EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Leopold von Lützow

* 26.03.1786 in Berlin
† 27.08.1844 in Gotha

Am 26.03.1786 wurde Leopold von Lützow als Sohn des preußischen Majors Johann Adolph von Lützow (1748-1819) und seiner Gattin Wilhelmine von Zastrow (1754-1815) in Berlin geboren. Leo, wie er sich selbst gerne nannte, war der jüngere Bruder des Freikorpsführers Adolph von Lützow (1782-1834).

Im Jahre 1803 trat Leopold Wichard Heinrich von Lützow, wie er mit vollständigen Namen hieß, in die preußische Armee ein. Im Oktober des gleichen Jahres wird er zum Offizier im Regiment Garde Nr. 15 befördert und focht als Adjutant seines Vaters Johann Adolph von Lützow bei Auerstedt.

Im Jahre 1809 war er ebenfalls Adjutant seines Vaters, der die Stellung eines Generalkommissars für Kurland inne hatte, und verfügte über Beziehungen zum Freiherrn von Stein, Gneisenau, Scharnhorst und den westfälischen Patrioten unter Wilhelm von Dörnberg.

Als erneut die Kriegstrommeln über Europa erklungen, trat Leo von Lützow zusammen mit seinem Bruder Adolph von Lützow in das Freikorps von Ferdinand von Schill (1776-1809) ein. Am 30.04.1809 brach Major von Schill mit seinem Freikorps auf. Leopold brachte nach der Schlacht von Dodendorf seinen schwer verletzten Bruder Adolph in Sicherheit. Nachdem es im weiteren Verlauf zu Differenzen mit Schill hinsichtlich strategischer Fragen gekommen war, verließ er die Schillschen Jäger in Stralsund. Während Schill und seine Truppen in Stralsund vernichtet wurden, setzte Lützow den Kampf gegen Napoléon zunächst in österreichischen Diensten fort.

Er wurde im Infanterie Regiment Nr. 42 als Unterleutnant eingestellt und seine Zuteilung zum Stabe Kienmayer erfolgte bald. Nach der Niederlage Österreichs schlug sich Leopold von Lützow zusammen mit Karl von Grolman und Fabian von Dohna nach Spanien durch, wo er weiterhin den Kampf gegen Napoléon aufnahm. Mehr als 2 Jahre kämpfte er auf der iberischen Halbinsel. Als Führer einer Kompanie der Fremdenlegion nahm er an den Kämpfen von Cadiz teil. Weitere Stationen waren die Kämpfe von Albuera, Murviedro, Niebla, Quarte.

Als am 13.01.1812 die spanische Stadt Valencia kapitulierte geriet er zunächst in französische Gefangenschaft, aus der er jedoch am 18.03.1812 fliehen konnte. Er floh über die Schweiz und quer durch Deutschland - mitten durch die Linien der Grandé Armée - nach Russland, wo er im Juli 1812 in Drissa eintraf. Er trat als Oberstleutnant in russische Dienste, wo er die Feldzüge von 1812, 1813 und 1814 mitmachte. Zunächst wurde er in der Suite Zar Alexanders I. eingesetzt und dann unter General Dorochow. Er nahm an allen Kämpfen bis zum Pariser Frieden teil.

Leopold von Lützow fiel in den ersten Gefechten des Befreiungskrieges in Sachsen und Schlesien des Jahres 1813 durch persönlichen Mut und Tapferkeit auf. So entschloss sich der russische Oberbefehlshaber Graf Wittgenstein den preußischen König Friedrich Wilhelm III. den ehemaligen preußischen Offizier sowie weitere 160 russische Offiziere in einem Bericht vom 30.09.1813 für eine preußische Auszeichnung zu empfehlen. Am 08.12.1813 erhielt der russische Oberbefehlshaber die Mitteilung, das Leopold von Lützow den Orden Pour le Merite erhalten solle.

Im Jahre 1815 trat der erfahrene Offizier in preußische Dienste und nahm im Jahre 1815 im Generalstab Blüchers an den Schlachten von Ligny und Belle Alliance teil.

Für seine Teilnahme an der Völkerschlacht bei Leipzig wurde er mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Eine besondere Auszeichnung für den Offizier war die Überbringung der Siegesnachricht von Waterloo an König Friedrich Wilhelm III. in Berlin.

Seit 1817 gehörte Freiherr von Lützow der »Gesetzlosen Gesellschaft« an, einer 1809 gegründeten Gesellschaft ohne Statuten. Weitere Mitglieder waren Wilhelm von Humboldt, Carl von La Roche, Friedrich Carl von Savigny und August Neidhardt von Gneisenau.

Im Range eines Generalmajors (seit 1829) wurde der Offizier zum Leiter der Allgemeinen Kriegsschule berufen. Im Jahre 1838 erhielt er das Kommando über die 9. Preußische Brigade und zwei Jahre später erfolgte seine Beförderung zum Kommandeur der 9. Division und Kommandant der Festung Golgau. Seine nächste Beförderung zum Generalleutnant erfolgte im Jahre 1839. Im Jahre 1843 wurde Freiherr von Lützow Gouverneur von Berlin und Chef der Landgendarmerie.

Leopold von Lützow war seit dem 09.04.1815 mit Bertha von La Roche (1793-1830) verheiratet mit der er sieben Kinder hatte von denen drei bereits im Kindesalter verstarben. Am 06.02.1835 heiratete der General in zweiter Ehe Therese von Rchthofen mit der er noch einen gemeinsamen Sohn hatte.

Der Berliner Gouverneur Leopold von Lützow verstarb am 27.08.1844 in Gotha.

Nach seinem Tode erschien noch eine von ihm verfasste Monographie über die Schlacht von Hohenlinden.

Werke:

  • Beiträge zur Kriegsgeschichte der Feldzüge 1813 und 1814, 1815
  • Die Schlacht von Hohenfriedberg, 1845

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