Karoline Christine Louise Rudolphi
* 24.08.1754 in Magdeburg
† 15.04.1811 in Heidelberg
Karoline Christine Louise Rudolphi wurde am 24.08.1754 in Magdeburg geboren. Ihr Vater, Präzeptor an der Mädchenschule des Potsdamer Waisenhauses, verstarb, als Karoline Rudolphi gerade 9 Jahre alt war. Ihr Bruder Ludwig konnte die Lateinschule in Halle besuchen, während sie sich mit Handarbeiten und Stundengebeten ihren Lebensunterhalt sichern. Mit 13 Jahren lernte die Rudolphi, die bis zu diesem Zeitpunkt von der Mutter sehr behütet aufgezogen wurde, wenig Gelegenheit gegeben, in Kontakt mit anderen Menschen zu treten. Durch eine befreundete Familie lernte die junge Frau die Dichtung von Klopstock, Wieland und Goethe kennen.
Durch die bisherige Einsamkeit versuchte das zart beseitete Mädchen nun, ihre Gefühlswelt in Form der Poesie Ausdruck und Stimme zu verschaffen. So entstanden ihre Morgenlieder, als Ergebnis durchwachter und durchträumter Nächte. Einen größeren Einfluss auf Rudolphi hatte ihr von der Universität zurückgekehrter Bruder, der sich bemühte, ihre Wissenslücken zu schließen. Für ihr weiteres Lebens war jedoch der Umgang mit einer Freundin und insbesonderer der Umgang mit deren Kindern prägend. Sie wurde Mädchenerzieherin; ein Versuch zu heiraten scheiterte aus materiellen Umständen.
In dieser Zeit hatte sie schon erste Gedichte in verschiedenen Literaturzeitungen (Iris, Deutsches Museum, Teutscher Merkur) veröffentlicht.
Ihre erste Stelle trat sie bei der Familie von Röper in Neubrandenburg an, jedoch war es nicht immer eine glückliche Zeit, da die Familienverhältnisse ihres Arbeitgebers nicht die besten waren. Jedoch machten die Mädchen sehr an ihr hingen. Erst nach 5 Jahren verließ sie ihre Stellung, nahm jedoch auf Bitten ihres bisherigen Arbeitgebers dessen Kinder mit, da man sie in guter Obhut wusste.
Sie ging nach Hamm bei Hamburg, wo sie ein Mädchenpensionat eröffnete. Zusammen mit ihrem Bruder, der unter anderem das Buch "Die Erziehung der Jugend." verfasst hatte, kümmerten sie sich um die Erziehung und Ausbildung der jungen Menschen. Sehr schnell genoss das Institut einen guten Ruf in Nah und fern.
In dieser Zeit schloss Rudolphi eine Freundschaft mit Klopstock und gehörte dem aufgeklärten Reimarus-Kreis.
1803 zog es die Rudolphi nach Heidelberg, wo sie als weiblicher Sokrates unter anderem dem Kreis um Creutzer, Görres, Achim von Armin, Brentano und Friedrich Heinrich Christian Schwarz angehörte. Sie wurde hochgeachtet und berühmt. In Heidelberg schrieb sie auch "Gemälde weiblicher Erziehung", wo sie ihre reichhaltige Erfahrung als Pädagogin und Erzieherin verarbeitete. Bis zu ihrem Tode am 15.04.1811 war sie auch Leiterin und Lehrerrin eine Mädcheninstituts.
Ihr Grab befindet sich auf dem lutherischen Friedhof in Heidelberg, unweit der Grabstätte ihrer Geistesschwester Sophie von Brentano.
