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Anka Muhlstein: Der Brand von Moskau Napoleon in Russland

Eine Kritik von Michael Gnessner

Buchdaten
Preis 22,80 €
Autor Anka Muhlstein
Titel Der Brand von Moskau - Napoleon in Russland
Verlag Insel Verlag München
Einband Gebunden
Seitenzahl 323
Maße (cm) 21,4 x 13,2 x 3
Gewicht (g) 490
Jahr 2007
ISBN10 3-458-17391-9
ISBN13 978-3-458-17391-5

Über den Russlandfeldzug Napoleons im Jahre 1812 ist viel geschrieben worden. Memoarien ebenso wie zahlreiche Romane, die den verherrenden Opfer- und Untergang der Grandé Armée als Thema behandeln.

Das neuste Werk stammt von der in New York lebenden französischen Historikerin Anka Muhlstein. Muhlstein hat bereits zahlreiche historische Biographien veröffentlicht und wurde 1996 mit dem Prix Goncourt, der höchsten literarischen Auszeichnung Frankreichs, geehrt.

Die Stärke Muhlsteins in diesem Buch liegt definitiv darin, den Leser auf eine gefühlvolle Reise mitzunehmen. Sie versteht es an Hand zahlreicher Erinnerungen ein Gefühl für die Hoffnungen und Erwartungen der einfachen Soldaten und Offiziere zu wecken. Sie schildert hautnah den täglichen Kampf um´s nackte Überleben, von der Suche nach Lebensmitteln für Mensch und Tier, die Enttäuschung, als man Städte eroberte und doch nur verbrannte Erde vorfand. Muhlstein schildert aber auch genauso schonungslos die Enttäuschung und die Leiden der Grandé Armée und der russischen Soldaten und Bevölkerung.

Sie schildert auch eindringlich, wie blind die Grandé Armée in Russland operierte. Oft war der Führung um Napoleon nicht bekannt, wo der Gegner sich befand oder gar wie stark er war. Ebenso kommt die Ratlosigkeit der französischen Führung zum Ausdruck, das der russische Krieg nach ganz anderen Maßstäben als alle vorherigen geführt wurden. Und neben der katastrophalen Versorgungslage kam auf dem Rückzug noch der harte russische Winter dazu.

 

Bei ihrer Recherche hat sich die Autorin, ein Blick in die genutzten Quellen zeigt es auf dem ersten Blick, auch zahlreiche selten genutze Erinnerungen verlassen. Wie zum Beispiel den Briefwechsel Zar Alexander des ersten oder des Arztes Roos. Trotz aller Quellenvielfalt lässt sich in diesem Werk eine pro-französische Sicht der Dinge nicht ganz verleugnen. Vielmehr gelingt es ihr auf verständliche Weise das Gefühl für die Entscheidungen beider Seiten vom menschlichen Aspekt zu erklären.

Mit Anka Muhlsteins Buch »Der Brand von Moskau - Napoleon in Russland« liegt seit Jahren endlich wieder ein Buch vor, dass aus Sicht des einfachen Menschen berichtet. Es ist sicherlich eine interessante Ergänzug zu Eckhard Kleßmanns »Napoleons Rußlandfeldzug in Augenzeugenberichten«, das vor mehr als 40 Jahren erschien