Wilhelm Heinrich Ackermann
* 25.06.1789 in Auerbach / Vogtland
† 27.03.1848 in Frankfurt a.M.

- Wilheim Heinrich Ackermann
Am 25.06.1789 wurde Wilhelm Heinrich Ackermann als Sohn des Oberpfarrers Wilhelm Ackermann in Auerbach im Vogtland geboren. Seine erste Schulausbildung erhielt er im elterlichen Haus und später in der Stadtschule. Ab 1802 besuchte er in Gotha das Gymnasium und studierte von 1807 - 1811 in Leipzig Theologie. Aber neben seiner schulischen Ausbildung hatte er bereits in Gotha damit bekommen, Kinder zu unterrichten.
Im Jahre 1811 folgte Ackermann dem Ruf Pestalozzis nach Yverdon voller Freude, denn inzwischen hatte er seine berufliche Zukunft als Pädagoge gesehen. Im März 1813 kehrte er von Yverdom nach Deutschland zurück um seinem Vaterlande zu dienen. Über die Zeit bei Pestalozzi schrieb Ackermann später in seinem Büchlein "Erinnerungen aus meinem Leben bei Pestalozzi (Frankfurt a.M. 1846):
Ich blieb damals zwei Jahre in der Anstalt, lehrend, und wie sich das von selbst versteht, vom genialen, an Geistesblitzen unerschöpflichen Alten täglich lernend. Es waren schöne Zeiten der Begeisterung für eine große Aufgabe, die ich mit teuren Freunden verlebte. Zwar für Pestalozzi selbst war die Zeit der höchsten Blüte bereits vorüber. So schöpferisch wirkend wie in Stanz und Burgdorf konnte er in Iferten, wo er anfing, weltberühmt zu werden, eben deshalb nicht sein. Aber dieser Nachsommer war immer noch warm und hell genug, um die dort anwesenden alle für die Sache der Erziehung zu begeistern und einen Schein in ihr Leben zu werten, dessen Strahlen seitdem wieder in unzählige Kinderherzen gefallen sind. - Pestalozzi war trotz seiner italienischen Abstammung eine echte deutsche Natur. So nahm er auch an der Befreiung Deutschlands den lebhaftesten Anteil. - Hau' tüchtig drein! - war das letzte, was mir der alte Held nachrief!
Er trat in das Lützowsche Freikorps ein und nahm am Zug nach Sachsen entlang der Elbe teil. Er pflegte enge Beziehungen zu anderen Lützower Waffengefährten, wie Friedrich Ludwig Jahn, Theodor Körner, Friedrich Förster, Fischer, Nositz-Jänkendorf, Meier.
Während des Gefechtes an der Göhrde (16.09.1813) eroberte Ackermann eine feindliche Haubitze. Später wurde er für diese Waffentat mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet und zum offiziersdiensttuenden Oberjäger befördert. Am 26. August 1813 wurde er zum Leutnant befördert. Er führte die Körnersche Kompanie nach dessen Tode weiter. Zusammen mit Förster, Thümmler, und Nositz hob er das Grab für seinen Freund Körner unter den 2 Linden in Wöbbelin aus. Er kämpfte bis zum Pariser Frieden in den Reihen des Freikorps. Seine Erlebnisse als Lützower Jäger hat er im Jahre 1847 in "Erinnerungen eines Lützower Jägers aus der Lüneburger Heide" veröffentlicht.
Nach dem Waffenstillstand von 1814 besucht er seinen Onkel Rudolf Ackermann in London. Durch seinen Onkel wurde er mit der Korrespondenz zweier Hilfsgesellschaften beauftragt, die durch den Krieg verunglückten Deutschen halfen. Es konnten durch die Sammlungen mehr als 3 Millionen Gulden zur Unterstützung der Notleidenden in Deutschland gesammelt werden. So unternahm er für die englischen Hilfsgesellschaften im Winter 1814/15 eine Reise nach Deutschland und in erster Linie in das durch den Krieg am meisten gelittene Sachsenland. In Dresden wurde er von der Familie seines gefallenen Waffengefährten Theodor Körners herzlich aufgenommen. Es folgten später noch Besuche bei Christian Körner, dem Vater des Dichters, in Berlin.
Im selben Jahre kehrte Ackermann zusammen mit 5 Zöglingen aus England zurück und lebte wieder für 2 Jahre in der pestalozzischen Anstalt nach Yverdon zurück. Im Jahre 1817 unternahm er mit seinen Zöglingen Reisen und besuchte befreundete Erziehungsanstalten.
Vom 04.07.1820 bis zu seinem Tode am 27.03.1848 wirkte Wilhelm Heinrich Ackerman als Lehrer an der Musterschule in Frankfurt a.M., wo auch Pädagogen wie Fröbel, Diesterweg, Bagge oder Kühner tätig waren. In seinem Nachruf schrieb der Direktor der Frankfurter Musterschule Bruckner von dem großen Verluste, dem Lehrer und Schüler durch den Tode Ackermanns erlitten hatten.
An Veröffentlichungen hinterlässt Ackermann "Erinnerungen an Pestalozzi" und "Erinnerungen eines Lützower Jägers aus der Lüneburger Heide".
Seine Vaterstadt Auerbach widmete ihm ein Denkmal im Rahmen des Kriegerdenkmals von 1870/71 mit einem Relief von der Totenfeier Körners.
