Startseite > Geschichte > Die Marseillaise

Die Marseillaise

Die Entstehung und Geschichte eines Revolutionsliedes

Die Geschichte der heutigen französischen Nationalhymne "La Marseillaise" geht  auf das Revolutionsjahr 1792 zurück.

In Europa rüstete der Römisch-deutsche Kaiser Leopold II zum Krieg gegen das revolutionäre Frankreich. Am 20.04.1792 erklärt die gesetzgebende Nationalversammlung Österreich, Preussen und seinen Verbündeten den Krieg.

Der revoultionäre Kampfgesangt wurde durch Claude Joseph Rouget de Lisle (1760 - 1836), ein französischer Offizier, in der Nacht vom 25. zum 26.04.1792 in Straßburg geschrieben. In der Wohnung des Bürgermeisters Dietrich als »Chant de guerre pour l´armée du Rhin« dem Kriegsgesang für die Rheinarmee geschrieben. Zunächst war sie dem im Jahre 1791 zum Marschall von Frankreich ernannten Oberbefehlshaber und Gouverneur von Straßburg, Graf Luckner gewidmet.

In der 5. Strophe wird auf Bouillé, einem Adeligen eingegangen, der im Jahre 1790 3 Regimenter niederschießen ließ, weil die Soldaten ihren unterschlagenen Lohn einforderten. In der Folge wurde Nancy geplündert und 400 Frauen und Kinder ermordet.

Als im August 1792 die so genannten Föderierten von Marseille am Sturm auf die Tuilerien beteiligten, wurde der Kriegsgesang wieder aufgegriffen. Innerhalb weniger Wochen wurde der Text der "Hymne des Marseillais" im Elass vervielfältigt ehe es auch die Pariser Verleger aufgegriffen. Da zunächst der Text anonym erschien wurde an der Urheberschaft von Rouget de Lisli gezweifelt.

Durch seine Populärität wurde diese Hymne am 14.07.1795 zur französischen Nationalhymne erhoben.

Während der Restauration unter Ludwig XVIII. und Karl X. war die Marseillaise verboten. Erst mit Ausbruch der Revolution von 1830 gelangte sie zu neuer Popularität. Hector Berlioz komponierte eine Orchesterfassung, die er Rouget de Lisle widmete. Ab 1879 wurde das populäre Kampflied der Revolution erneut zur Nationalhymne erklärt. Auch die Verfassungen von 1946 und 1958 verbrieften die "Marseillaise" als Nationalhymne.

Auch in den Freiheits- und der Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts war die Marseillaise ein häufig und gern gesungenes Lied, auch wenn es immer wieder anlaßbezogene Neudichtungen gegeben hatte. Beispiele für die Umdichtung dürfte die sogenannte Arbeiter-Marseillaise sein. Nachdem die Marseillaise zur französischen Nationalhymne wude, wurde sie in der Arbeiterbewegung durch das Singen der "Internationale" abgelöst. Während der Februarrevolution war die Marsailleise mit russischen Text "Otretschemsia ot starogo mira" auch russische Nationalhymne.

Wie bereits erwähnt wurde schon Ende des 18 Jahrhunderts an der Urheberschaft de Lisle´s gezweifelt. So erschienen bereits Mitte des 19. Jahrhunderts und erneut bei der Überführung Rogut de Lisle´s in den Invalidendom im Jahre 1915 Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, wonach die Melodie der Marseillaise von einem deutschen Komponisten stammen sollte oder zumindest auf eine alte deutsche Weise zurückginge.