* 13.12.1775 in Gerdauen
† 10.06.1843 in Bromberg
Theodor Gottlieb von Hippel wurde am 13.12.1775 als Sohn des Predigers Gotthard Friedrich von Hippel geboren. Erzogen wurde er im Hause seines Onkels, dem Stadtpräsidenten von Königsberg und Dichter Theodor Gottlieb von Hippel (1741 ? 1796). Unter der strengen Obhut seines Onkels studierte der junge Hippel die Rechte und Kameralistik an der Albertina in Königsberg. Im Jahre 1795 ging er an das Gericht in Marienwerder um dort seine erste praktische Erfahrung zu sammeln.
Nachdem dem seines Onkels war er Alleinerbe seines gesamten Vermögens. Hippel erwarb das landwirtschaftliche Gut Leistenau im Kreise Marienwerder, das er jedoch nach einigen Jahren aufgeben musste. Ihm fehlte das Talent zur praktischen Landwirtschaft. Nachdem er das Gut erworben hatte, verabschiedete er sich aus dem preußischem Staatsdienst.
Im Jahre 1810 zog Fürst Hardenberg Hippel zu seinem Mitarbeiterstab hinzu, der die preussischen Reformen erarbeiten sollte. Hippel gehörte neben Dohna, Schön und Auersbach zu den führenden Köpfen der Reformbewegung in Ostpreussen, trat jedoch eher selten aus dem Schatten der genannten hervor. Er wirkte lieber im Hintergrund. Durch sein persönliches Freundschaftsverhältnis zu den Reformkräften wurde Hippel zum Staatsrat ernannt und wurde später sogar zum Regierungspräsidenten von Marienwerder und dann in Oppeln und zuletzt in Bromberg ernannt.
Er verfasste eine Vielzahl von Denkschriften über Fragen des öffentlichen Wohls und des Staatswesens. Die meisten dieser Denkschriften blieben jedoch unveröffentlicht. Eines seiner politischen Schriftstücke ist von allgemeiner Wirkung geblieben. So gilt Theodor Gottlieb von Hippel als Autor des Aufrufs »An mein Volk!« vom 17.03.1813, der als Signal für den Aufbruch gegen die napoleonische Herrschaft in Preussen und Deutschland galt.
Als Schriftsteller, in den Fußstapfen seines großen Onkels, bleib ihm der nötige Erfolg verwehrt. Hippel galt eher als mäßiger Schriftsteller.