EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Charles Alexandré de Calonne

* 20.01.1731 in Douai
† 30.01.1802 in Paris

Charles Alexandré de Calonne (1734-1802) war französischer Minister unter Louis XVI. der in den 1780er Jahren den drohenden Staatsbankrott durch die Einberufung der Notablenversammlung zu verhindern suchte. Doch diese lehnte seine Pläne für eine allge
Charles Alexandré de Calonne (1734-1802)

Charles Alexandré de Calonne wurde am 20.01.1734 in Douai geboren, wo sein Vater als Louis de Calonne (1700-1784) als Jurist am Gericht seiner Geburtsstadt tätig. Seine Mutter war Anne Henriette de Francqueville. Er studierte in Paris Jura war zunächst in Artois als avocat général – ein heutiger Staatsanwalt – tätig. Später ging er als Procureur général – vergleichbar mit dem Generalstaatsanwalt – nach Douai zurück. Ab dem Jahre 1768 war er zunächst Intendant in Metz und seit 1774 übte er dasselbe Amt in Lille aus.

Auf Grund der Protektion des Comte de Vergennes (1717-1787) wurde er am 03.11.1783 durch König Ludwig XVI. zum Minister ernannt. Für den König brachen schwere Zeiten an, die französische Staatskasse war zu diesem Zeitpunkt mit Verbindlichkeiten in Höhe von 600 Millionen Livre belastet. Zugleich standen ihm weder Geld noch Kredite zur Verfügung. Ihm ging der Ruf eines Menschen voraus, der im geschäftlichen Dingen einen guten Geschäftssinn hatte und in politischen Fragen durch skrupelloses Handeln auffiel.

In den Jahren vor Ausbruch der Französischen Revolution versuchte er dem Staat, die nicht nur auf Grund der aufwendigen Hofhaltung zu Versailles auf einen Staatsbankrott zu manövrierte, durch neue Darlehen zu verhindern und zugleich das Vertrauen in den Staat zu festigen.

Im Oktober 1785 schlug Calonne, der Generalkontroleur für Finanzen, dem König vor die Goldmünzen neu zu prägen und zugleich auch innere Zölle und Abgaben abzuschaffen. Dadurch wurde die wirtschaftliche Situation innerhalb Frankreichs verbessert. Doch insgesamt ließ sich dadurch die Lage des Staatshaushalts nicht verbessern und der Schuldendienst fiel enorm aus. Damit der Staatshaushalt nicht in den Bankrott lief schlug der Generalkontroleur der Finanzen dem König Maßnahmen zur Erhöhung der Einnahmen vor, die bereits zu früheren Zeitpunkten gefordert wurden. So sollten zukünftig alle Untertanen unabhängig von ihrem Privilegien und Titeln nur noch nach ihrem Einkommen besteuert werden. Dies hätte zur Folge gehabt, das sowohl Adel als auch Klerus Steuern an den Staat abführen müssten.

Die Regierung sah dabei den Widerstand der Parlamente voraus und versuchte sich auf andere Weise eine Legitimation zu beschaffen. Eine Möglichkeit, die Calonne aber für zu gewagt hielt, war die Einberufung der seit 1614 nicht mehr zusammengekommenen Generalstände. Alternativ gab es die Notablenversammlung, die jedoch auch zuletzt im Jahre 1626 zusammentrat. Die Notablen wurden durch den König ausgewählt um diesen bei der Beratung bestimmter Probleme zu unterstützen während die Vertreter der Generalstände durch ihren Stand gewählt wurden. Gerade das »Wahlverfahren« war jedoch für Calonne Garant dafür, dass die Beratungsergebnisse im Sinne der Regierung ausfallen würden. Im Dezember 1786 kündigte Ludwig XVI. die Zusammenkunft der Notablen für den 29.01.1787 an.

Calonne legte der Notablenversammlung das Staatsdefizit nahe und schlug die Einführung einer »subvention territoriale« vor. Die »subvention territoriale« sollte jegliches Eigentum, unabhängig von gesellschaftlichen Stand oder irgendwelchen Privilegien für jedermann erhoben werden. Die privilegierten Notablen folgten diesem Vorschlag nicht. Calonne, der durch diesen Widerstand verärgert war, ließ nun seine Berichte zur Verärgerung des französischen Hofs drucken. Am 08.04.1787 wurde Viscounte de Calonne durch König Ludwig XVI. seines Amtes enthoben und zugleich nach Lothringen in die Verbannung geschickt. Paris war froh über die Entmachtung des »Monsieur Deficit«.

Sein Plan zur Schaffung einer allgemeinen Einkommenssteuer wurde später von seinem Necker erneut verfolgt. Auch dieses Mal fehlte der ernsthafte Wille des Königs eine ernsthafte Reform anzugehen, die für den Adel und den Klerus eine Besteuerung zur Folge gehabt hätte. Vermutlich wäre auf diesem Weg jedoch die Monarchie zu retten gewesen.

Calonne begab sich nach England von wo er eine polemische Korrespondenz zu seinem Nachfolger Jacques Necker über die französische Finanzpolitik aufrecht erhielt. Im Jahre 1789 beabsichtigte er jedoch nach Flandern zurückzukehren um sich für die im Mai desselben Jahres einberufenen Generalstände wählen zu lassen. Dieses Unterfangen wurde ihm jedoch strengstens verboten, da er keine Erlaubnis erhielt französischen Boden zu betreten.

Stattdessen schloss er sich der Emigrantenpartei des Herzogs d'Artios - den reaktionären Bruder Ludwig XVI. - im Koblenz an. Als im Jahre 1791 zwischen Österreich und Preußen die Pillnitzer Konvention geschlossen wurde, war auch Calonne anwesend. Er schrieb für diese Gruppierung und verbrauchte fast sein ganzes Vermögen.

Er zog sich während des französischen Vormarsches in Europa wieder auf die britische Insel zurück. Dort verweilte er bis zum Jahre 1802, wo er vom ersten Konsul Napoléon Bonaparte begnadigt wurde und die Erlaubnis erhielt nach Frankreich zurückzukehren.

Am 12.04.1761 heiratete er Marie-Joséphine Marquet de Mont-Saint-Peyre

Wenige Wochen nach seiner Rückkehr in sein Vaterland verstarb Charles-Alexandré de Calonne am 30.10.1802 in Paris.

Werke:

  • Mémoire présenté au roi, 1766
  • Mémoires concernant la navigation des rivières de la province des Trois-Evêchés et le commerce de la ville de Metz, 1773
  • Observations et jugements sur les Coutumes d’Amiens, d’Artois, de Boullogne et de Ponthieu, sur plusieurs matières du droit civil et coutumier, 1794
  • Début du discours prononcé par M. le contrôleur général dans l’Assemblée des notables, le lundi 12 mars 1787
  • Discours prononcé, de l’ordre du roi et en sa présence, par M. de Calonne, contrôleur général des finances dans l’Assemblée des notables tenue à Versailles, le 22 février 1787, 1787
  • Correspondance de M. Necker avec M. de Calonne, 1787
  • Requête au roi, 1787
  • Réponse de M. de Calonne à l’écrit de M. Necker publié en avril 1787, contenant l’examen des comptes de la situation des finances rendus en 1774, 1776, 1781 et 1787, avec des observations sur les résultats de l’Assemblée des notables, 1788
  • Motif de M. de Calonne pour différer jusqu’à l’assemblée des États généraux la réfutation du nouvel écrit que M. de Necker vient de publier sur l’objet de leur controverse, s.d.
  • Réponse de M. de Calonne à la lettre de M. de Beyerlé, conseiller au parlement de Nancy, 1788
  • Les Étrennes de M. de Calonne à la nation française, ou Lettre contenant un léger détail des bienfaits que M. de Calonne a rendus à la France, s.d.
  • Réponse de M. de Calonne à la dernière lettre de Madame Lebrun, 1789
  • Lettre adressée au roi par M. de Calonne, le 9 février 1789, s.d.
  • Seconde lettre adressé au roi, par M. de Calonne, le 5 avril 1789, s.d.
  • Lettre de M. de Calonne, ministre d’État, à M. l’évêque de Blois, sur le cahier de Madon (15 juin 1789), s.d.
  • Lettre de M. de Calonne, ministre d’État, à M. de Themines, évêque de Blois, sur son ouvrage intitulé : “Instructions et cahiers du hameau de Madon”, avec la réponse de ce prélat et une seconde lettre de M. de Calonne, 1789
  • A MM. Les députés de l’assemblée des États généraux, s.d. (1789)
  • Lettre de M. de Calonne à l’Assemblée nationale, s.d. (1789)
  • Notes sur le mémoire remis par M. Necker au Comité des subsistances établi par l’Assemblée nationale, 1789
  • Observations sur les finances à l’Assemblée, 1790
  • De l’État de la France présent et à venir, 1790
  • De l’État de la France tel qu’il peut et qu’il doit être, 1790
  • Esquisse de “l’État de la France”, 1791
  • Mémoire de M. de Calonne, ministre d’État, contre le décret rendu le 14 février 1791, par l’Assemblée se disant nationale, 1791
  • Observations de M. de Calonne sur la déclaration de Leurs Majestés Impériale et Prussienne, signée à Pillnitz, s.d.
  • Tableau de l’Europe en novembre 1795 et pensées sur ce qu’on a fait et qu’on n’aurait pas dû faire, sur ce qu’on aurait dû faire et qu’on n’a pas fait, sur ce qu’on devrait faire et que peut-être on ne fera pas, s.d.
  • Tableau de l’Europe, jusqu’au commencement de 1796, et pensées sur ce qui peut procurer promptement une paix solide, suivi d’un appendix sur plusieurs questions importantes, 1796
  • Lettre de M. de Calonne au citoyen auteur du prétendu rapport fait à S.M. Louis XVIII (16 juillet 1796), 1796
  • Lettre de M. de Calonne sur les finances, aux Français (18 février 1797), s.d.
  • Lettre à l’auteur des “Considérations sur les affaires publiques, au commencement de l’année 1798”, s.d.
  • Tant mieux pour elle, conte plaisant, s.d.

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