Adam Philippe Conte de Custine
* 04.02.1740 in Metz
? 28.08.1793 in Paris

- Adam Philippe Conte de Custine
Geboren wurde der spätere General der französischen Revolutionsarmee am 02.04.1740 in Metz. Während des Siebenjährigen Krieges sammelte er seine ersten militärischen Erfahrungen. Er bewährt sich in diesem Feldzug und erhält ein eigenes Dragoner-Regiment. Dieses tauscht er jedoch mit einem Infanterie-Regiment und lässt sich mit diesem nach Amerika einschiffen. Während des Krieges in Amerika zeichnete sich Custine bei der Belagerung von Yorktown besonders aus. Er wurde zum Maréchal de Camp und Gouverneur von Toulon ernannt.
Im Jahre 1789 wird er als Vertreter des Adels von Metz in die französische Nationalversammlung gewählt. Im Laufe der Revolution legte er auch seinen Grafentitel ab. In der Nationalversammlung war er eher bei den liberalen Kräften zu finden.
Im Oktober 1791 trat er wieder im Range eines Generalleutnants in die Armee ein. Bei seinen Soldaten war "General Schnurbart" sehr beliebt. Er wurde kommandierender General der Vogesenarmee. Nach dem Gefecht von Valny stieß Custine auf das Gebiet des Deutschen Reiches vor. Von Landau aus besetzte er am 29.09.1792 Speyer und zog am 21.10.1792 in das schlecht verteidigte Mainz und am folgenden Tag kampflos in Frankfurt ein. Er verbreitete durch Aufrufe die Ideen der französischen Revolution und legte Adel und Klerus erhebliche Abgaben auf.
Am 02.12.1792 wurde er von preussisch-hessischen Truppen bei Frankfurt geschlagen. Es folgten weitere Rückzugsgefechte, wie zum Beispiel am 06.01.1793 bei Hocheim. Nach weiteren Angriffen des deutschen Reichsheeres zwischen Bingen und Kreuznach zog er sich nach einem Gefecht bei Alzey am 31.03.1793 auf Landau zurück.
Robespierre schickte Custine zur Nordarmee zurück und übergab ihm den Oberbefehl, jedoch wurde er bei Hochheim erneut von den österreichischen Truppen geschlagen. Auf Initiative Marats und Billaud-Varennes´wurde er vor dem Wohlfahrtsausschuss angeklagt, vorsätzlich der Würde eines Generals der Armee missbraucht und das Interesse der Republik durch Einverständnisse mit den Feinden Frankreichs geschadet zu haben. Er wurde, trotz einner geschickten Verteidigung, am 27.08.1793 zum Tode verurteilt und schon am nächsten Tag, wurde das Urteil vollstreckt.
Seinen Wunsch, das sein Sohn Renaud Philippe Custine (1768 - 1794), durch die Veröffentlichung seiner Papiere, die Ehre des Vaters wiederherstellen sollte, konnte nicht in Erfüllung gehen. Nur wenige Monate später folgte der Sohn, der seinem Vater als Adjutant diente, ihm in den Tod. Später veröffentlichte der spätere General Baraguay d'Hilliers die Papiere unter dem Titel ""Mémoires posthumes du géneral francais comte de C., rédigés par un de ses aides de camp" (deutsch, Berl. 1795, 2 Bde.).