Wilhelm von Türk
* 08.01.1774 in Meiningen
† 30.07.1846 in Klein-Glienicke
Wilhelm von Türk wurde als jüngster Sohn des Kammerpräsidenten Türk und seiner Ehefrau Maria, geboren von Bibra am 08.01.1774 in Meiningen geboren. Nach dem Tode der Mutter im Jahre 1780 wurde der Junge von seinem Onkel erzogen. Zusammen mit seinem Cousin wurden sie von Hauslehrern ausgebildet.
Nachdem Wilhelm Türks älterer Bruder bereits seit Jahren an der Universität Jena Jura studiert, immatrikulierte er sich im Jahre 1791 ebenfalls in Jena. Zu seinen Kommilitonen gehörten der Dichter Novalis und Türks späterer Dienstherr von Basewitz. Im Jahre 1793 beendete Türk sein Studium. Eine beabsichtigte Anstellung in Berlin wurde ihm jedoch kurzfristig verweigert.
Nach einem Studienaufenthalt in der Schweiz kehrte Wilhelm Türk nach Hildburghausen zurück und machte die Bekanntschaft mit Großherzog Karl von Mecklenburg-Strelitz, der den jungen Juristen noch im Selben Jahr als Auditor seiner Justizkanzlei einstellte. Gleichzeitig wurde er zum Kammerjunker ernannt. Bereits 1794 erfolgte die Ernennung zum Justitzrat und die Heirat mit Wilhelmine von Buch, mit der er einen Sohn und eine Tochter hatte.
Türk wurde später zum Regierungsrat und Schulrat, zunächst in Frankfurt an der Oder und dann in Potsdam befördert. Berühmt ist der Name Türk heute noch als Gründer verschiedener Fürsorgeeinrichtungen und als Erzieher. So gründete er ein Waisenhauses im Jagdschloss Glienicke, er wurde als »preussischer Pestalozzi« bezeichnet.
Um seine Zöglinge zu beschäftigen, griff er erneut - die bereits unter dem Großen Kurfürsten Bestand hatte - die Seidenraupenzucht auf. Berühmt wurde dieses Projekt als Glienicker Maulbeerplantage.
Nach einer Fußverletzung um Ostern 1846, der Türk keine Bedeutung beimaß, verstarb er vermutlich an den Folgen einer Blutvergiftung am 30.07.1846 in Klein-Glienicke, wo er lange Zeit dem nach ihm benannten »Türkshof« bewohnte. Die Beisetzung auf dem Kirchhof von Klein-Glienicke gestaltete Hofprediger Grisson.
- Kurze Anleitung zur Erziehung und Pflege des Maulbeerbaums und zum Seidenbau. Bessler, 1851 (zusammen mit Hermann Sello)
- Vollständige Anleitung zur zweckmässigen Behandlung des Seidenbaues und des Haspelns der Seide sowie zur Erziehung und Behandlung der Maulbeerbäume nach den neuesten Erfahrungen und Beobachtungen, 1829