Karl Friedrich Reinhard
* 02.10.1761 in Schorndorf / Württemberg
† 25.12.1837 in Paris
Geboren wurde Karl Friedrich Reinhard am 02.10.1761 als Sohn des 2. Stadtpfarrers von Schorndorf als ältestes von 11 Geschwistern. Eigentlich sollte er den Beruf des Pfarrers ergreifen und schloss sein Theologiestudium in Tübingen 1783 ab. Er lernte während seines Studiums neben Arabisch und Latein auch die französische Sprache.
Neben den Schriften Rousseaus und Voltaires im Orginal studierte er auch die Schriften von Lessing, Klopfstock, Goethe Geßner und der Dichter, die sich im Göttinger Hainbund zusammengeschlossen hatten. Bereits im Jahre 1781 arbeitete er an der ersten Ausgabe des schwäbischen Musenalmanach auf das Jahr 1782. Anfang Oktober 1782 traf er den jungen Friedrich Schiller in Stuttgart, der auch - wie damals unter den jungen Literaten üblich - eine große Begeisterung für die Lehren Rousseaus verband.
Ein besonderes Verhältnis entwickelte der junge Reinhard für Frankreich. War es doch auf einer Seite der Motor und Antrieb für die geistigen Ideen der Aufklärung, wie z.B. Rousseaus Naturrecht und auf der anderen Seite war es das Land des Despotismus, des Sittenverfalls und Atheismus, welches alle europäischen Höfe nachmachten.
Von 1783 an war er für 3 Jahre Vikar bei seinem Vater in Ballingen. Ihm fiel es schwer, auf dem Dorfe zu leben und sehnte sich nach seiner Freiheit. Im April 1786 übernahm er bei der Familie Blonay in Vevey / Schweiz die Stellung des Hauslehrers an. Nach einem Jahr übernahm er eine Hauslehrerstelle in Bordeaux um den 13jährigen Jean Teulon zu unterrichten. Zunächst fiel es ihm auch hier wieder schwer, sich einzugewöhnen. In dieser Zeit vertiefte er seine Sprachkenntnisse.
Als im Jahre 1789 die Revolution ausbrach, sah er die persönliche Freiheit für den Einzelnen, Denk-, Meinungs- und Pressefreiheit aber auch Glaubens und Religionsfreiheit verwirklicht. Er änderte durch die Ereignisse der Revolution von 1789 auch seine Einstellung gegenüber der französischen Mentalität, so das seine bis dahin vorhandene Reservierung gegenüber den Franzosen, besonders wegen ihres Leichtsinns einer Hinwendung zu ihrem spontanen Handeln entstand. Besonders der Sturm auf die Bastille (14.07.1789) und die Abschaffung der Feudalwesens (04.08.1789) beeindruckte ihn nachhaltig.
Im Mai des Jahres 1790 besucht Reinhard zum ersten Mal die französische Hauptstadt. Im Oktober des gleichen Jahres lernte er Pierre Victurien Vergniaud und Jean-Francois Ducos, die später als führende Köpfe der Gironde agierten, kennen. Beide hegten zum von der Revolution begeisterten Ausländer Reinhard große Sympathie und Freundschaft und boten ihm im Januar 1791 an Mitglied in der Société des Amis de la Constitution in Bordeaux zu werden. Während der Flucht Louis XVI. mit seiner Familie schwor er vor der Versammlung der Société des Amis "als Franzose leben und sterben zu wollen" Die Versammlung sah von diesem Zeitpunkt in ihm nur noch einen Franzosen. Am Ende des Jahres 1791 übersiedelt er zusammen mit seinen Freunden Vergniaud, Ducos und Guadet nach Paris. In seiner Abschiedsrede vor der Société in Bordeaux bekundet er, das er sich immer noch als Franzose fühlt und auch die am 03.09.1791 beschlossene Verfassung befürwortet. Gleichzeitig schränkt er dies jedoch ein
Frühere heilige Bande binden mich immer noch an ein anderes Land als an das Eure. Ich werde wählen, wenn es nötig sein wird; aber bis dahin werde ich unabhängig bleiben. [...] Welches auch sei dass Vaterland, das mich empfängt, ich werde bis zur letzten Stunde meines Lebens Eure Verfassung lieben und Eure Gesellschaft anhängen.
Von seinem Aufenthalt in Paris erhofft er sich als Bindeglied zwischen Deutschen und Franzosen agieren zu können. So stellte er sich vor z.B. als Korrespondent einer deutschen Zeitung oder als unabhängiger Schriftsteller zu arbeiten. Zeitweise arbeitete er für den "Moniteur und übersetzt für diesen die seit Januar 1792 in Berlin veröffentlichten Zeitschrift "Minerva" Artikel mit historischen und politischen Inhalten. Damit konnte er seinem Wunsche, seine deutschen Landsleute über die politischen und literarischen Ereignisse in Frankreich informieren.
Über seine politischen Kontakte zur Gironde lernt Reinhard neben anderen politischen Köpfen des damaligen Paris auch den Abbé Sieyés kennen und wird von diesem an den Außenminister Dumouriez weiterempfohlen. Dieser stellt im am 15.04.1792 als königlichen Legationssekretär des neuen Gesandten Chauverlin in London ein. Der eigentliche Gesandte in London ist jedoch Talleyrand, und eine lange Freundschaft zwischen diesen beiden Männern beginnt. Die Aufgabe der Londoner Vertretung war, England zu einer neutralen Haltung im bevorstehenden Krieg gegen Franz II. als König von Ungarn und Böhmen. Die Hinrichtung Louis XVI. am 21.01.1793 führte jedoch zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen England und Frankreich sodaß Reinhard nach Frankreich zurückkehrte.
Nun wollte Reinhard, inzwischen herrschte zwischen dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation und Frankreich Krieg, an einen deutschen Hof versetzt werden. Doch wurde ihm dieses Ansinnen verwehrt und er wurde am 16.02.1793 zun Gesandschaftssekretär in Neapel ernannt. Am 08.05.1793 erreichte er Neapel. Jedoch erwartete er nach der Verhaftung seiner Girondistischen Freunde auf seine Abberufung und Zurückbeorderung nach Frankreich. Nachdem das Königreich beider Sizilien, die auf der Seite Englands in den Krieg eintraten. Am 01.09.1793 wurde einem britischen Flottenverband das Anlegen im Hafen von Neapel gestattet und die französische Gesandtschaft erhielt die Aufforderung, das Land binnen 8 Tagen zu verlassen. Bei seiner Rückkehr nach Frankreich erfährt er von der Hinrichtung seinder girondistischen Freunde am 31.10.1793. Am 11.11. des gleichen Jahres kommt er in Paris an und wird am folgenden Tag zum Bürovorstand der 3. Division im Ministerium des Äußeren ernannt. Während der jakobinischen Terrorherrschaft ermöglicht er mehreren Deutschen die Flucht.
Am 01.04.1794 schaffte die jakobinesche Herrschaft alle Minister ab und stellte die Führung des Staates unter die Leitung des Wohlfahrtausschusses unter Leitung von Robespierre. Am 18.04.1794 rechtfertigte er sich in schriftlicher Form, verschwieg jedoch seine Freundschaft mit den Girondisten. Er sei der Revolution durch alle Gewohnheiten des Geistes und Herzens und der Republik durch ihre Wohltaten verbunden, auch bereit, sich für sie aufzuopfern und legte sein Schicksal in die Hände des Wohlfahrtausschusses. Dieser sollte darüber entscheiden, ob er den geheiligten eines französischen Bürgers verzichten müsse und ob er, der im Feindesland Geborende für die Republik Dienst tuen dürfe. Er wurde verhaftet und nur der Sturz Robespierres am 9. Themidor verhinderte seine Hinrichtung. Am 24.07.1795 wird er zum Gesandten bei den deutschen Hansestädten mit Sitz in Hamburg ernannt. Er erreichte Hamburg am 28.09.1795 und hatte die Aufgabe die großen Häfen im Norden Deutschlands für den französischen Handel offen zu halten. Grundlage war der Friedensvertrag zwischen Preussen und Frankreich in Basel.
In Hamburg verkehrte Reinhard u.a. mit den aufgeklärten Familien Reimarus und Sieveking. Am 12.10.1796 heiratet er Christine Reimarus. Vor dem Direktorium musste er sich erneut rechtfertigen und tat dies mit der Tatsache, das seine Frau in Gefühlen schon Französin sei und dies für seine Wahl das entscheidene war.
Am 13.12.1797 wird er zum Gesandten am Hofe des Großherzogs Ferdinand III. von Toskana ernannt und reist am 18.04.1798 nach Florenz ab. Dort trifft er zusammen mit seiner Frau und seinem Privatsekretär Georg Kerner ein. Seine Reise führte ihn über Rastatt, Tübingen und Balingen am 18.05.1798 ein. Nach der Flucht des Großherzogs im Frühjahr 1799 übernimmt Reinhard die Zivilverwaltung in der Stadt, doch schon am 04.07.1799 floh er vor den erfolgreich in Norditalien voran marschierenden russisch-österreichischen Truppen unter Marschall Surorow. Am gleichen Tage wird er zum Gesandten bei der Helvetischen Tochterrepublik nach Bern berufen. Er kommt am 27.09.1799 in Paris an und wird am 05.09.1799 zum NAchfolger des zurückgetretenen Außenministers Talleyrand. NAch Napoleons Staatsstreich am 18. Brumaire (09.11.1799) musste er am 21.11.1799 das Amt des Außenministers wieder am Talleyrand abgeben. Er wird erneut als Gesandter nach Bern beordert wo er am 22.02.1800 eintrifft. Er trifft im Juli des gleichen Jahres mit den württenbergischen Verleger Cotta zusammen und studiert die Schriften Schillers und besucht im Oktober Lavater und im gleichen Jahr folgte noch eine Begegnung mit den Theologen Ignaz Heinrich Karl Freiherr von Wessenburg, der sich vor allem gegen die Säkularisationsbestrebungen im Reich wendet. Die Abberufung erfolgt im September 1801 und er hält sich bis zu seiner Ernennung als Gesandter beim niedersächsischen Reichskreis in Hamburg (15.04.1802) auf. Napoleon verfolgte mit der Entsendung Reinhards, den niedersächsischen Reichskreis zum Kriegseintritt gegen England auf französischer Seite zu bewegen. Er traf am 06.06.1802 in der Hansestadt ein, sein Ansinnen wurde jedoch nicht von den Räten begrüßt, bedeutete es doch den Untergang der wirtschaftliche Untergang der Hansestädte. Als er sich weigerte, an der Entführung eines eines englischen Diplomaten mitzuhelfen, berief ihn Napoleon von seinem Posten am 22.03.1805 entbunden. Seine Rückkehr von Hamburg führte ihn über Köln, wo er mit dem Kunstgelehrten Sulpiz Boissenrée zusammentraf. Später traf er auch mit Friedrich Schlegel zusammen. Gleichzeitig überlegte er sich, in den nun zu Frankreich gehörenden Rheinlande ein kleines Anwesen zu kaufen.
Während des Krieges von 1806 wurde er Ministerresidenten in den Türkischen Donauprovinzen und Generalkonsul in der Moldau mit Sitz in Jassy. Er reiste über seinen Geburtsort Schorndorf, Wien, München, Budapest. Am 23.03.1806 traf er in Jassy ein. Am 07.12.1806 wird er vorn russischen Kosaken mit samt seiner Familie entführt und nach Krementschuk am Dnjepr gebracht. Er wird für einen Monat interniert. Am 20.01.1807 befahl Zar Alexander I. seine Freilassung und sie wurden zum Grenzübergang nach Lemberg gebracht. Während seiner Gefangenschaft litt seine und die Gesundheit der Familie schwer. Er bekommt vom Außenministerium die Erlaubnis zunächst eine Kur in Karlsbad anzutreten. Bei seinem Kuraufenthalt lernt er Johann Wolfgang von Goethe kennen. Sie reden viel über deutsche und französische Literatur sowie über die Farbenlehre Goethes.Am 15.07.1807 reist Reinhard von Karlsbad in Richtung Paris ab. Dabei fährt er über Leipzig, Weimar, Koblenz und erreicht Anfang September die französische Hauptstadt. Er kauft sich das zwischen Köln und Bonn gelegene Jagdschloss Falkenlust und zusammen mit Sulpiz Boisserée das vormalige Kloster Apollinarisberg bei Remagen. Am 01.03.1808 zieht er im Jagdhaus Falkenlust ein.
Zu dieser Zeit führt Reinhard Gespräche mit Friedrich Schlegel über Religion und Mystizismus. In Schlegels Kritik des Protestantismus beschreibt er diesen als Anhäger der natürlichen Religion und Gegner der Theologie. Reinhard korrespondiert mit Goethe und beginnt dessen Werke ausführlich zu lesen.
Mit der Ernennung zum Gesandten am Hofe König Jeromes in Kassel legen sich auch die finanziellen Sorgen des zwischenzeitlich arbeits- und pensionslosen Diplomaten. Napoleon sieht in Reinhard die richtige Person, seinen Bruder als König von Westfalen richtig zu lenken. und zu unterstützen. Er nahm die Berufung Jeromes zum Familienminister sehr gerne an, da er auf diese Weise ein französisches Deutschland schaffen konnte.
Reinhard versuchte die Errungenschaften der französischen Revolution im Königreich Westfalen umzusetzen. So schuf er eine geschriebene Verfassung, gewählte Landstände, die Abschaffung der Leibeigenschaft und von Privilegien einzelner gesellschaftlicher Gruppen, die Gleichheit aller vor dem Gesetze, bürgerliche Freiheit und Gleichheit durch die Einführung des Code Napoleon für realisierbar. So konnte, nachdem die Staaten linksrheinisch im Frieden von Lunéville (09.02.1801) gezwungen wurden, französisch zu werden mit den rechtsrheinischen Gebieten weitere Teile Deutschlands zur Brücke in Richtung Frankreich werden. Am 24.02.1809 wird Reinhard zum Chevalier de l`Empire ernannt. Im selben Jahr wird er in die Königliche Sozietät der Wissenschaften in Göttingen berufen. Sylvester 1809 erfolgt seine Ernennung zum Baron de l`Empire. Über seine Arbeit in Westfalen schreibt er am 24.04. dem französischen Außenminister Talleyrand:
Seit vier Jahren ist das große Werk so seiner Vervollkommnung entgegengegangen, und die französischen Einrichtungen haben so tief Wurzeln geschlagen, dass das Schreckgespenst einer Rückkehr der alten Ordnung nicht einmal bei unwissenden und weniger gut gesonnenen Leuten gewisse Hoffnungen und Wünsche wach hält.
Gleichzeitig beklagt er sich jedoch auch über das Verhalten König Jeromes und seiner Gattin Friederike Katharina, einer württembergischen Prinzessin. Die in Westfalen ansässigen Franzosen würden den Musterstaat eher als eine Kolonie sehen, in der man das schnelle Vermögen erringen könne. Nach dem Alliierten Sieg vom 31.03.1814 in Paris glaubt Reinhard sich am Ende seiner Rolle in Frankreich, da er sich stets der Revolution und Republik und dem Kaiserreich verschrieben hatte. So wünschte er sich eine Anstellung in Deutschland oder bei Erhalt einer kleinen Pension auf sein Landgut nach Falkenlust zurückziehen zu können. Doch Talleyrand, der auch unter den Bourbonen zunächst als Außenminister agierte, bot ihm die Stellung eines Kanzleidirektors des Außenministeriums und des Staatsrats an, die Reinhard am 14.05.1814 annahm.
Reinhard wird in den Sog des Untergangs des napoleonischen Herrschaftsgefüges des Jahres 1813 verstrickt. Am 23.07.1813 wird er von Napoleon zum letzten Mal im Rahmen einer Audienz in Dresden empfangen. Am 28.09.1813 floh er aus Kassel, kam jedoch Mitte Oktober zurück und flüchtete nach der Rettung der Kasseler Notablen endgültig am 26.10.1813 in Richtung Paris. Am Morgen des 20.03.1815 verließ er, dem Tross Louis XVIII. nach Brüssel und Gent folgend Paris. Vom 02. bis 30.04.1815 wurde er von preussischen Militärpolizisten verhaftet und nach Frankfurt gebracht. Erst auf Initiative Louis XVIII. und Talleyrands wurde er aus der Haft entlassen. Am 23.05.1815 erreicht er den Hof Louis XVIII. in Gent.
Nach dem Sieg von Belle Alliance / Waterloo am 18.06.1815 kehrt er zusammen mit den Bourbonen nach Paris zurück und nimmt seine alte Stellung wieder ein. Louis XVIII. erhebt Reinhard am 22.08.1815 in den Stand eines Grafen, wodurch er nun auch ein Landgut in Frankreich erwerben kann. Dies führte 1817 zum Verkauf des Landsitzes am Rhein. Am 26.11.1815 wird er zum Bevollmächtigten Gesandten beim Deutschen Bundestag in Frankfurt und bei der freien Stadt Frankfurt ernannt. Während einer Kur 1822 in Baden-Baden lernt er den Weimarer Kanzler Müller kennen. Es folgen in den nächsten Jahren mehrere Begegnungen mit Goethe in Weimar. In den Jahren 1826 und 1827 unternimmt er Reisen in die Schweiz, nach Oberitalien und Norwegen. Vom Oktober 1828 - Februar 1829 verbringt er einige Wochen in Paris.Am 17.09.1829 wird er durch die Regierung Polignac aus Frankfurt abberufen. Er besucht vor seiner Abreise aus Frankfurt noch einmal Goethe in Weimar. Im folgenden Jahr unternimmt er Reisen in die Auvergne und nach Burgund.
Während der Juli-Revolution des Jahres 1830 wird er - nach Ablösung König Karl X. durch den Bürgerkönig Louis-Philippe de Orléans in Abwesenheit zum Kommissar der Auswärtigen Angelegenheiten ernannt. und am 14.10.1830 erfolgt seine Ernennung zum Gesandten am sächsischen Hof in Dresden, wo er am 11.06.1832 endgültig abberufen und und in den Ruhestand versetzt wird. Am 12.10.1832 wird er zum Pair von Frankreich ernannt.
Am 26.12.1832 wird ihm durch Lettres de Grande Naturalisation offiziell die französische Staatsbürgerschaft verliehen. Sein stetes Hin- und her gerissen sein zwischen Frankreich und Deutschland wurde wohl erst durch die Übernahme in den Dienste Louis XVIII. und seiner Indienststellung für den Bourbonenstaat zu Gunsten Frankreichs entschieden. An seinen Freund Hamier in Kassel schrieb er
Ich gehöre jetzt zum alten Frankreich, das wieder auflebt.
Sein Entschluss für die konstitutionelle Monarchie und Frankreich war sicherlich durch seinen Wunsch nach Frieden geprägt. Der König, der unter Beibehaltung der Errungenschaften der Revolution dem Volke eine Verfassung und ein Parlament anbot, akzeptierte auch den Deutschfranzosen Reinhard. Reinhard konnte so auch seinen politischen Maximen und Grundsätzen treu bleiben, denn eine bessere Alternative konnte ihm in Deutschland nicht geboten werden. Aber er war wohl eher ein Weltbürger, da sein eigentliches Vaterland weder Deutschland noch Frankreich waren. Der ehemalige Außenminister Talleyrand nannte Reinard in seiner Gedenkrede am 03.03.1838 "das Geschenk Tübingens an Frankreich."
Von 1803 bis 1817 war Karl Friedrich Reinhard Mitglied des Institut de France in der Klasse alter Geschichte und Literatur. Ab 1816 wird er Mitglied der Akademie der Inschriften und schönen Wissenschaften in Paris. Am 01.05.1821. Im Jahre 1832 wird er noch in die Akademie der moralischen und politischen Wissenschaften aufgenommen, deren Vizepräsident er 1834 wird. Er reist im Juli 1837 noch nach London und Hamburg und im September 1837 nimmt er an den offiziellen Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Universität Göttingen teil.
Nachdem ihm 1804 der Titel eines Kommandeurs der Ehrenlegion verliehen wurde, folgte am 01.05.1821 die Ernennung zum Groß-Offizier der Ehrenlegion. Am 26.08.1829 wird ihm das Großkreuz der Ehrenlegion verliehen.
Am 19.02.1815 starb seine erste Ehefrau Christine in Paris. Am 13.04.1825 heirate er die junge Französin Virginie von Wimpffen (25.03.1801 - 18.12.1886). Er hatte eine Tochter, (25.03.1801-24.03.1861) und eines Sohnes (12.11.1802 - 14.10.1873). Reinhard starb im Alter von 76 Jahren am 25.12.1837 in Paris und wurde auf dem Friedhof Montmarte beigesetzt.
