EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Fabian Gottlieb von Bellingshausen

* 09.09.1778 in Landgut Lahhetagge/Kronstadt
† 13.01.1852 in Kronstadt

Fabian Gottlieb von Bellinghausen (1778-1852) war ein russischer Admiral und Seefahrer. In den Jahren 1819 bis 1821 reiste er im Auftrag Alexander I. in die Antarktis.
Fabian Gottlieb von Bellinghausen (1778-1852)

Fabian Gottlieb von Bellingshausen wurde am 09.09.1778 auf dem Landgut Lahhetagge auf der Insel Ösel geboren. Die Familie Bellingshausen entstammte dem deutsch-baltischen Adel.

Schon in jungen Jahren entwickelte er seine Begeisterung für die maritime Seefahrt. Im Jahre 1789, gerade einmal 11 Jahre jung, trat er in das Seekadettenkorps von Kronstadt ein.

Seine erste Seereise führte den jungen Seemann im Jahre 1796 nach England. Im folgenden Jahr trat er als Fähnrich Aufnahme in der kaiserlich russischen Flotte. Er trat in das Flottenkommando Reval ein und begleitete zwischen 1803 und 1806 den russischen Forschungsreisenden Adam Johann Krusenstern auf seiner ersten Weltumsegelung.

Nach der Rückkehr von der Weltumsegelung erfolgte seine Ernennung zum Kapitänleutnant. In den nächsten Jahren wurde ihm das Kommando über mehrere Schiffe der Baltischen und Schwarzmeer-Flotte übertragen. Im Jahre 1809 kämpfte er im russisch-schwedischen Krieg im Range eines Korvettenkapitäns.

Fabian Gottlieb von Bellingshausen wurde im Jahre 1819 von Zar Alexander I. beauftragt, den sagenumwobenen Südkontinent Terra Australis zu finden. Seit dem Tode des Weltumseglers James Cook im Jahre 1779 versuchten die europäischen Nationen wenig glückvoll, dieses Land zu entdecken.

Fabian Gottlieb von Bellingshausen stach am 18.07.1819 mit der WOSTOK und der MIRNY in See. Er selbst befehligte die 935 Tonnen schwere Korvette WOSTOK mit 117 Mann Besatzung während Michail Lasarew das 530 Tonnen schwere Versorgungsschiff MIRNY kommandierte. Dieses hatte eine Besatzungsstärke von 72 Mann.

Zunächst segelte der Konvoi von Kronstadt aus in Richtung Portsmouth um sich mit dem Präsidenten der Royal Society, Sir Joseph Banks zu treffen. Banks gehörte zu Cooks Mannschaft und versorgte nun den russischen Forschungsreisenden mit Büchern und Kartenmaterial. Am 05.09.1819 verließ Bellingshausen Portsmouth in Richtung südliche Halbkugel. Am 26.01.1820 überschritt er mit seiner Expedition den südlichen Polarkreis und drang weiter nach Süden vor als sein großes Vorbild James Cook.

Nach schweren Stürmen und der Gefahr der Vernichtung am 22.02.1819 segelte Bellingshausen in Richtung Norden und erreichte mit der schnelleren WOSTOK am 11.04.1819 den Hafen von Sydney. Nun entschloss er sich, zunächst in Richtung Südpazifik zu fahren. Er kam im September 1820 zurück nach Sydney. und brach am Morgen des 11.11.1820 erneut auf und überschritt am 24.12.1820 erneut - auf dieser Reise insgesamt sechs Mal - den Polarkreis. Am 21.01.1821 entdeckte er Peter-I-Insel, die er am folgenden Tag für Russland in Besitz nahm. Wenige Tage später entdeckten sie erneut Land auf Höhe des 68. Breitengrades und nannten dieses Alexander-Land. Der Forscher hielt die zuletzt entdecke Landmasse für einen Teil des arktischen Festlandes. Erst im Jahre 1940 wurde dieser Irrtum aufgeklärt.

Im März 1821 erreichte die Expedition Rio de Janeiro, wo die Schiffe überholt wurden. Bellingshausen erreichte mit beiden Schiffen am 04.08.1821 – nach insgedamt 751 Tagen -den Hafen von Kronstadt. Auf der gesamten Fahrt verlor Bellingshausen nur 3 Seeleute.

Erst zehn Jahre nach seiner Reise erschien sein Reisebericht in russischer Sprache. Die deutsche Übersetzung wurde erst im Jahre 1902 veröffentlicht.

Zur Belohnung wurde Fabian von Bellingshausen zum Kommandanten der Ostseeflotte ernannt. Während des türkisch-russischen Krieges von 1828/29 nahm der Seeoffizier an der Belagerung und Eroberung der türkischen Festung Warna an der Schwarzmeerküste teil. Für diesen Sieg wurde er zum Vizeadmiral befördert.

Im Jahre 1839 erfolgte seine Berufung zum Kriegskommandeur von Kronstadt wodurch ihm das Oberkommando über die Hafen Kronstadt übertragen wurde. Im Jahre 1843 wurde er zum Admiral in der russischen Flotte befördert.

Der Seemann und Forschungsreisende Admiral Bellingshausen verstarb am 13.01.1852 in Kronstadt. Im Jahre 1869 wurde ihm in Kronstadt ein Denkmal durch den Bildhauer von Schröder errichtet.

Nach seinem Tode wurde er noch durch zahlreiche Namensgebungen geehrt. So wurden sowohl in der Antarktis als auch Yukon-Territorium in Kanada Berge nach Bellingshausen benannt. Auch das zu den Gesellschaftsinseln gehörende Atoll Motu One wurde durch Otto von Kotzebue nach den deutsch baltischen Offizier benannt und trug den Namen Bellingshausen bzw. Bellingshausen. Auch eine Insel der Südsandwichinseln trägt seinen Namen.

Die zum Südpolarmeer zählende Bellingshausen-See ist ebenso nach dem Entdecker benannt wie eine russische Antarktisstation. Der Bellingshausen Dome ist ein antarktischer Gletscher und das Kap Bellingausen auf der Insel Sachalin wurden ebenfalls nach den Seemann benannt.

Ein Asteroid sowie ein Mondkrater tragen ebenfalls seinen Namen.

Werke:

  • Fabian von Bellinghausens Forschungsfahrten im Südlichen Eismeer 1819-1821 von Fabian von Bellinghausen, Reisebericht in deutscher Sprache auf Grund des russischen Originalwerks, 1902

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