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Ferdinand Kobell

* 07.06.1751 in Mannheim
† 01.02.1799 in München

Ferdinand Kobell wurde am 07.06.1740 in Mannheim geboren. Er studierte nach erfolgreicher Reife in Mannheim zunächst an der nahegelegenen Universität Carolinga-Ruperta zu  Heidelberg. Auf Wunsch seines Vaters studierte der junge Kobell Jura. Jedoch studierte er sehr widerwillig und konnte auch in späteren Alter dem Jura-Studium keine Freude abgewinnen, er genoss vielmehr die Schönheiten der Landschaft.

Er widmete sich der Landschaftsmalerei bei seinen Wanderungen durch das schöne Neckartal, die Höhenzüge der Hardt oder die Bergstraße. Am Ende seines Studiums war er mehr im Umgang mit dem Pinsel geschult, als in den juristischen Wissenschaften. Er bestand das Examen 1760 jedoch mit befriedigenden Ergebnisse und wurde zum Sekretär an der kurfürstlichen Hofkammer bestellt. Seine freie Zeit nutzte er jedoch um sein Zeichentalent zu verbessern.

Kurfürst Karl Theodor bekam im Jahre 1762 einige Werke von Kobell zu Gesicht und entschied sich das junge Talent zu fördern. So erlaubte der Kurfürst den Austritt aus dem Staatsdienst und wies Kobell sogleich ein Kunststipendium an der Mannheimer Akademie. Auf eine spezielle Ausbildung in seinem  Spezialfach Landschaftsmalerei musste er jedoch verzichten, da der Lehrstuhl nicht besetzt war. Er wurde in Gemäldemalerei von Peter Berscheffelt ausgebildet.

Im Jahre 1768 begleitete Kobell den Grafen von Sickingen, der als a. o. kurbadischer Gesandter wirkte. an den Hof von Versailles. Kobell blieb mit Genehmigung der Kurfürsten 18 Monate in Paris und studierte in den alten Künstlerwerkstätten und Staatssammlungen. Nach Abschluss seiner Pariser Zeit, in der er durch den Grafen von Sickingen eingeführt wurde, seine künstlerische Ausbildung.

Nach der Rückkehr aus Paris wurde er 1769 durch den Kurfürsten zum Kabinettsmaler ernannt. Kurze Zeit später erfolgte seine Ernennung zum Direktor und Professor an der Kunstakademie in Mannheim. Kurz vor seinem Tode wurde er 1798 auch noch zum Direktor der Mannheimer Akademie ernannt.

Er führte in seinem Hause einen kleinen Kreise der Familie mit Freunden ein stilles und behagliches Künstlerleben. Sophie La Rochelle, die Jugendfreundin Wielands, schildert in einem ihrer Briefe über den Aufenthalt bei Kobell

»in dem es jedem gutgesinnten Menschenkinde so wohl ist! ... Die Natur selbst musste Kobell zu ihrem Maler bestimmen. Er zeigt sich wie eine offene fruchtbare Landschaft voll schöner Anhöhen und Felder, der jedem Schritte, den man vorwärts geht, vermehren sich Anmut und Reichtum. Ebenso ist´s mit Kobells Unterredung; je weiter sie geht, je mehr Kenntnisse seines Geistes, je mehr Güte seines Herzens wird sichtbar.«

Kobell ist jedoch auch ein Beobachter der politischen und militärischen Ereignisse. So bedauert er die Ohnmacht, die mit  dem drohenden Zerfall des Reiches, einhergeht. Im Jahre 1793 siedelte er, durch die drohenden Kriegsereignisse bewogen, nach München über. Dort verstarb er am 01.02.1799 als hochgeachteter Landschaftsmaler.