EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Marcus Theodor DuMont

* 10.01.1784 in Köln
† 24.11.1831 in Köln

Marcus Theodor DuMont (1784-1831) war Jurist und Verleger. Er übernahm im Jahre 1805 die »Kölnische Zeitung« und führte sie fort. Nach dem Jahre 1815 schuf er die Grundlagen für den heute noch existierenden Kölner Medienkonzern DuMont.
Marcus Theodor DuMont (1784-1831)

Marcus Theodor DuMont wurde am 10.01.1784 als jüngster Sohn des Tabakfabrikanten Franz Heinrich Josef und Enkel von Heinrich Josef DuMont.

Er besuchte das dreigekrönte Gymnasium seiner Vaterstadt um später auf die von den Franzosen gegründete Centralschule sich auf ein Studium vorzubereiten. Anfang des 19. Jahrhunderts ging er zunächst an die Universität Münster, wo er Philosophie studierte, um dann nach Würzburg zu wechseln. Schließlich beendete er in Göttingen seine wissenschaftliche Ausbildung. Hier studierte er insbesondere Rechtswissenschaften. Er kehrte in seine Vaterstadt Köln zurück.

Zunächst konnte DuMont in einem Rechtsstreit zwischen der französischen Domänenverwaltung und den Kölner Kanonikern erfolgreich agieren. Die Besatzungsverwaltung hatte diesen Prozess angestrebt um die Häuser der Ordensgemeinschaft. In einer entsprechenden Denkschrift konnte der junge Jurist sowohl Sach- als auch die Rechtsverhältnisse mit Klarheit und Gründlichkeit vorlegen. Im Jahre 1807 entschied Kaiser Napoléon I. von Danzig aus in dieser Angelegenheit zu Gunsten der Kölner Stiftsherren.

Er heiratete Katharina Schauberg. Am 10.06.1805 erwarb er von den Erben Schauberg, Verwandten seiner Frau, sowohl die Druckerei als auch die »Kölnische Zeitung«, die seit dem Jahre 1802 nicht über 250 Exemplare kam für einen Preis von 1.400 Talern. Durch den scharfen Blick für das Zeitgemäße gelang es den jungen Redakteur und Druckereibesitzer Marcus Theodor DuMont schon die Auflage im ersten Jahr zu erhöhen. Als sich im Jahre 1806 die Spannungen zwischen Preußen und Frankreich wurde die Ausrichtung der Zeitung eher frankreichkritischer. Im August produzierte er erstmals mehr als 400 Exemplare.

Doch im gleichen Jahr verbot die Zensur das Erscheinen der Zeitung, wel es zu oft zu Konflikten gekommen war. Napoléon entschädigte den Verleger mit einer jährlichen Summe von 4.000 Francs. Zugleich erhielt er die Genehmigung ein kleines zweimal die Woche erscheinendes Blatt unter dem Titel »Mecure du département de la Roer«. In diesem Blatt veröffentlichte der evangelische Theologe Christian Gottfried Bruchs regelmäßig Artikel in französischer Sprache und befasste sich dabei überwiegend mit philosophischen und historischen Themen. Er vermied ganz bewußt politische Themen.

Im Jahre 1813 erschien am 30.05.1813 das Gedicht »Melancholie getrennter Liebe« aus der Feder des reformierten Pfarrers Friedlieb Wilsing. In diesem Gedicht hielt er der Regierung Kaiser Napoléons den Spiegel vor. So sah er in der pompösen Selbstdarstellung des Empire nichts anderes als eine Fassade vor operettenhaften Gehabe. Er warf dem Kaiser vor, dass er das öffentliche Leben zum Stocken brachte. Zunächst entging den Zensoren die Brisanz des Textes, hielten sie doch den »Mecure« für ein loyales Blatt. Doch sechs Wochen später bat Pfarrer Wilsing um Versetzung in eine Landgemeinde. Da dieses nicht möglich war, nahm er kurze Zeit später eine Anstellung als Lehrer, unter Gehaltseinbußen an. In Zukunft erschienen jedoch keine Texte mit politischen und antinapoleonischen Inhalte mehr.

Mit dem Einzug preußischer Truppen in Köln erhielt Marcus DuMont auch die Erlaubnis für die Herausgabe der »Kölnischen Zeitung«. Die erste Ausgabe erschien am 16.01.1814 und es sollten pro Woche 4 Ausgaben produziert werden. Die Zeitung erschien bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1945.

Im Jahre 1814 gehörte DuMont jedoch zu den Journalisten, die massiv gegen Napoléon Stimmung machten. Er gehörte zum Freundeskreis um Ferdinand Franz Wallraf und die »Olympische Gesellschaft«.

Marcus Theodor DuMont gründete im Jahre 1815 zusammen mit Johann Peter Bachem einen Verlag. Schon im Jahre 1818 wurde der die Bachem-DuMontsche Buchhandlung jedoch wieder aufgelöst. Nun führte er die Firma unter den Namen M. DuMont-Schauberg weiter. Die »Kölnische Zeitung« nutzte er in der Sonntagsbeilage als Werbeblatt für von ihm vertriebene Schriften.

In den folgenden Jahren legte er den Grundstein für die weitere Entwicklung seines Unternehmens. So wurde im Jahre 1818 eine erste betriebliche Krankenkasse gegründet.

Marcus Theodor DuMont starb am 24.11.1831 in Köln. Sein Sohn Joseph (1811-1861) baute den Verlag, der sich noch heute im Familienbesitz befindet, aus.

Letzte Änderung der Seite: 18. 08. 2017 - 00:08