EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Heinrich Olivier

* 02.07.1783 in Dessau
† 03.03.1848 in Berlin

Heinrich Olivier wurde als Sohn des Professors an der Dessauer Philanthrophinum Ludwig Heinrich Ferdinand Olivier und seiner Frau, der Opernsängerin Louise Neidhart im Jahre 1783 geboren. Die Maler Johann Heinrich Ferdinand Olivier und Friedrich von Olivier waren seine Brüder.

Zusammen mit seinen Brüdern bekam er in den Jahren 1801/02 von  Karl Wilhelm Kolbe und Johann Christian Haldenwang künstlerischen Unterricht. Im gleichen Jahr begann er sein Studium der Philologie an der Universität Leipzig. Vermutlich besuchte er auch die Leipziger Akademie der Künste um dort seine Mal- und Zeichenfähigkeiten zu verbessern. Dies kann man annehmen, da sich im Jahre 1803 unter den Schülerarbeiten auch ein Werk mit der Signatur "Olivie" gezeigt wurde.

Im Jahre 1804 folgte er  Ferdinand Olivier zunächst nach Dresden. Dort fertigten die Brüder meistens Kopien von Landschaftsbildern, die Claude Lorrain und Jacob Izaaksoon van Ruisdael gefertigt hatten, an. Drei Jahre später folgte er diesem nach Paris, wo er die nächsten Jahre lebte. In Paris kopierte er zahlreiche Werke Raffaels. Nach der Rückkehr aus Paris zog es die Brüder zunächst zu einer Reise durch den Harz und schließlich nach Wien. Zwischen 1810 und 1813 lebte und arbeitete Heinrich Olivier in seiner Vaterstadt Dessau.

Nachdem in allen Teilen Deutschlands junge Männer zum Kampf gegen Napoléon aufgerufen wurden, schloss sich der Künstler der Deutschen Legion an und beendete den Befreiungskrieg als Offizier. Sein jüngerer Bruder Friedrich kämpfte ebenfalls in den Reihen des Freikorps von Lützow gegen die Franzosen während der verheiratete Ferdinand Olivier in Wien blieb.

Nach dem Krieg zog es Heinrich zu seinem Bruder Ferdinand, der in der österreichischen Hauptstadt Wien im Jahre 1812 eine Familie gegründet hatte Dort verdiente er sich als Illustrator einiger romantischer Zeitschriften seinen Lebensunterhalt. Nicht belegen lässt sich das zeitgenössische Gerücht, dass Olivier ein Verhältnis mit Dorothea Schlegel gehabt habe.

Nach seiner Rückkehr nach Dessau versuchte Heinrich Olivier weiterhin von seinem künstlerischen Schaffen zu leben. Doch dies gelang ihm nicht mehr wirklich. Seine Berufung zum Wirtschaftsrat bot ihm in dieser Situation einen Lichtblick. Doch dieses Amt verlor er bereits nach kurzer Zeit wieder. Um seinen Lebensunterhalt zu sichern verließ er Ende der 1830er Jahre nun endgültig seine Vaterstadt Dessau in Richtung Berlin. In der preußischen Hauptstadt konnte er als Zeichen- und Sprachlehrer ein bescheidenes Auskommen finden.

Der Zeichner und Illustrator Heinrich Olivier starb am 03.03.1848 im Alter von 65 Jahren in Berlin.

Sein Werk ist eine Gradwanderung zwischen Sturm und Drang auf der einen und der Romantik auf der anderen Seite. Eindeutiger ist die thematische Einordnung in die Romantik und vom Stil her malte er eindeutig klassisch.

Letzte Änderung der Seite: 25. 09. 2017 - 00:09