EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Jacob Georg Christian Adler

* 08.12.1756 in Arnis bei Kappeln/Schleswig
† 22.08.1834 in Giekau bei Lütjenburg

Jacob Georg Christian Adler (1756-1834) war Theologe und Superintendent für Holstein und Schleswig. Auch als Orientalist und Professor für syrische Sprachen wurde er bekannt und gehörte zum Freundeskreis um Matthias Claudius.
Jacob Georg Christian Adler (1756-1834)

Geboren wurde Jakob Georg Christian Adler am 08.12.1756 im Dorf Arnis bei Kappeln in Schleswig. Er war der Sohn des Theologen, Archäologen und Autors Georg Christian Adler (1724-1804) und dessen Ehefrau Johanna Elisa Schulze (1729-1806. Er war eines von sechs Kindern des Ehepaars.

Zunächst erhielt der Junge Privatunterricht von seinem Vater, der Pastor in Altona war. Dort besuchte er auch das Christianum um anschließend Theologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zu studieren. Bei Oluf Gerhard Tychsen (1734-1815) in mecklenburgischen Bützow studierte er Orientalia. In den Jahren 1780 bis 1782 machte er eine traditionelle Studienreise durch Europa. Hierbei reiste er nach Italien, Frankreich, Holland und Belgien. Während dieser Reise hielt er sich alleine 15 Monate in Rom auf, wo er von ägyptischen Mönchen in der koptischen Sprache sowie gelehrten Arabisch unterrichten ließ. Den Rest der Reise besuchte er die großen europäischen Bibliotheken um griechische und vor allem orientalische Bibelhandschriften zu erforschen. Über diese Zeit verfasste der Theologe auch zwei Bücher.

Nach seiner Rückkehr wurde Adler eine Anstellung als Professor an der Universität Kopenhagen gewährt. Hier unterrichtete er die syrische Sprache.

Im Jahre 1785 übernahm er das Amt des Predigers an der deutschen Friedrichskirche in Kopenhagen. Er wurde im Jahre 1788 Professor für Theologie.

Im Jahre 1789 wurde er vom dänischen Königshaus zum deutschen Hofprediger berufen. Ab 1792 war er als Generalsuperintendent in Schleswig tätig. Nach dem Tode seines Kollegen, Johann Leonhard Callisen (1738-1806) im Jahre 1806 übernahm er dessen Stelle in Holstein.

Jacob Georg Christian Adler machte sich durch zahlreiche wissenschaftliche Werke einen Namen. Hierbei beschäftigte er sich insbesondere mit altsyrischen und altarabischen Schriften. Er war Doktor der Philosophie und im Jahre 1833 erhielt er noch den Doktorgrad der evangelischen Theologie. Zu seinen wichtigsten Leistungen zählte die Schulreform in Schleswig-Holstein.

Adler war zweimal verheiratet. Am 08.12.1787 heiratete er seine ehemalige Konfirmandin Dorothea Maria Lorck. Sie war die Tochter des Bibelsammlers Josias Lorck (1723-1785). Über seine Frau war er mit dem Dichter Matthias Claudius verwandt. Aus dieser Ehe stammten insgesamt neun Kinder. Aus dieser Ehe stammten seine Söhne Josias Stephan Borgia sowie Friedrich August. Eine zweite Ehe schloss er am 16.07.1805 mit Luise Dorothea Lederer.

Werke:

  • Sammlung v. gerichtlichen jüdischen Contrakten. Hamburg u. Bützow 1773
  • JVUDAERVUM CODICIS SACRITI RITE SCRIBENDI LEGESE LIBELLO THALNVDICO MASSECHET SOPHERIM IN LAT. CONVERSAE., Hamburg, 1779
  • Faksimilia kufischer Koranhandschriften der Kgl. Bibliothek in Kopenhagen mit einer Untersuchung über die arabischen Schriftentwicklung., Kopenhagen 1780
  • MVSEVM CVFICUM BORGIANVM VELTINA [Bd. I. Rom 1787, Bd. II, Kopenhagen], 1792
  • NOVI TESTAMENI VERSIONES SYRIACAE, SIMPLEX PHILOXENIA ET HIEROSOLYMITANA., Kopenhagen 1789
  • Annalen des Abu l-Fida - Herausgeber des von J. J. Reiske bearbeiteten u. übersetzten Werkes, Kopenhagen 1789-95
  • (Ausführliche) Beschreibung der Stadt Rom., Kiel, Carl Ernst Bohn, 1781
  • Reisebemerkungen auf einer Reise nach Rom., Altona 1783 [Hg. durch seinen Bruder Johann Christian Georg Adler]

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