EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Charles-Tristan Montholon

* 00.00.1782 in Paris
† 24.08.1853 in Paris

Charles Tristan de Montholon (1782-1853) war französischer Offizier und Genraladjutant Kaiser Napoléons während der Herrschaft der Hundert Tage. Mit Louis Napoléon unternahm er im Jahre 1840 einen Staatsstreich und wurde inhaftiert.
Charles-Tristan de Montholon (1782-1853)

Charles-Tristan, Marquis de Montholon wurde im Jahre 1782 geboren und entstammte einer alten französischen Juristenfamilie.

Bereits im Alter von gerade einmal zehn Jahren nahm er als Marineschüler im Jahre 1792 an der Expedition des Admirals Truguet nach Sardinien teil. Im Jahre 1798 trat er, gerade 16 Jahre alt, in ein Kavallerieregiment ein und nahm an den Kämpfen in Italien, Deutschland und Polen in den folgenden Jahren teil. Im Jahre 1807 erfolgte seine Beförderung zum Obersten.

Im Jahre 1809 wurde Montholon zum Kammerherren ernannt und gelangte somnit in die unmittelbare Nähe Kaiser Napoléon I.. Der junge Offizier führte mehrere diplomatische Missionen des Kaisers erfolgreich aus und wurde im Jahre 1811 zum bevollmächtigten Minister und Gesandten am Hofe des Großherzogs Ferdinand nach Würzburg entsandt.

Im Jahre 1814 erfolgte Charles-Tristan de Montholons Ernennung zum Generalmajor und im folgenden Jahr - als Napoléon von Elba zurückgekehrt war - wurde er zum Generaladjutanten des Kaisers.

Nach der Niederlage von Waterloo und der zweiten Abdankung des Kaisers am 22.06.1815 entschloss sich der Marquis de Montholon zusammen mit seiner Frau Albine den Kaiser nach Rochfort zu begleiten. Dort erhoffte sich der abgedankte Napoléon unter den Schutz der englischen Nation begeben zu können. In seiner Begleitung befanden sich noch Emmanuel-Augustin Dieudonné de Las Casas und der General Gourgaud.

Er begab sich, in der Hoffnung in Plymouth an Land gehen zu können, an Bord der »HMS BELLOPHON«, auf der man ihn und seine Begleiter internierte. Man segelte mit den Gefan-genen nach St. Helena, einer einsamen Insel im Südatlantik.

Auf St. Helena diktierte der abgedankte Kaiser Napoléon seinem Adjutanten seine Erinnerungen in die Feder. Der Kaiser strickte in seiner Gefangenschaft an seiner Legende. Nachdem Las Casas die Insel im November 1816 verließ, hielt sich Gaspard Gourgaud noch bis zum Januar 1818 im kaiserlichen Exil auf. Montholon blieb, zusammen mit seiner Gattin, alleine bei dem gefangenen Ex-Kaiser zurück.

Nach dem Tode Napoléons am 05.05.1821 wurde er mit der Testamentsvollstreckung des ehemaligen Kaisers betraut und bewahrte auch einen Teil seiner Manuskripte.

Zusammen mit ehemaligen General Gourgaud brachte er die »Mémoires pour servir à l'histoire de France sous Napoléon, écrits à Ste.-Hélène sous sadictée«, die in den Jahren 1822 bis 1825 in 8 Bänden erschienen. Zur gleichen Zeit erschien auch in Berlin die deutsche Ausgabe.

Im Jahre 1840 nahm Marquis de Montholon an den gescheiterten Unternehmungen Louis Napoléons, des Neffen Kaiser Napoléon I., in Boulogne teil. Im Zuge dieser Unternehmung wurde er verhaftet und zu 20 Jahren Haft verurteilt. Man gewährte dem General als besonderes Privileg die Haft gemeinsam mit seinem Freund Louis Napoléon Bonaparte gemeinsam in Ham zu verbringen. Erst im Zuge der Julirevolution des Jahres 1848 – nach acht Jahren Haft – gelangte er wieder in Freiheit.

Das Departement Niedercharente wählte den Adeligen im Jahre 1849 als Vertreter in die Legislative.

Der Marquis Charles-Tristan de Montholon verstarb am 24.08.1853 in Paris.

 

 

 

Werke:

  • Mémoires pour servir à l'histoire de France sous Napoléon, écrits à Ste.-Hélène sous sadic-tée, Paris 1822-1825

Letzte Änderung der Seite: 02. 10. 2017 - 14:10