Joachim Johann Simon Haspinger
* 28.10.1776 in St. Martin in Gsies / Tirol
† 12.01.1858 in Salzburg

- Pater Joachim Haspinger
Joachim Haspinger erblickte als ältester Sohn eines wohlhabenden Bauern am 28.10.1776 das Licht der Welt. Seine Bestimmung, Priester zu werden, wurde schon früh gefällt. Ab 1793 besuchte erdas Gymnasium in Bozen, wo er 1799 seinen Abschluss machte. Durch die militärischen Ereignisse im Jahre 1796/97 wurde er auch zu einem militärischen Einsatz an den Grenzen Tirols gerufen. Ein zweiter militärischer Einsatz, wo er sich auszeichnete und Anerkennung erhielt, folgte zwischen 1799 und 1801.
Von 1799 bis 1802 studierte der junge Haspinger an der Universität Innsbruck Philosophie und trat 1802 dem Orden der Kapuziner bei. Im Jahre 1805 wurde er Aushilfspriester im Kloster Schlanders / Vinschgau. Das Kloster Schlanders wurde durch die bayrische Verwaltung geschlossen und die Priester nach Klausen gebracht. Dort betätigte er sich im Befreiungskampf Tirols gegen das Königreich Bayern.
Im Jahre 1809 wurde Joachim Haspinger, auch genannt Pater Rotbart, zum Feldprediger der Tiroler Schützenkompanien von Latzfons, Gufidaun und Villnöss. Nachdem er in Trient Andreas Hofer, den Führer des Trioler Aufstandes von 1809 traf, wurde er auch zum Hauptmann ernannt. Er führte in der ersten und dritten Bergisel-Schlacht den linken Flügel der Tiroler zum Erfolg. Er war auch am Hinterhalt an der Sachsenklemme am 04.08.1809 beteiligt.
Haspinger galt im Volksglauben als "kugelsicher" und seine besondere Motivationsgabe zeigte sich besonders bei dem von ihm kommandierten linken Flügel. Er besaß auch die Gabe, den Sandwirt Hofer nach dem Frieden von Schönbrunn zu weiteren Widerstand zu motivieren. Selbst nach der verlorenen vierten Bergisel-Schlacht ließ sein Einfluss auf Hofers Durchhaltewillen nicht nach. Dabei bediente Pater Rotbart - wie er bei den Tirolern genannt wurde - sich falscher Tatsachen und bewusster Manipulation.
Nach der Niederlage im Gefecht von Schenna flüchtete Haspinger und versteckte sich in der Tschenglsburg im Vintsgau. Nach seiner weiteren Flucht über Oberitalien, der Schweiz und Kärnten traf er am 31.10.1810 in Wien ein. Schon am 02. und 04.11.1810 gewährt Kaiser Franz I ihm eine Audienz.
Von 1811 bis 1836 war er als weltlicher Priester und Seelsorger in verschiedenen Orten in Niederösterreich tätig.
Haspinger wurde im Jahre 1812 mit dem geheimen Auftrag betraut, einen Aufstand in Tirol vorzubereiten.
Obwohl Pater Rotbart seit 1836 pensioniert wurde und sich in Hietzing bei Wien niederliess, trat er 1848 - nun im Alter von 72 Jahren stehend - nochmals militärisch in Erscheinung. Als Feldgeistlicher begleitete er die studentischen Freiwilligenverbände von Andreas Pichler 1848 im Italienfeldzug.
Nach seinem Tode am 12.01.1858 wurde Pater Rotbart neben Andreas Hofer in der Innsbrucker Hofkirche beigesetzt.
In seinem Leben erhielt Haspinger verschiedene Auszeichnungen bzw. Gnadenbeweise. So wurde er für seine Teilnahme an den Tiroler Kämpen 1797 mit der ständischen silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet; Kaiser Franz I. bewilligte ihm eine Pension von 600 Talern. Im Jahre 1854 bewilligte Kaiser Franz-Joseph I. eine Gnadenwohnung im Schloss Mirabell (Salzburg).