Johann August Apel
* 17.09.1771 in Leipzig
† 09.08.1816 in Leipzig
Johann Wilhelm Apel wurde am 17.09.1771 als jüngster Sohn des Leipziger Bürgermeisters Heinrich Friedrich Innocentius Apel geboren. Er besuchte die Thomasschule, wo er sein Abitur ablegte. Er nahm ab 1789 in seiner Vaterstadt Leipzig das Studium der Rechte auf, wechselte 1793 an die Universität von Wittenberg. 1795 promovierte Apel dort und etablierte sich als Rechtsanwalt in Leipzig. Im Jahre 1801 erfolgte seine Wahl in den Rat der Stadt Leipzig.
Als Schriftsteller verfasste Apel zunächst klassizistische Dramen (»Polyidos“, »Die Aitolier“ und »Kalirhoe“) und wendete sich immer mehr den Schauer- und Gespenstergeschichten zu. Bekannt wurde er durch zahlreiche Novellen, die er in »Das Gespensterbuch“ veröffentlichte. Er veröffentlichte das vierbändige Werk zusammen mit Friedrich August Schulze, der unter dem Namen Friedrich Laum bekannter ist, zwischen 1810 und 1812.
Apel veröffentlichte mehrere Abhandlungen über die Antike Metrik in der »Leipziger Allgemeinen Musikzeitung, wobei sein Aufsatz »Über Rhythmus und Metrum“ bereits die grundlegenden Thesen seines späteren Werkes beinhaltete. So versuchte er die moderne Versmetrik in den antiken Texten nachzuweisen. In seiner Schrift Metrik (1814-1816) versuchte er seine Thesen wissenschaftlich zu belegen und einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Johann Wilhelm Apel ging von der These aus, das die musikalische Interpretation der griechischen Gedichte sich eng an den zu Grunde liegenden Rhythmus anpassten. In diesem Falle müssten sich die musikalischen Rythmen in den Worttexten wieder finden lassen, sodass Apel annahm, dass überall dieselben Taktarten wie in der klassischen Musik herrschten. Der kyklische Dactylus sein Ansatz für irrationale Silben und vieles andere ist auch heute noch in der Wissenschaft anerkannt. Erst diese Forschungen Apels haben die Theorie, wonach die Überlieferungen und klassischen Schöpfungen in der Musik von hohem Wert seien, erkennen lassen. Auch wenn Apel in der Gleichsetzung klassischer und moderner Rythmen manchmal zu weit ging, wie z.B. bei der Messung des Bacchius, des Päon, des Dochminius etc. legte er doch den Grundstein einer modernen Philologie. Seine Thesen zur Metrik fanden bei zeitgenössischen Philologen keine Zustimmung. An deren Spitze stand sein ehemaliger Lehrer, Johann Gottfried Jakob hermann, der mit allerei spekulativen Annahmen die Metrik-Theorie Apels nicht entkräften konnte.
Doch noch bevor der 2. Band der »Metrik“ erschien verstarb Johann Wilhelm Apel am 09.08.1816 in Leipzig. Er war der Vater des Schriftstellers Guido Theodor Apel (1811-1867), der zwischen 1861 und 1864 auf eigene Kosten die 44 Apelsteine zum Gedenken an die Völkerschlacht von Leipzig aufstellen ließ.
- Polyidos (1805)
- Die Aitolier (1806)
- Kallirhoe (1806)
- Kunz von Kaufungen (1809)
- Das Gespensterbuch (1810-1812)
- Cicaden ‚(1810-1811)
- Metrik (1814-1816)
- Wunderbuch (1815-1817)
- Zeitlosen, Erzählungen und Gedichte (1817)
