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Honoré-Charles Reille

* 01.09.1775 in Antibes
† 01.03.1860 in Paris

Honoré Charles Reille (1780-1860) trat als Freiwilliger 1791 in die französische Revolutionsarmee ein und kämpfte als Divisionsgeneral bei Waterloo. Bürgerkönig Louis-Philippe ernannte ihn zum Marschall von Frankreich 1847.
Honoré Charles Michel Joseph Count Reille (1780-1860) war französischer Marschall

Honoré-Charles-Michel-Joseph Reille trat freiwillig am 16.09.1791 als Grenadier in das 2. Bataillon in Var ein. Im Folgejahr wurde der Grenadier bereits zum Sous-Lieutenant am 15.09.1792 befördert. Das nächste Jahr kämpfte der junge Offizier in der Nordarmee unter Befehl des Generals Domouriez. Er war an den Gefechten von Liége und Neerwinden im März 1793 und wurde im Oktober des gleichen Jahres Adjutant des Generals  André Massèna. Am 27.11.1793 erfolgte seine nächste Beförderung zum Lieutenant. Im Dezember nahm er an den Kämpfen gegen die Engländer bei Toulon teil.

Die nächsten 5 Jahre verbrachte der junge Offizier bei der Italienarmee. Als General Napoleon Bonaparte im Jahre 1796 den Oberbefehl über die Italienarmee übernahm, kämpfte Reille in Montemotte, Dego und Lodi. Nach der Schlacht von Lodi wurde er zum Hauptmann befördert 

Im Januar 1799 wurde er zum Chef der Brigade ernannt und kurz darauf erfolgte seine Ernennung zum Generalstabschef General Massènas in der Schweizer Armee. Er überwachte den Rheinübergang und in der Schlacht von Zürich zeichnete er sich persönlich aus. Später erhielt er den Auftrag die Positionen der Alpenarmee zu überwachen. Im April 1800 sandte Konsul Napoleon ihm mit Dispositionen zu General Masséna nach Genua, wo er an der Verteidigung der Stadt teilnahm.

Im Jahre 1800 wurde Reille Kommandant von Florenz und Unterchef des Generalstabs in der Italienarmee. Für eine kurze Zeit war Reille Stabschef im Beoabachtungskorps des Generals Gouvion St. Cyr in Neapel. Nachdem er im August 1803 zum Brigadegeneral befördert wurde, übernahm er im Vorfeld des Feldzuges von 1805 die Beurteilung und Auswertung der österreichischen Vorbereitungen. Er organisierte auch die aus Haiti zurückgekehrten Truppen neu. Im November 1805 unterstützte er Admiral Villeneuve im Gefecht am Cape Finistrére befehligte er im Feldzug von 1805 das württenbergische Kontingent. Er erhielt im September den Befehl über Linz. Er übernahm, nach dem Tode Valhuberts in der Schlacht von Austerlitz, das Kommando über die 2. Brigade in Suchets Division. 

Im Krieg gegen Preußen in den Jahren 1806/07 zeichnete  er sich erneut aus. An der Spitze einer Brigade des 5. Korps unter General Suchet nahm er an den Gefechten von Saalfeld (10.10.1806), Jena (14.10.1806) und Pultusk (27.12.1806) teil. Für seine Teilnahme am letzteren Gefecht wurde er wenige Tage später, den 30.12.1806, zum Divisionsgeneral befördert. Im Gefecht von Friedland im Juni 1807 wurde Reille Adjutant Kaiser Napoleons. Der Kaiser sandte ihn nach Stralsund und später in die Toskana.

Im April 1808 wurde er nach Madrid abgesandt. Im Juni desselben Jahres übernahm er das Kommando über ein Korps Roussillons. Mit diesem Korps erhielt er die Aufgabe das belagerte Barcelona zu entlasten. Er nahm an der Belagerung von Gerona (Juli/August) und Roses (November) teil. Im Dezember hatte er die Stadt eingenommen. Ihm wurde der Befehl über die I. Division im VIII. Armeekorps des Generals Gouvion St. Cyr zu übernehmen.

Im Jahre 1809, als Napoleon erneut mit Österreich im Kriege steht, wurde Reille als Aide-de-Camp in den Schlachten von Aspern und Eßling eingesetzt. Später im Jahr reiste er mit einem sensiblen Spezialauftrag nach Antwerpen. Da der Kaiser Marschall Jean-Baptist Bernadotte nicht traute, erhielt Reille den Auftrag, diesen zu beobachten und dessen Verhalten an  Napoleon zu melden.

Im Jahre 1810 wurde Divisionsgeneral Reille nach Spanien zurückgeschickt. Er wurde Gouverneur von Navarra und übernahm den Befehl über die 1. Division des Reservekorps. Im Juni 1811 führte er dieses Korps in der Schlacht von Mina. In den folgenden Monaten war er Suchet unterstellt und kämpfte be Aragón und später als Korps-Kommandeur am Ebro und als Gouverneur von Aragón. Später übernahm er den Oberbefehl über die Armee von Portugal. Im Juni 1813 zog sich Reille nach Burgos zurück, Im der Schlacht von Vittoria übertrug Marschall Soult ihm das Kommando über den rechten Flügel. Er kämpfte bei Cubiry, Irun, Port de Berra, Bidassoa, La Nivelle und St. Pierre d'Irube. 

Im Jahre 1815 - nach dem Sturz Napoleons wurde er Inspekteur der Infanterie in der 14. und 15. Division und kommandierte bei Quatre-Bras und Belle-Alliance das 2. Armeekorps.

Am 15.06.1804, kurz nach der Errichtung der französischen Kaiserreichs wurde er von Napoleon I. zum Kommandeur der Ehrenlegion ernannt. Nach dem Sturz des Kaisers verlieh König Ludwig XVIII. im am 29.07.1814 das Großkreuz und im folgenden Jahr, dem 14.02.1815, zum Ritter des Saint Louis Ordens ernannt. Im wurde auch zum Ritter des sächsischen St. Heinrichs Ordens und Ritter des Ordens der Eisernen Krone. Sein Name wurde auch auf der Westseite des Arc de Triumph verewigt.

Durch Ludwig XVIII. wurde er 1819 in die Pairs-Würde erhoben. Im Jahre 1847 erfolgte seine Ernennung zum Marschall von Frankreich. Zum Schluß seiner glänzenden Karriere wurde er im zweiten Kaiserreich 1852 zum Senator ernannt.

Reille starb im Alter von 85 Jahren am 01.03.1860 in Paris.

Sein Sohn Andre-Charles-Victor Reille (1815-1887) war von 1860-1870 Generaladjutant Kaiser Napoleon III. (1808-1873). Er überbrachte nach der französischen Niederlage bei Sedan am 01.09.1870 den Brief mit der Kapitulation Kaiser Napoleons an den preußischen König Wilhelm I.