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August Ferdinand Bernhardi

* 24.06.1769 in Berlin
† 02.06.1820 in Berlin

August Ferdinand Bernardi wurde am 24.06.1770 in Berlin geboren. Er studierte in Halle bei F.A. Wolf, Meieretto und Gedike Philospohie. Im Jahre 1791 kehrte er nach Berlin zurück, wo er am Werderschen Gymnasium zunächst Lehrer wurde. 1805 erfolgte seine Ernennung zum Direktor des Gymnasiums. Im Jahre 1815 wurde Bernardi Mitglied des Konsistoriums und der wissenschaftlichen Prüfungskommission. Kurz vor seinem Tode wurde er noch zum Direktor des Friedrich-Wilhelms-Gymnasiums ernannt.

Eine besondere Beziehung pflegte F.A. Bernhardi zu Ludwig Tieck. In den Jahren 1791/92 war Tieck zugleich Schüler und Lehrer Bernhardis. Tieck dessen Anfänge als Schriftsteller in diese Zeit fallen, half seinem Lehrer Bernhardi und Friedrich Eberhard Rambach bei der Ausarbeitung von Romanen. Tieck eröffnete ihm aber auch den Zugang zu den Kreisen der Romantiker, insbesondere zu den Brüdern Schlegel. Von 1799 bis 1803 war Bernhardi mit Sophie Tieck (1775-1833) verheiratet. Sie war die jüngste Schwester seines Freundes Ludwig Tieck.

Versuche Bernhardis sich als Schriftsteller und Dichter einen Namen zu machen, waren nur von mäßigem Erfolg. Er verfasste satirische Schriften über das Berliner Gesellschafts- und Literaturleben aber auch Gedichte und Erzählungen. Für Literaturzeitschriften und Almanache, wie z.B. für Athenäum oder Europa. Zu seinem bekanntesten Gedichten gehört wohl heute noch »Der Löwe von Florenz«.

August Ferdinand Bernhardi erarbeitete sich vor allem durch seine sprachwissenschaftlichen Werke Ruhm und Ansehen. Er übte mit seinen Veröffentlichungen großen Einfluss auf andere bekannte Sprachforscher wie Wilhelm von Humboldt und Franz Bopp aus. In seiner "Sprachlehre" versuchte er die gramatischen Lehren seines Lehrers F.A. Wolf auf den Grundsätzen der Fichte´schen Wissenschaftslehre zu belegen und fortentwickeln.

Der Sprachwissenschaftler und Schriftsteller August Ferdinand Bernhardi starb am 02.06.1820 in Berlin.

Werksübersicht

  • Vollständige lateinische Grammatik (1795-1797)
  • Vollständige griechische Grammatik (1797)
  • Bambocciaden (1797-1800)
  • Sprachlehre (1801-1803)
  • Anfangsgründe der Sprachwissenschaft (1805)
  • Die Versuche und Hindernisse Karls (Mitarbeit) (1808)
  • Ansichten über die Organisation der gelehrten Schulen (1818)