EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Joseph Marius von Babo

* 14.01.1756 in Ehrenbreitstein
† 05.02.1822 in Müncen

Joseph Marius von Babo (1756-1822) war Theaterschriftsteller und Intendant des Münchener Hoftheaters.
Joseph Marius von Babo (1756-1822)

Joseph Marius von Babo wurde am 14.01.1756 in Ehrenbreitstein bei Koblenz geboren. Sein Vater Johann Carl Babo war Hauptmann des kurtrierschen Kurfürsten. Seine Mutter Maria Anna war einbe geborene Sittmann. Ein Cousin seines Vaters war der geadelte kurpfälzische Hofbeamte Johann Lambert Babo (1725-1799), zeitweise leitete er den Betrieb des Mannheimer Theaters und Babo bezeichnete sich selbst als sein Vetter.

Er studierte am neugegründeten Jesuitenkolleg zu Koblenz Ästhetik und fand im Jahre 1774 als Sekretär am Mannheimer Hoftheater eine Anstellung. Zwischen 1778 und 1789 war Babo Intendant der kurfürstlichen Theatergesellschaft. Im Jahre 1781 siedelt er von Mannheim nach München über. In München unterrichtete er am Lyzeum Philosophie und Ästhetik. Bis 1784 war er auch als freier Schriftsteller und Publizist. Aus seiner Feder stammten zahlreiche Dramen und Singspiele heraus. Zusammen mit Johann Baptist Strobl und Lorenz Hübner gab er zusammen die Theaterzeitschrift »Der dramatische Censor« heraus. In München schloss er sich auch dem Kreise des Grafen Rumford an und nahm auch an dessen literarischen Wirken aktiv teil.

Babo war als Dramatiker durch seine Ritterdramen, die im Stile von Goethes »Götz von Berlichingen« abgefasst waren. Zu seinem erfolgreichsten Stück gehörte »Otto von Wittelsbach, Pfalzgraf von Bayern«, das noch weit über seinen Tod regelmäßig in München aufgeführt wurde. Sein ebenfalls im Jahre 1782 erschienenes Stück »Oda, die Frau von zween Männern« ist als Seitenstück zu Goethes »Stella« anzusehen. Seine Dramen waren bildkräftig und bühnenwirksam und erfuhren zahlreiche Aufführungen. Tieck hielt die Werke des Münchener Dramatikers für die Basis eines deutschen Nationaltheaters tragen.

Darüber hinaus versuchte sich der Münchener Schriftsteller auch an Lustspielen um eine Forderung von Lorenz von Westenrieder nach einer bayerischen Komödie umzusetzen. So entstand das Stück »Das Fräulein Wohlerzogen« im Jahre 1783 als ein bühnenwirksames »Sittengemälde aus München«. Es stellte den Kontrast zwischen bürgerlich-aufklärerischen und adelig-affektierten Lebensweisen dar.

Mit seiner im Jahre 1784 erschienen Schrift »Ueber Freymaurer. Erste Warnung« löste er eine öffentliche Diskussion um den Illuminatenorden aus. Er beschuldigte Adam Weishaupt und den Geheimbund der Illuminaten eine Verschwörung gegen den bayerischen Staat. Es folgte noch »Nöthige Beylage zur Schrift ›Ueber die Freymaurer erste Warnung‹«, in dem er weiter gegen den Illuminatenorden wirkte. Dies gab der bayerischen Regierung den ersten Anlass zur Verfolgung der Mitglieder des an der Universität zu Ingolstadt gegründeten Geheimbundes. Schließlich führte es zum Verbot des Ordens und der Verfolgung seiner Mitglieder durch die kurfürstlich-bayerische Regierung.

Die im gleichen Erzählung »Gemälde aus dem Leben der Menschen« enthielt bereits eine scharfe Kritik am antireligiösen Rationalismus und Sensualismus einer nicht näher bezeichneten geheimbündlerischen Sekte.

Ab dem Jahre 1789 übernahm der Schriftsteller die Aufgaben eines Lehrers an der neu gegründeten Militärakademie in München. Zwei Jahre später wurde er auch noch Zensurrat der kurfürstlichen Bücherzensurkommission. 1792 erfolgte seine Berufung zum Theaterkommissar und vom 13.03.1792 bis zum 11.09.1810 war er auch noch als Intendant des Münchener Hoftheaters tätig. Seine Hauptaufgabe bestand in jenen Jahren in der Sanierung der bayerischen Staatskasse sowie der Finanzierung des neu zu erbauenden Nationaltheaters.

Babo wurde im Jahre 1807 ordentliches Mitglieder der Königlich-bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Joseph Magnus von Babo stirbt am 05.02.1822 in seiner Wahlheimat München im Alter von 66 Jahren. Seine letzte Ruhestätte fand der Schriftsteller und Staatsbeamte auf dem Alten Südfriedhof.

Werke:

  • Arno, 1776
  • Das Lustlager, 1778 [als mutmaßlicher Verfasser]
  • Das Winterquartier in Amerika, 1778
  • Dagobert der Franken König, 1779 [Englisch: Dagobert, King of the Franks, 1800]
  • Reinhold und Armida, 1780
  • Die Römer in Teutschland, 1780
  • Otto von Wittelsbach, Pfalzgraf von Bayern, 1782
  • Oda, die Frau von zween Männern, 1782
  • Das Fräulein Wohlerzogen, 1783
  • Die Maler, 1783
  • Ueber Freymaurer. Erste Warnung, 1784
  • Nöthige Beylage zur Schrift Ueber die Freymaurer »erste Warnung«, 1784
  • Gemälde aus dem Leben der Menschen, 1784
  • Vollständiges Tagebuch der merkwürdigsten Begebenheiten und Revolutionen in Paris, 1789
  • Die Strelizen, 1790
  • Bürgerglück, 1792
  • Anleitung zur Himmelskunde in leichtfaßlichen astronomischen Unterhaltungen, 1793
  • Schauspiele, 1793
  • Neue Schauspiele, 1804
  • Der Puls, 1805
  • Albrechts Rache für Agnes, 1808

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