In Unkennntis dieser Nominierung auf diesen Posten. 

Arndt wurde im März 1808 die Leitung der Zeitschrift «Der nordische Kontrolleur« das ein »offizielles Blatt war, das auf Befehl und unter Aufsicht der Regierung in deutscher Sprache ausgegeben wurde.« und die antinapoleonische schwedisch Politik in den französisch besetzten Landesteilen verbreiten sollte. Bereits wenige Monate später, im März 1809 wurde die Zeitschrift wieder eingestellt.

Arndt wurde am 01.06.1808 zum »Professor der Historie und griechischen Literatur« an der Universität Greifswald ernannt und schon 3 Wochen später - 22.06.1809 - aus dem Amt entfernt. Die Ernennung und Abberufung erfolgte durch den französischen Befehlshaber in Schwedisch-Pommern, Marschall Soult.

Anfang September 1809 - in Schweden wurde König Gustav IV. Adolf durch eine Offiziersrevolte abgesetzt und eine napoleonfreundliche Stimmung spiegelte sich in Schweden wieder - reiste Arndt zurück nach Deutschland. Die Grenze von Preussen zu Schwedisch-Pommern überschritt »Sprachmeister Allmann« bei Anklam. Er wurde in seiner Heimat von den Franzosen gesucht. Er erreicht das elterliche Gut, wo er bei seinen Geschwistern Unterschlupf fand. Sein Vater war im Jahr zuvor gestorben. 

Am 20. Dezember trifft Sprachmeister Allmann in Berlin ein, wo er durch seinen Freund Reimer in den patriotischen Berliner Kreis eingeführt wird. Nach dem Friedensschluss zwischen Frankreich und Schweden im März 1810 konnte er wieder nach Greifswald zurückkehren. Jedoch verschärfte sich in jener Zeit der Konflikt mit den französisch-gesinnten Teil der Professorenschaft; so verließ Arndt im November Greifswald auf eigenen Wunsch.

In den Jahren  1812 - 1815 erreichte seine politische Popularität ihren Höhepunkt. Seine Texte, die sic gegen die französische Besatzung richteten fanden im Volke große Unterstützung. 

Arndt wollte zu dieser Zeit Hass schüren, um die Deutschen zum Kampf gegen die französischen Besatzungsgruppen, gegen Napoleon und die mit ihm verbündeten Truppen zu schüren. Im Juni 1812 erreicht ihm der Aufruf des Freiherrn von und zum Stein erreicht, nach Russland zu kommen um dort publizistisch für die Freiheitsbewegung tätig zu werden, kommt er dieser Bitte unverzüglich nach. Für ihn war in jener Zeit der Kampf gegen die napoleonische Fremdherrschaft die zentrale nationale Aufgabe aller Deutschen. und jedes Opfer schien ihm dafür gerechtfertigt. Dafür steht insbesondere sein Gedicht »Was ist des deutschen Vaterland?« und auch »Vaterlandslied«. Ernst Moritz Arndt traf den Ton des Volkes, dies lässt sich durch die für die damaligen hohen Auflagen verdeutlichen. Seine Schriften über das Ethos patriotischer Soldaten und über die Volksbewaffnung haben die Erhebung in Preussen und anderen deutschen Ländern wirksam unterstützt. Sein Patriotismus begründete sich auf seiner Identifizierung und mit den Interessen und Wünschen der einfachen Menschen, auf seiner Sehnsucht nach einem einheitlichen Vaterland, nach einem Staat der Deutschen, der in der Lage war, der Mitwirkung des Volkes Raum zu bieten.

Im Uni 1814 begegnete Ernst Moritz Arndt in Frankfurt dem preussischen Staatskanzler Fürst von Hardenberg. Hardenberg versprach Arndt, eine angemessene Stellung   für seine »Verdienste, die er sich durch seine Schriften um die Sache des deutschen Vaterlandes«. So sah man Arndt für eine Geschichtsprofessor an der geplanten rheinischen Universität zu Köln vor. In einer Denkschrift an Staatskanzler Hardenberg setzte er sich jedoch für den Standort Bonn ein. So kam die neue Universität nach Bonn. 

Im September 1817 zog Arndt zusammen mit seiner frisch angetrauten Frau Nanna, geb. Schleiermacher, nach Bonn. Zunächst wohnte er im Haus stattliche Haus des ehemaligen kurfürstlichen Hofkapellmeisters Andrea Luchesi. Auf dem Grundstück von zwei ehemaligen Weinbergern errichtete er sein Wohnhaus.

Im Mai 1818 bestimmt Friedrich Wilhelm III. Bonn zum Standort der rheinischen Universität. Hardenberg teilte Arndt im August dessen Ernennung als ordentlicher Professor für Geschichte mit einem Jahresgehalt von 1.500 Talern mit.

Arndt gehörte mit August Schlegel zu den berühmtesten Namen, die an der neune Bonner Universität lehrten. Jedoch konnte sich Arndt der neuen Aufgabe nicht lange widmen. Schon vor der Gründung der Universität begann er mit dem 4. Teil seines Werkes »Geist der Zeit«, das bei den konservativen Regierenden der nach-napoleonischen Zeit keine Freude auslöste. Er übte harsche Kritik daran, das Frankreich durch die Verbündeten zu sehr geschont wurde, sondern die innenpolitische Entwicklung fand nicht seine Zustimmung. Er kritisierte das nicht eingelöste Verfassungsversprechen, die Unterdrückung der freien Meinungsäußerung durch die Zensur und das Treiben der Geheimpolizei. 

Besonders seine Äußerungen über die Geheimpolizei ›die Handlangerin der Hölle‹ und ›welsche Pest‹ hatten natürlich gerade bei denen, gegen die sie gerichtet waren, Anstoß erregt. Der Polizeiminister Wittgenstein spielte das in Sommer erschienene Buch unmittelbar vor der offiziellen Eröffnung der Universität und  dem König zu. Dieser war so empört, das der feierliche Akt zeitweise in Frage gestellt war. Arndt wurde im Januar 1819 durch eine Kabinetts-Ordre wegen »ganz unnützer und unschicklichen Dinge«, die er geschrieben habe, verwarnt. Der König könne keine Grundsätze, wie Arndt sie vertrete, an einer preussischen Universität dulden. Diese A.K.O. wurde allen Universitäten bekannt gegeben, noch ehe sie Arndt übermittelt wurde. Nur die Universitäten Bonn und Berlin verwehrten sich dagegen. 

Am 19.04.1819 wurde Arndt für einen halben Tag verhaftet. Nach einer Hausdurchsuchung wurde er der Demagogie beschuldigt und sein Fall wurde vor die Zentraluntersuchungskommission in Mainz gebracht. Alle Proteste Arndts blieben ohne Erfolg und so wurde er »auf Antrag der berühmten Mainzer Bundesentralkommission« am 10.11.1820 von seinem Lehramt an der  Bonner Universität suspendiert. Dieser Suspendierung folgte ein Vorlesungsverbot und zahlreiche Verhöre sowie vergebliche Versuche der Rehabilitierung. 

Jedoch lehnten Rektor und Senat der Bonner Universität es ab, an Stelle Arndts ein neues Mitglied in den akademischen Rat zu berufen. Im Jahre 1826 wurden ihm die Hälfte der Bezüge wieder bewilligt, jedoch blieb das Vorlesungsverbot bestehen. Eine in Aussicht gestellte Verweisung von Bonn wurde jedoch nicht umgesetzt.

Durch Unterstützung seines alten Freundes des Freiherrn vom Stein konnte jedoch die drohende Versetzung abgewendet werden. Arndt war längst mit Bonn verwurzelt. So arbeitete er jahrelang in der Leitung der evangelischen Gemeinde Bonns mit, die 1816 gegründet wurde. In den Jahren seiner Suspendierung war Arndt in seine Schaffen gelähmt. Es wiederstrebte ihm zweckfreie strenge wissenschaftliches Arbeiten nicht und der Anwendung systematisch-kritischer Methoden stand er zeitlebens ablehnend gegenüber.

Nach dem Tod Friedrich-Wilhelms III. am 07.06.1840 hob der neue König Friedrich-Wilhelm IV. das Vorlesungsverbot Arndt mit Kabinetts-Ordre vom 02.07.1840 auf. Damit endet ein fast 20jähriges Berufsverbot für Arndt.

Die Rehabilitierung Arndts war für die Bonner Studentenschaft ein sehr wichtiges Ereignis. So brachte man ihm einen Fackelzug. Für das Wintersemester 1840 / 41 wurde er fast einstimmig zum Rektor gewählt und seine Vorlesungen im Sommersemester 1841 waren sehr gut besucht. 

Im Rahmen der bürgerlichen Revolution im Jahre 1848 erlangte Ernst Moritz Arndt noch einmal nationale Bedeutung. Er wurde eine Symbolfigur nationaler und freiheitlicher Wünsche und Hoffnungen und wählte ihn in 5 Wahlkreisen für das Frankfurter Paulskirchenparlament. Er nahm die Solinger Wahl an und wurde in Frankfurt mit viel Jubel empfangen. 

Als Mitglied er Abordnung nach Berlin war es für ihn eine große Enttäuschung, als König Friedrich-Wilhelm IV. sich weigerte,  die Kaiserkrone aus der Hand des Volkes zu empfangen. 

Bis zum Jahre 1854 hält er an der Bonner Univeristät noch Vorlesungen, ehe im Alter von 84 Jahren sein Emeritierungsgesuch stattgegeben wird.

Die letzten Lebensjahre  verbrachte Arndt in guter geistiger und vor allem auch körperlicher Frische in Bonn. Sein Ansehen litt nicht, sondern wuchs je stärker der nationale Gedanke in in Deutschland während der 2. Hälfte der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts anwuchs. Arndt wurde in den letzten Lebensjahren sein eigenes Denkmal. 

Die Ehrungen aus ganz Deutschland anlässlich  seines 90. Geburtstages am 26.12.1859 nahm er mit Genugtuung an. Eine anschließende Erkältung schwächte den Greis und am 29.01.1860 starb Ernst Moritz Arndt. 

Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Alten Friedhof in Bonn neben dem Grabe seines Sohnes Willibald. Die Grabplatte trägt folgenden Text:

Gute Nacht, ihr meine Freunde,
alle meine lieben,
die ihr heute um mich weint,
lasst euch nicht betrüben!
Dieser Abstieg, den ich tu
in die Erde nieder,
seht die Sonne geht zur Ruh,
kommt doch morgen wieder.

Auch heute noch wird der Person Ernst Moritz Arndts gedacht. So trägt die Universität Greifswald seinen Namen. Mehrere Schulen in Bonn, Bergen, Remscheid und Herzberg tragen seinen Namen.

Werke

  • Geschichte der merkwürdigen Revolutionen Europas seit Carl VIII. von Frankreich bis auf den Tod Ludwig des XIV. als eine Einleitung in die Geschichte unserer Zeit.
  • Ein menschliches Wort über die Freiheit der alten Republiken
  • Versuch einer Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen.
  • Reise durch Schweden im Jahre 1804
  • Geist der Zeit
  • Gebetbuch für 2 fromme Kinder (Evangelische Kirchenlieder)
  • Lieder für Deutschland (Gedichte)
  • Kriegslieder der Deutschen (Gedichte)
  • Deutsche Wehrlieder (Gedichte)
  • Meine Wanderungen und Wandlungen mit dem Reichsfreiherrn vom Stein
  • Märchen und Jugenderinnerungen
  • Von dem Wort und von dem Kirchenliede