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Karl Wilhelm von Grolman

* 30.07.1777 in Berlin
15.09.1843 in Posen

Karl Wilhelm von Grolman
Karl Wilhelm von Grolman

Karl Wilhelm Georg von Grolman wurde am 30.07.1777 in Berlin als Sohn von Heinrich Dietrich von Grolman und seiner Frau Susanna, geborene Märker. Er  trat 1791 in das Infanterieregiment v. Möllendorf ein. 1795 wurde er Fähnrich, 1797 Secondeleutnant und 1804 erfolgte seine Beförderung zum Premierleutnant. Gleichzeitig wurde er Adjutant und Inspekteur des Feldmarschalls von Möllendorff ernannt. Im Jahre 1805 efolgte seine Beförderung zum Stabskapitän. In diesem Range nahm er auch am Feldzug von 1806 teil und wurde nach der Schlacht bei Jena Adjutant des Fürsten von Hohenlohe. Der Kapitulation dieses Korps in Prenzlau entging er, da er mit Aufträgen an den preussichen König Friedrich-Wilhelm III. entsendet wurde. Er entkam noch Ostpreussen, wo er beim Generalstab des Lestocqschen Korps eingestellt wurde. Seine Beförderung zum Major erfolgte nach der Schlacht von Heilsberg.

Zusammen mit Scharnhorst und Gneisenau war Karl-Wilhelm von Grolman Mitglied der Untersuchungskommission und Militärreorganisationskommission erfolgte am 01.03.1809 die Ernennung zum Direktor des ersten Departements des Kriegsministeriums. Der spätere General hatte großen Verdienst an der Reform der preussischen Armee nach 1806. 

Im Jahre 1809 trat er jedoch in österreichische Dienste und nahm als Angehöriger des Kienmayerschen Korps am Feldzug in Franken und Sachsen teil. Nach der österreichischen Kapitulation trat er 1810 in spanische Dienste. Als Major und Kommandeur eines Fremdenbataillions bei Cadiz, wurde jedoch im Januar 1812 bei der Eroberung von Valencia von französischen Soldaten gefangen genommen. Im Juni gelang ihm schon die Flucht in die Schweiz. Unter fremden Namen reiste er zu seinem Schwager nach Franken. Unter dem Decknamen von Gerlach studierte er an der Universität Jena. Doch schon im Januar 1813 kehrte er nach Berlin zurück und wurde wieder als Major im preussischen Generalstab ernannt. In den Befreiungskriegen kämpfte er bei Lützen, Bautzen und Hanau. Nach dem Waffenstillstand im Sommer 1813 wurde er zum Generalstabsoffizier zum 2. Armeekorps versetzt und zum Oberstleutnant befördert. Obwohl er bei Kulm schwer verletzt wurde, kämpfte er schon wieder - inzwischen zum Obersten befördert - bei Leipzig mit und nahm am weiteren Feldzug bis zum Pariser Friedensschluss teil. und kam dann als Generalmajor wieder ins Kriegsministerium und wurde Direktor des zweiten Departements. 

Am Feldzug von 1815 nahm er wieder teil. Diesmal als Generalquartiermeister im der Armee des Generalfeldmarschalls Blüchers und kehrte nach dem zweiten Pariser Frieden wieder in seine Stellung beim Kriegsministerium zurück.Jetzt reorganisierte er den Generalstab und nahm 1819 aus politischen Gründen zusammen mit dem Kriegsminister von Boyen seinen Abschied. Damit protestierte er gegen eine Beschränkung der Landwehr. 

Bis zu seiner Reaktivierung als Generalleutnant im Jahre 1825 als Kommandeur der 9. Division in Glogau, lebte er auf einem Gut bei Cottbus. Unter Gneisenau befehligte er 1830 unter dem Kommando des Feldmarschalls Gneisenau an der polnischen Grenze. Im Jahre 1832 wurde er zunächst interimsmäßig und 1835 offiziell zum Kommandierenden General des 5. Armeekorps in Posen ernannt. Seine Beförderung zum General der Infanterie erfolgte 1837.  Er starb 1843 in Posen.

Aus seinen Materialien und unter seiner Leitung verfasste sein Adjutant, Oberstleutnant v. Damitz, die "Geschichte des Feldzugs von 1815 in den Niederlanden und Frankreich" und die "Geschichte des Feldzugs von 1814 indem östlichen und nördlichen Frankreich". 

In Posen wurde 1845 ein Denkmal für Grolman erbaut und ab 1889 wurde dem  (1. Posener) Infanterieregiment Nr. 18 der Name des Generals verliehen.