Homepage > Persönlichkeiten > h > Andreas Hofer

Andreas Hofer

* 22.11.1767 St. Leonard/Tirol
† 20.02.1810 in Mantua

Andreas Hofer (1767-1810) war Tiroler Landeshauptmann und Anführer des Tiroler Widerstandes im Jahre 1809.

Schon in der 4. Generation bewirtschaftete die Familie Andreas Hofers den Sandhof - einen kleinen Gasthof in St. Leonard. Bereits in den Kämpfen zwischen 1796 und 1799 führte Andreas Hofer als Hauptmann eine der Passeier Schützenkompanien bei der Schlacht um Bozen am 29.03.1796. Aber die entscheidende Stunde im Leben des Andreas Hofer kam im Jahre 1809 wo er Landeshauptmann der Tiroler Schützen den Aufstand gegen Napoleon führte.

Die Lage in Tirol sah Anfang 1809 wie folgt aus: Österreich musste als Folge des Krieges von 1805 Tirol an das mit Napoleon verbündete Bayern abtreten. Die Besatzungsarmee presste das Volk aus, und auch ein in Tirol geltendes Privileg nicht in der Armee zu dienen, ignorierte die Bayern nicht. 

m Januar 1809 reiste der Sandwirt Andreas Hofer mit einigen Gleichgesinnten auf Einladung von Erzherzog Johann nach Wien. Zusammen wollten sie den bevorstehenden Aufstand in Tirol vorbereiten um die österreichische Offensive im Frühjahr zu unterstützen. Im April sammelte er die Passeierer Schützen und zog mit ihnen über Jaufen nach Sterzing. Die Stadt wurde erobert und die bayrische Besatzung gefangengenommen. Die Schützen unter Hofer folgten den Truppen des Generals Bissons durch das Wipptal und fügten ihnen große Verluste bei. Nachdem die Österreicher und General Chastleler in Wörgl vernichtend geschlagen wurden, mobilisierte er den Landsturm. 
In der ersten Schlacht am Bergisel (25.05.1809) konnte der Landsturm sein Ziel nicht erreichen und so griff man am 29.05. nochmals die Insbrucker Garnison an. Dort lag eine Division unter Deroy. Hofer hatte inzwischen noch mehr Männer aus allen Teilen Tirols um sich sammeln können um sie am Bergisel aufmarschieren zu lassen.  

Nach der 3. Bergisel - Schlacht (13.08.1809) rief Hofer sich zum Oberkommandanten von Tirol aus und übernahm im Namen des Kaisers Franz selbst die Regierung des Landes. Hofer nahm seinen Regierungssitz in der Insbrucker Hofburg. Die Herrschaft Hofers hielt bis zur verlustreichen Niederlage der Tiroler in der 4. Bergisel - Schlacht am 01.11.1809. Trotzdem zog sich der Tiroler Widerstand noch bis in den Dezember hinein. Hofer und seine Gefolgsleute flohen. Auf Hofers Kopf wurde eine Prämie von 1500 Gulden ausgesetzt. Er floh mit seinen letzen Getreuen (Kajetan Sweth, seiner Frau und seinem Sohn) auf die hochgelegene Pfandleralm wo er von Mitte November bis zu seiner Festnahme hauste. Nachdem sie durch Raffl verraten wurden, transportierte man Hofer nach Mantua wo er vor ein formelles Kriegsgericht gestellt wurde. Das Urteil hatte Kaiser Napoleon bereits vor der Verhandlung gesprochen und es lautet auf - Tod durch Erschießen. Am Tage nach der Verkündung des Urteils, den 20.02.1810, wurde Andreas Hofer vor ein Erschießungskommando geführt. Nach der Verlesung des Todesurteils wurde die erste Salve durch das Erschießungskommando abgefeuert. Hofer sank auf die Knie, war aber noch nicht tot. Eine zweite Salve traf sein Gesicht und Hofer brach - noch immer nicht gestorben - zusammen. Der kommandierende Offizier Michel Eiffes erlöste Hofer durch einen Schuß in die linke Schläfe.

Überlebende der Kämpfe in Tirol schlossen sich im Jahre 1813 übrigens dem Lützower Freikorps als Tiroler Jäger an. Sie trugen entgegen der normalen Uniformregeln im Freikorps weiterhin ihre Tiroler Tracht.

Hofers Leiche wurde 1823 unter Leitung seines ehemaligen Waffengefährten Georg Hauger (1792-1859) in die Insbrucker Hofkirche überführt. Noch heute wird dem Tiroler Nationalhelden am 20. Februar als Vaterlandsheld gedacht. Auch die Tiroler Nationalhymne erinnert noch an Andreas Hofer "Zu Mantua in Banden" wurde 1831 von Julius Mosen getextet und 1844 von Leopold Knebelsberger vertont.