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Die vermeintliche Standarte des Lützower Freikorps im Stadtmuseum Nauenburg

Das Stadtmuseum Naumburg haben eine Standarte des Lützowschen Freicorps in ihrem Fundus.

Diese Standarte ist 620 x 520 mm groß und hat zeigt den preussischen Adler mit Krone und Monogramm König Friedrich Wilhelm III von Preussen. Im unteren Bereich befindet sich ein Kranz. Das Bildmotiv ist oberhalb mit den Schriftzug "Mit Gott" und unterhalb des Kranzes mit dem Schriftzug "Für König und Vaterland 1813" versehen worden.

Vor Ausbruch der Befreiungskriege erhielt der ehemalige preussische Major Adolph von Lützow durch den preussischen König Friedrich Wilhelm III. ein Freikorps aufzustellen. Diesem Freikorps gehörten u.a. der Dichter Theodor Körner, Friedrich Ludwig "Turnvater" Jahn, Karl Friesen, der Dichter Josef von Eichendorff, der Schöpfer der Kindergärten Friedrich W. A. Fröbel, Eleonore Prochaska, u.a. Das Freicorps operierte meistens im Rücken des Gegners, der propagandistische Erfolg des Freicorps war weitaus größer als sein militärischer Wert.

Während des Überfalls von Kitzen, wo das Freicorps von Lützow schwere Verluste hinnehmen musste, soll der junge Lützower Jäger Karl Wilhelm Beyer das Tuch von der Standartenspitze gerissen haben um es vor dem feindlichen Zugriff zu schützen. Etwa 100 Jahre später gelangte das Fahnentuch über die Nichten Beyers in den Besitz des Naumburger Stadtmuseums.

So wurde Karl Wilhelm Beyer am 20.10.1794 in Alt-Worow / Kreis Dramburg geboren und habe diese Fahne im Lützowschen Freikorps getragen. Seine Nachfahren konnten nur berichten, das er dieses Standartentuch stets unter seinem Waffenrock getragen habe. Nach der Auflösung des Freicorps von Lützow ist er in das IR 29 als Offizier eingetreten. Er starb als Obersteleutnant a.D. im August 1867 in Frankfurt / Oder.

Das Standartentuch wurde im Jahre 1913 anlässlich der großen Ausstellung zur Hundertjahr-Feier der Befreiungskriege der Stadt Breslau gezeigt. An der Echtheit des Objektes bestand kein Zweifel.

Da das Lützowsche Freicorps nicht als Linienregiment aufgestellt war, sondern nur während des akuten Krieges seine Existenzberechtigung hatte, war es unüblich, das Standarten oder Fahnen für das Freikorps geführt wurden. Erst im Januar 1815, als das Freikorps in das 25. rhein. Infanterie-Regiment überführt  wurde, verlieh König Friedrich-Wilhelm III. der nunmehrigen Linientruppe eine Standarte im allgemeinen Muster der preussischen Truppenfahne. Es gibt auch Überlieferungen, das Jahn selbst eine Fahne, gestickt von den Berliner Frauen, mit sich führte.