EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Karl Friedrich Walch

* 22.09.1734 in Jena
† 20.07.1799 in Jena

Geboren wurde der spätere Jurist Karl Friedrich Walch am 22.09.1734 in Jena. Sein Vater war Johann Georg Walch (1693-1775). Die Mutter Charlotte Katharina war die Tochter des Hallenser Historikers Johann Franz Buddeus (1667-1729). Er war der jüngere Bruder des Naturforschers Christian Wilhelm Franz Walch (1725-1778)

Zunächst besuchte Walch die Universität Jena und studierte seit 1748 Rechtswissenschaften. Fünf Jahre später promovierte er zum Doktor der Rechte und erhielt im Jahre 1755 einen Ruf als außerordentlicher Professor der Rechte an die Göttinger Universität. Obwohl die entsprechende Berufungsurkunde bereits ausgefertigt war, folgte er diesem Ruf jedoch nicht. Vielmehr trat er im folgenden Jahr in Jena eine Stelle als außerordentlicher Professor an und erhielt auch im Jahre 1759 eine ordentliche Professur.

In seinen Anfangsjahren behandelte Walch zunächst die antike römische Rechtsgeschichte, ehe er sich später auch dem deutschen Recht zuwandte. Insbesondere fand seine Schrift »Vermischte Beiträge zu dem teutschen Recht« fand große Aufmerksamkeit. Hierzu trug er zahlreiche bisher unveröffentlichte Statuten, Land- und Stadtrechte, die insbesondere aus Mittel- und Süddeutschland stammten, zusammen. Er bemühte sich insbesondere die Ordnungen kleiner Ortschaften und Territorien, die germanischen Traditionen zu entdecken. Er wählte diese Kleinterritorien aus, weil hier oft das Recht am wenigsten durch moderne Anpassungen verwässert wurde und in seinem Ursprunge erhalten blieb.

Walch war ebenfalls Mitglied des universitäten Schöppenstuhls und des Hofgerichts. Im Jahre 1774 wurde er zum Seniorate im Schöppenstuhle berufen

Im Jahre 1783 trat Walch als Geheimeer Justizrat in sächsisch-gothasche Dienste.

Sein Sohn Georg Ludwig Walch (1785-1838) widmete sich den altertümlichen Sprachen und machte sich als Übersetzer der Schriften Tacitus’ einen Namen.

Der Jurist Karl Friedrich Walch starb am 20.07.1799 in seiner Geburtsstadt Jena.

Werke:

  • Systematische Abhandlung über das Näherrecht, Jena 1766
  • Vermischte Beiträge zu dem teutschen Rechte, Jena 1771-1793
  • Hermeneutica juris, Leipzig 1779
  • Geschichte der in Teutschland geltenden Rechte, Jena 1780
  • Opuscula quibus plura juris romani ac germanici capita explicantur, Halle 1785-1793
  • Carolina, Jena 1790

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