Johann Christoph Adelung
* 08.08.1732 in Spantekow / Anklam
† 10.09.1806 in Dresden

- Johann Christoph Adelung
Johann Christoph Adelung wurde am 08.08.1732 im pommerschen Spantekow geboren und besuchte die Gymnasien zu Anklam und Klosterbergen ehe er an der Universität von Halle Theologie studierte. Von 1759 bis 1761 war Adelung Professor am evangelischen Gymnasium zu Erfurt. 1761 wechselte er auf Grund religiöser Streitigkeiten von Erfurt nach Leipzig, wo er sich literarischen Studien widmete.
Adelung war bereits seit 1757 im sehr großem Umfang als Schriftsteller und Autor tätig. So brachte er neben einer Reihe von zeitgeschichtlichen Publikationen über den Zeitraum von 1740 bis zum bayrischen Erbfolgekrieg heraus. Aber auch zu vielen anderen Themen des menschlichen Wissens beginnend bei der Diplomatik oder Metallurgie übersetzte aber auch englische und französische Geschichtsbücher. Dazu schrieb er noch viele Jahre als Journalist für die Leipziger politische Zeitung und schrieb für das damit verbundene Allerlei. Selbst ein militärisches Taschenbuch wurde von Adelung herausgegeben. Er gilt als Begründer des Weiße´schen Kinderfreunds und redigierte noch 1785/86 für die Leipziger Gelehrte Zeitung.
Trotz seiner umfangreichen Tätigkeit gilt Adelung nur auf wenigen Gebieten als Gelehrter. So gilt er in mittelalterlicher Latinität (Zusätze zu seinem Kompendium des Ducange, Glossarium manuale, 1772 - 1784) sowie in Gelehrtengeschichte (er setzte den Jöchner von 1784 - 1787 fort) und aus dem Gebiete der Sprache gelten. Er ist aber bei allem eher Sammler und Ordner als Forscher. Er war auch in der Lage gute Lehrbücher abzufassen. So erlebte sein Lehrbuch "Unterweisung in den vornehmsten Künsten und Wissenschaften" aus dem Jahre 1771, das bestimmt war für niedere Schulen, mehrere Auflagen und wurde Grundlage für sein Werk "Kurzer Begriff menschlicher Fertigkeiten" (178 - 1781), das an Realschulen eingesetzt wurde. Aus diesem Werk wurde später - als selbstständige Ausgabe - "Geschichte der Kultur". In seinem Buche fasst Johann Christoph Adelung nur zusammen, forderte aber gleichzeitig das diese allgemeine Kulturgeschichte auch die Grundlage für die Welt- und Religionsgeschichte sein solle. Durch dieses Werk erhält er eine besondere Stellung in der deutschen Aufklärung.
Ab 1774 widmete er sich verstärkt der deutschen Sprache. So veröffentlichte er zwischen 1774 und 1786 das "Gramatisch-kritisches Wärterbuch der hochdeutschen Mundart". Weitere Werke wie "Deutsche Sprachlehre für Schulen, zunächst für die preussischen" (1781), "Umständliches Lehrgebäude" (!782), eine "Stylistik" (1785/86) sowie das "Magazin für die deutsche Sprache" (1783/84) ergänzte als rechtfertigende und erläuternde Zeitschrift sein sprachwissenschaftliches Werk.
Besondere Bedeutung erlangte das "Gramatisch-kritische Wörterbuch der hochdeutschen Mundart" (1793 - 1802 in einer 2. Auflage erschienen) als erstes großes umfassendes Wörterbuch der deutschen Sprache. Bei der Sortierung der Einträge richtete sich Adelung nach der phonetischen Rechtschreibung. Es trug maßgeblich zu deren Standardisierung bei. Die darin aufgeführte Einteilung in Wortarten blieb bis heute unverändert. Adelung prägte auch bis zur Reform der deutschen Rechtschreibung die Schreibregeln für das "ß", die im Rahmen der deutschen Rechtschreibreform von 1901 für alle Schulen und Ämter im deutschsprachigen Raum maßgeblich. Erst mit der 1996 eingeleiteten Rechtschreibreform wurden diese Regeln außer Kraft gesetzt.
Ab 1787 ging er als Hofrat und Oberbibliothekar nach Dresden, dort starb er am 10.09.1806 im Alter von 74 Jahren. Sein Verdienst bleibt jedoch bis heute die Herausgabe des ersten große Wörterbuch der deutschen Sprache herausgebracht zu haben.
Werke
- Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart. (Leipzig 1774-86)
- Geschichte der menschlichen Narrheit, oder Lebensbeschreibungen berühmter Schwarzkünstler, Goldmacher u.a. (1785-99)
- Kleines Wörterbuch für die Aussprache, Orthographie, Biegung und Ableitung. (Leipzig 1788)
- Directorium diplomaticum. (1802)
- Glossarium manuale ad scriptores mediae et infimae latinitatis. (Halle 1772-84), ein Auszug aus Dufresne und Charpentier mit vielen eignen Zusätzen.
- Deutsche Sprachlehre für Schulen. (1781)
- Umständliches Lehrgebäude der deutschen Sprache. (1782)
- Über den deutschen Stil. (1785-86)
- Anweisung zur Orthographie" (1788)
- Magazin für die deutsche Sprache. (1782-84)
- Mithridates, oder allgemeine Sprachenkunde. (1806), von Johann Severin Vater fortgesetzt und vollendet.
