EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Hans Ludwig David Heinrich Yorck von Wartenburg

* 15.03.1798 in Johannisburg
† 07.07.1815 in Versailles

Hans Ludwig David Heinrich Yorck von Wartenburg war der älteste Sohn des Generalfeldmarschalls Hans David Ludwig Yorck von Wartenburg (1759-1830) und seiner Gattin Johanna von Yorck (1768-1827). Er wurde am 15.03.1798 in Mittenwalde geboren.

Er trat im Jahre 1815 in das Regiment von Sohr ein und nahm am Feldzug von 1815 teil.

Bei den Gefechten um Versailles am 01.07.1815 wurde der junge Yorck von Wartenburg schwer verwundet und geriet in französische Gefangenschaft. Man brachte den Verletzten in die Festung. Doch bereits am folgenden Tag wurde er bei der Einnahme von Versailles durch preußische Truppen befreit. Er erlitt vier schwere Wunden, deren Schwere eine Genesung nicht mehr ermöglichten. Die Generäle Blücher und Bülow von Dennewitz sowie die Majore Rehyer und Valentini besuchten den Sterbenden an seinem Krankenlager. In der Nacht vom 6. auf den 07.07.1815 erlag der junge Yorck seinen schweren Verletzungen.

Seine Eltern erfuhren erstmals am 14.07. von der schweren Verwundung ihres Sohnes und acht Tage später kamen weitere Nachrichten aus Versailles, die über den Gesundheitszustand des Sohnes berichteten. Daraufhin schrieben die Eltern Briefe an den Sohn. Das Schreiben des Vaters lautete:

Wenn die gütige Gottheit das inbrünstige Gebet Deiner bekümmerten Aeltern erhört, so treffen Dich diese Zeilen noch am Leben. Seit dem 14. Juli bin ich von Deiner am 2. Erhaltenen gefährlichen Verwundung unterrichtet. Seit dieser Zeit bin ich ohne alle Nachricht. Hat Dich Gott erhalten, so bitte ich Dich, lieber Heinrich, laß uns durch Deinen Arzt oder durch sonst Jemanden schreiben – nur zwei Zeilen an jedem Posttag, daß Du lebst, wäre das Höchste, was wir jetzt wünschen. Alles, was Du brauchst, fordere von Major Graf Nositz, Adjutanten des Fürsten Blücher; spare nichts, was zu Deiner Erhaltung und baldigen Genesung führen kann. Dein braves Benehmen, mein würdiger Sohn, wird das Glück meines Alters machen. Du hast gezeigt, daß Du der würdige Nachkomme Deiner tapferern Vorfahren bist. Gott erhalte Dich. Schreibe ja recht bald. Schicke Deinen Brief an Graf Nositz. Deine bekümmerte Mutter bedarf Trost. Mit den zärtlichsten Gefühlen drückt Dich an das blutende Herz

Dein Dich liebender Vater.

Diese Zeilen des alternden Generals und Siegers von Wartenburg erreichten den Sohn erst nach seinem Tode. Zwischenzeitlich hatte Major Rehyer ihm die Mitteilung über den Tod des Sohnes zukommen lassen. An ihn schrieb Yorck von Wartenburg folgende Zeilen, die die Trauer des Vaters zum Ausdruck brachten:

Ihr Schreiben vom 7., das den Tod meines Heinrich aussprach, ist wahrscheinlich auch der Tod meines armen Weibes. […]

Durch den Tod meines hoffnungsvollen Sohnes ist alles Glück, alle Ruhe, alle Hoffnung von mir gewichen. Der Tod meines guten Weibes wird auch mir den letzten Stoß geben. Seit einem Jahre widerstand ich den Mißhandlungen, die man mir zufügte. Im Gefühl meiner eigenen Würde, im Bewußtsein der Erfüllung aller meiner Pflichten, sah ich mit Verachtung auf meine Feinde. Das mich aber die Gottheit selbst so beugen würde, daß sie mich so unwiderruflich unglücklich machen würde, daß ahnte ich nicht und ich gestehe, meine Kräfte unterliegen, ich höre fast auf, Mann zu sein. O lieber Reyher, wir sind sehr, sehr unglücklich.

Seine letzte Ruhestätte fand Heinrich Yorck von Wartenburg auf Wunsch der Eltern auf dem elterlichen Gut Klein-Oels. Der preußische König verlieh den gestorbenen Helden ein Eisernes Kreuz, dass auf das Grab gesetzt werden sollte.

Letzte Änderung der Seite: 06. 08. 2017 - 12:08