EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Johann Maria Nikolaus DuMont

* 21.05.1743 in Köln
† 28.08.1816 in Aachen

Johann Maria Nikolaus DuMont (1743-1816) war Kölner Ratsherr und der letzte durch den Rat gewählte Bürgermeister der Freien Reichsstadt Köln. Nach der Französischen Revolution galt er als Anhänger Napoléons und trat im Jahre 1814 in den preußische
Johann Maria Nikolaus DuMont (1743-1816)

Johann Maria Nikolaus DuMont war Sohn des Kölner Kaufmanns und Tabakfabrikanten Heinrich Joseph DuMont. Nach seinem Jurastudium wurde er Kaufmann und Schieferfabrikant in seiner Vaterstadt.

Der spätere Bürgermeister Johann Maria Nikolaus DuMont gehörte in den Jahren 1769 bis 1796, wie schon sein Vater, dem Rat der Stadt Köln an. DuMont zeigte eine eher liberale Haltung im grundsätzlich eher konservativ eingestellten Rat. Während des Kölner Toleranzstreites zwischen 1787 und 1789 setzte sich DuMont für eine Lockerung der Restriktionen gegenüber in Köln lebenden Protestanten ein. Er stellte sich auf die Seite des amtierenden Bürgermeisters Franz Jacob Josef von Hilgers und den Ratskollegen von Beywegh, Reiner Josef von Klespé, J.H. Wolff und Johann Jakob von Wittgenstein.

Auch bei der Gründung von Lesegesellschaften in Köln war er Kaufmann und Ratsherr aktiv beteiligt. Auch einem Kreise gemäßigter Aufklärer gehörte er an. Weitere Mitglieder dieser Gesellschaften waren neben einigen Professoren der Kölner Universität auch Baron Hüpsch. Desweitern gehörten noch ein erzbischöflicher Offizialassessor sowie der kölnische Stadtsyndikus Gerhard Ernst Hamm an.

Im Jahre 1794 war er der letzte durch den Rat gewählte Bürgermeister. Am 06.10.1794 gehörte er zu der vierköpfigen Deputation der Stadt, die am 06.10.1794, den Stadtschlüssel an den französischen General Championnet übergab. Ab Februar 1795 reiste DuMont als Gesandter der Stadt Köln nach Paris und vertrat die Interessen der Stadt vor dem Konvent. So versuchte er die Last der Kontribution zu mindern und Sonderrechte für die Stadt zu erhalten. Doch dies wurde vom Konvent abschlägig beschieden.

Zusammen mit Ferdinand Franz Wallraf verfasste er eine Denkschrift um die demokratischen Charakter der Kölner Stadtverfassung zu belegen. Doch die französische Besatzungsverwaltung hob die aus dem Mittelalter stammende Kölner Ratsverfassung im Februar 1796 endgültig auf. Seit Dezember 1795 stand er in Paris auf Grund einer Denunziation, die u.a. von Biergans betrieben wurde, unter Hausarrest, der erst nach Aufhebung der alten Stadtverfassung aufgehoben wurde. Zunächst hatte die Besatzungsverwaltung den alten Stadtrat im Amt belassen, doch da dieser sich immer wieder den Maßnahmen der französischen Behörden widersetzte wurde er am 28.05.1796 aufgelöst und durch einen neuen Magistrat, dessen Mitglieder durch die französischen Verwaltungsbehörden benannt wurden, ersetzt. Jedoch gehörten die meisten Mitglieder des neuen Rats bereits dem alten Rat an.

Im Jahre 1797 wurde DuMont erneut verhaftet, weil noch Kontributionszahlungen der Stadt ausstanden.

Unter Napoléon änderte der Kaufmann seine Meinung und stand den neuen Herren nunmehr freundlich gesinnt gegenüber. Im Jahre 1804 wurde Johann Maria Nikolaus DuMont zum Präfekturrat beim Roer Departement in Aachen berufen. Im Jahre 1807 wurde ihm erlaubt, eine Zeitung unter dem Titel »Gazette franciase de Cologne« herauszugeben. Er beteiligte sich auch später an weiteren Zeitschriftenprojekten, wie zum Beispiel an der »Niederrheinischen Monatsschrift«. Für diese verfasste er ebenfalls Aufsätze. Auch als Verfasser von Gelegenheitsgedichten war DuMont bekannt. Sein Stil ähnelte dem vom Klopstock und Ramler.

Im Jahre 1815 setzten die Preußen den verdienten Verwaltungsbeamten als Landes Direktorialrat ein.

Er starb am 28.08.1816 in Aachen.

Werke:

  • Die Oreade der sieben Berge am Tage der Ankunft Seiner Königlichen Hoheit zu Bonn etc., 1780
  • Bei Maximilians Feyer, eine Opferskizze, 1781
  • Deutsche und Französische Gedichte, dem kayserlich königlichen Hause bei verschiedenen Gelegenheiten gewidmet, 1781
  • Deutsche und Französische Gedichte vom linken Ufer des Rheins, 1783
  • Am Wahltage im Kapitol zu Köln etc., 1784
  • Auf dem Tod Seiner Excellenz den Herrn Grafen von B., 1784
  • Auf die Ankunft seiner kurfürstlichen Durchlaucht Maximilian Franz, Erzbischofs und Kurfürsten zu Köln, 1784

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