EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Johann Friedrich Naumann

* 14.02.1780 in Ziebigk bei Köthen
† 15.08.1857 in Köthen

Johann Friedrich Naumann (1780-1857) war ein deutscher Ornithologe und Mitbegründer der »Deutschen Ornithologischen Gesellschaft« in Leipzig 1850. Ein Großteil seiner über 1.200 Präparate findet sich im Naumann-Museum Köthen wieder.
Johann Friedrich Naumann (1780-1857)

Johann Friedrich Naumann wurde am 14.02.1780 im Dorf Ziebigk bei Prossigk geboren. Das kleine Dorf lag etwa 10 km von der Residenzstadt Köthen entfernt. Sein Vater war der Landwirt Johann Andreas Naumann. Der Omithologe Carl Andreas Naumann war sein Bruder.

Schon in früher Jugend beschäftigte sich Naumann mit der Beobachtung heimischer Vögel, diese Leidenschaft hatte er vom Vater geerbt, der auch die Naumannsche Vogelsammlung begründete.

Bereits im Alter von neun Jahren zeichnete er Vögel in einer hervorragenden Qualität. Im folgenden Jahr verließ er die Schule zu Ziebigk und wechselte nach Dessau an die dortige Schule. Doch schon bald, spätestens im Jahre 1794, musste er die Schule verlassen um seinem Vater bei der Arbeit auf dem Felde zu unterstützen. Nun verstärkte sich sein Interesse für die Beobachtung von Vögeln.

Er entwickelte eine Methode wodurch es ihm gelang Vögel auszustopfen und somit zu konservieren. In seiner ersten Publikation »Taxidemie«beschrieb er das gleichnamige Verfahren zur Ausstopfung von Vögeln. Dieses Werk erschien erstmals im Jahre 1815 und erschien in zahlreichen Neuauflagen.

Zwischen 1820 und 1844 erschien »Naturgeschichte der Vögel Deutschlands« in 13 Bänden. Als Autor beider Publikationen war jedoch der Vater Johann Andreas Naumann angegeben. Dies kann man wohl als Zeichen des Respekts gegenüber dem Vater ansehen. Auch der jüngere Bruder Carl Andreas Naumann, der Leibjäger des Herzogs August Christian Friedrich von Anhalt-Köthen, unterstützte den forschenden Bruder indem er Vögel fing oder schoss. Doch der alleinige Autor war Johann Friedrich Naumann. Im Jahre 1839 würdigte die Universität Breslau des Verdienst des Vogelkundlers mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde.

Im Jahre 1821 verkaufte Johann Friedrich Naumann seine inzwischen sehr stattliche Sammlung mit 691 Exemplaren in 325 Arten für 2.000 Reichstaler an Herzog Ferdinand Friedrich von Anhalt-Köthen. Im gleichen Zuge wurde Naumann zum Kurator der nun herzoglichen Sammlung berufen. Seit dem Jahre 1835 befindet sich die Sammlung im Obergeschoss des Ferdinandsbaus des Köthener Schlosses. Sie ist auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Auch Heinrich von Anhalt Köthen unterstützte während seiner Regierungszeit die Arbeit des Ornithologen. Die Sammlung umfasste im Jahre 1857 die Zahl von 1.280 Präparaten.

Seit dem Jahre 1915 wurde die ornithologische Sammlung in Köthen in das Naumann-Museum überführt, Nach eigenen Angaben ist das Haus das einzige ornithologiegeschichtliche Museum der Welt. Das Haus umfasst beinahe den gesamten Nachlass von Johann Friedrich Naumann. Die Sammlung enthält neben Präparaten auch Zeichnungen, Kupferstiche Bücher und Manuskripte sowie Jagdgeräte.

Im Jahre 1845 fand eines der Organisationstreffen zur Gründung einer Ornithologischen Gesellschaft in Köthen statt. Als einer der führenden Ornithologen Deutschlands wurde Naumann auch zum Mitbegründer der im Jahre 1850 in Leipzig gegründeten »Deutschen Ornithologischen Gesellschaft«.

Kurz vor seinem Tode beeinträchtigte eine Verschlechterung seines Sehvermögens die Arbeit des Ornithologen Naumann. Am 15.08.1857 starb der Wissenschaftler in Köthen. Er wurde in Prosigk nahe Köthens beigesetzt.

Im Jahre 1880, anlässlich seines 100. Geburtstages, widmete man ihm im Köthener Schlosspark eine Büste, die ihn zusammen mit seinem Vater und Bruder zeigen. Die Arbeit wurde durch den Berliner Bildhauer Heinrich Pohlmann (1839-1917) realisiert. Sie wurde im Jahre 1943 zerstört und im Jahre 1957 durch ein neues Denkmal ersetzt.

Anlässlich seines 200. Geburtstages im Jahre 1980 widmete die DDR-Post ihm eine Sonderbriefmarke, die in einer Auflage von 8.000.000 Stück gedruckt wurde und enen Wert von 20 Pfennig hatte. Ebenfalls wurde eine Medaille zu diesem Anlass gestiftet.

Werke:

  • Taxidermie oder die Lehre, Thiere aller Klassen am einfachsten und zweckmäßigsten für Kabinette auszustopfen und aufzubewahren., Halle 1815
  • Johann Andreas Naumann u. Johann Friedrich Naumann: Naturgeschichte der Vögel Deutschlands. Nach eigenen Erfahrungen entworfen. [13 Bände], Leipzig 1822-1866

Letzte Änderung der Seite: 01. 10. 2017 - 13:10