Sophie Bernardi
* 28.02.1775 in Berlin
† 01.10.1833 in Tallin/Livland

- Sophie Bernadi (1775-1833)
Sophie Tieck wurde am 28.02.1775 in Berlin geboren. Ihre Eltern waren der Seilermeister Johann Ludwig Tieck und seine Ehefrau Anna Sophie, geborene Berukin. Sie war die Schwester des zwei Jahre älteren Schriftstellers Ludwig und des ein Jahr jüngeren Bildhauers Christian Friedrich Tieck. Ihre Schulbildung blieb entsprechend der Zeit dürftig, konnte Sophie doch nicht wie ihre Brüder das Friedrichswerdische Gymnasium besuchen.
Bereits im Alter von 17 Jahren verfasst Sophie Tieck erste Gedichte, diese bleiben jedoch unveröffentlicht. In den Jahren 1795 und 1796 bezieht sie, zusammen mit ihrem älteren Bruder, eine gemeinsame Sommerwohnung, ehe sie auf dessen Anregung in der von Carl August Nicolai verlegten Reihe »Straußfedern« 8 anonyme satirische Erzählungen veröffentlicht.
Im Jahre 1799 heiratete sie den ehemaligen Lehrer und Freund ihres Bruders Ludwig, August Ferdinand Bernhardi. Die Eheleute trennten sich im Jahre 1804, nach einer Affäre mit August Wilhelm Schlegel. Im Jahre 1807 wurde diese Ehe geschieden, jedoch folgten noch jahrelange Auseinandersetzungen um das Sorgerecht für die Kinder. Zusammen mit Bernhardi hatte sie 3 Kinder, von denen jedoch zwei nicht über das Kindsalter hinauskamen.
Zunächst erscheinen in dritten Band von A.F. Bernhardis »Bambocciaden« zwei Lustspiele seiner Gattin. Im gleichen Jahr veröffentlichte sie auch den Aufsatz »Lebensansicht« im »Athenaeum«. Im folgendem Jahr erschien ihr erster Roman »Julie St. Albain«.
Im Frühjahr 1805 reist Sophie Bernhardi zusammen mit ihrem Bruder Ludwig nach Rom, wo sie zum ersten Mal den estländischen Gutsbesitzer Baron Karl Gregor von Knorring trifft. Sie reiste im Jahre 1807 mit von Knorring über München und Prag nach Wien, ehe sie im folgendem Jahr zusammen mit ihrem Bruder Ludwig nach München zurückreist. Dort lebt sie zusammen mit Ludwig Tieck und zu ihrem Gästen gehören Friedrich Schlegel, Friedrich Heinrich Jacobi, Karl Friedrich von Rumohr und Schelling. Als sie sich 1810 entschließt zum katholischen Glauben zu konvertieren und die zweite Heirat mit Karl Gregor von Knorring führte dieses in den Augen der Zeitgenossen zu einem öffentlichen Skandal. In die Kontroverse griffen zahlreiche Freunde und Bekannte der Dichterin ein, wie zum Beispiel August Wilhelm Schlege, ihr ehemaliger Geliebter, Ludwig Tieck, Friedrich de la Motte Fouque und Johann Gottlieb Fichte. Ab 1812 übersiedelt das Paar auf das Landgut Arroküll in Estland und 1820 nach Heidelberg. Dort wird sie im gleichen Jahr auch ihren Bruder Ludwig das letzte Mal treffen. Beide Geschwister sind sich im Laufe der Jahre fremd geworden.
Im Jahre 1806 verfasste sie zusammen mit Friedrich de la Motte Fouque »Schillers Totenfeier. Ein Prolog«. Es folgten weitere Veröffentlichungen, wie z.B. das Trauerspiel »Egidio und Isabelle« und 1822 »Flore und Blanscheflur«, das durch Friedrich August Schlegel herausgegeben wird.
Nach ihrer endgültigen Übersiedlung auf das Familiengut Erwita beschäftigte sie sich mit ihrem umfangreichen Roman »Evremont«, der nach ihrem Tode durch Ludwig Tieck herausgegeben wurde.
Durch ihren Bruder Ludwig Tieck kam sie bereits früh mit Literatur in Verbindung. Sie beteiligte sich in dieser Zeit lebhaft an den Zeitschriften der Romantiker sondern versuchte sich auch in eigenen größeren Dichtungen. Doch ein großer Durchbruch der über "weibliche gefühlsschwelgerische Anempfindung" hinausgeht, gelingt ihr nicht.
Sophie von Knorring stirbt im Alter von 58 Jahren am 12.10.1833 in Reval an einem Nervenschlag.
schlag.
Werksübersicht
- Bambiocciaden (1797 - 1800)
- Julie Saint Albain (1801)
- Wunderbilder und Träume in elf Märchen (1802)
- Dramatische Phantasien (1804)
- Evremont (1836) postum veröffentlicht durch Ludwig Tieck