EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Maria Leopoldine Pachler-Koschak

* 02.02.1794 in Graz
† 10.04.1855 in Graz

Maria Leopoldine Pachler-Koschak (1794-1855) war eine Komponistin und Klaviervirtuosin. Ihr Hus in Graz entwickelte sich zu einem kulturellen Zentrum in der Krain. Der Komponist Franz Schubert widmete seiner Grazer Gönnerin meherere Lieder.
Maria Leopoldine Pachler-Koschak (1794-1855)

Maria Pachler-Koschak wurde am 02.02.1794 im Hause Franziskanerplatz 333 in Graz geboren. Hof- und Gerichtsadvokat Aldobrand Koschak und Therese Ruard waren ihre Eltern. Schon früh förderte der musikbegeisterte Vater die musikalische Entwicklung seiner Tochter. So wurde Marie - wie sie auch genannt wurde - Koschak in Klavier und Gesang unterrichtet. Aldobrand Koschak versammelte in seinem Hause regelmäßig einen Kreis einflussreicher Persönlichkeiten sowie Musiker und auch Künstler seiner Zeit. Seine Tochter galt als Wunderkind, sie trat auf Hauskonzerten auf und komponierte bereits im Alter von 9 Jahren Märsche. Die Märsche wurden auch von den Grazer Regimentskapellen gespielt. Sie schrieb aber auch Tanzstücke für die Bälle im Hause Koschak.

Der Historiker Schneller (1777-1833) führte die junge Frau in die Meisterwerke der Literatur ein und machte sie zugleich mit den Werken des Wiener Komponisten Beethoven (1770-1827) vertraut.

In Folge des österreichischen Staatsbankrotts von 1811, in dessen Folge das Geld auf ein Fünftel seines Wertes abgewertet wurde, verlor die Familie ihr gesamtes Vermögen. Prozesse, die Marie Koschak und ihre Mutter in Laibach zur Rückgewinnung eines Teils des Familienvermögens führten, brachten nicht den gewünschten Erfolg. In dieser Zeit muss Marie vermutlich auch in Laibacher Privatzirkeln aufgetreten sein. Als Indiz dafür gilt die Verleihung er Ehrenmitgliedschaft in der Laibacher philharmonischen Gesellschaft vom 15.10.1817.

In dieser Zeit erkrankte auch der Vater und Marie Koschak fasste den Entschluss, ihren Lebensunterhalt als Berufsmusikerin zu verdienen. Heiratsangebote lehnte sie aus diesem Grunde ab. Der Triester Kaufmann Preshem bot sich an, die Ausbildung und die Reisen der angehenden Musikerin zu finanzieren. Dieses Angebot lehnte sie doch auf Bitten der Mutter ab, die mit dem kranken Vater nicht alleine bleiben wollte. Von diesem Augenblick an, trat sie nicht mehr öffentlich auf und heiratete am 12.05.1816 den wohlhabenden Bierbrauer und Juristen Karl Pachler (1789-1850). Die genauen Gründe, die zur Hochzeit führten sind nicht geklärt, vermutet werden jedoch finanzielle Gründe.

Im Jahr nach ihrer Hochzeit reiste Marie Pachler-Koschak nach Wien und traf dort Ludwig van Beethoven, den sie sehr verehrte. Sie lud ihn zweimal nach Graz ein, jedoch folgte er dieser Einladung nicht. Ein Brief Beethovens, wonach er Pachler-Koschak als besonders würdige Interpretin seiner Werke bezeichnet, wird in der Fachwelt allgemein als Fälschung interpretiert.

Das Haus der Pachlers in der Herrengasse in Graz wurde ein kulturelles Zentrum der Stadt. Marie Pachler-Koschak musizierte weiterhin im privaten Zirkel und improvisierte musikalische Portraits der anwesenden Personen. Franz Schubert verbrachte auf Einladung der Pachlers einige Wochen in Graz (1827). Nach seiner Rückkehr komponierte er für Marie Pachler-Koschak und ihren Sohn Faust einen vierhändigen »Kindermarsch« für Klavier. »Heimliches Lieben« nach einem Text von Klencke sowie »Eine altschottische Ballade« und die nach Gedichten von Leitner entstandenen Stücke »Das Weinen«, »Gesang an Sylvia« sowie »Vor meiner Wiege« waren ebenfalls der Grazer Gönnerin gewidmet.

Mit Hüttenbrenner und Jenger standen weitere zeitgenössisch bedeutende Musiker im Gästebuch des Hauses. Weitere Gäste im Hause von Maria Pachler-Koschak waren die Hofschauspieler Heinrich Anschütz, Sophie Müller (1805-1830), Löwe (1787-1832) und Karl (1805-1878) und Julie Rettich (1809-1866). Auch Maler wie Abel und Teltscher (1801.-1837) oder Poeten wie Holtei und Leitner (1800-1890) waren weitere willkommene Gäste in diesem Grazer Salon.

Sie komponierte zahlreiche Klavierstücke, die jedoch nicht veröffentlicht wurden. Sie starb am 10.04.1855 in Graz.

Im Jahre 1835 nahm das Ehepaar Pachler Friedrich Kaltenegger von Riedhorst, den Sohn einer Freundin, als Ziehsohn in ihre Familie auf. Er wuchs zusammen mit dem Sohn Faust (1819-1891) auf. Kaltenegger von Riedhorst sollte später Landeshauptmann der Krain werden während ihr Sohn Schriftsteller wurde..

Letzte Änderung der Seite: 30. 09. 2017 - 12:09