Startseite > Biographien > P > Palm

Johann Philipp Palm

* 18.11.1766 in Schorndorf
26.08.1806 in Braunau am Inn

Der spätere Buchhändler Johann Philipp Palm wurde am 18.11.1766 im württenbergischen Schorndorf als Sohn eines Apothekers geboren. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er bei seinem Onkel, dem Buchhändler Johann Jakob Palm in Erlangen den Buchhandel. Auf einer Reise nach Leipzig zur Ostermesse lernte er den Buchhändler Stein aus Nürnberg kennen und dieser bot ihm eine Stelle als Gehilfe in seinem Geschäfte an. Palm heiratete die Tochter Steins und wurde Besitzer der Stein´schen Buchhandlung in Nürnberg.

Im Jahre 1806 erschien im Verlag dieser Buchhandlung eine kleine Broschüre ohne Angabe des Verfassers mit dem Titel "Deutschland in seiner tiefen Erniedrigung". Die 144 S. umfassende Schrift beleuchtete mit politischen Sachverstand und verurteilte das Verhalten der französischen Truppen in Bayern. Ein Exemplar versandte Palm an die Stage´sche Buchhandlung nach Augsburg. Diese verkaufte es an einen Geistlichen, der französische Offiziere im Quartier hatte. Auf Grund ihrer Deutschkenntnisse konnten sie den Inhalt der Broschüre verstehen und waren wenig begeistert. Sie meldeten dies der französischen Regierung. Es konnte ganz schnell ermittelt werden, das diese Broschüre durch Palm vertrieben wurde. Am 28.07.1806 wurde bei Palm in Nürnberg eine Hausdurchsuchung vorgenommen, die jedoch ergebnislos blieb. Sein Geselle Pech hatte die Exemplare bei Seite geschafft. Palm weilte zu dieser Zeit zur Messe in München.

Als er erfuhr, das der Buchhändler Jenisch von der Stage´schen Buchhandlung wegen er Verbreitung der Broschüre verhaftet wurde, floh er zu seinem Onkel nach Erlangen. Erlangen befand sich zu dieser Zeit noch unter preussischen Herrschaft. Er kehrte nach einigen Tagen nach Nürnberg zurück, obwohl ihn seine Freunde warnten, ließ sich jedoch nicht öffentlich sehen. Dies verhinderte jedoch nicht seine Verhaftung. Als er verhaftet wurde, gab er an, diese Schrift von unbekannter Hand zur Verbreitung erhalten zu haben. Daraufhin wurde im befohlen, sein Haus nicht mehr zu verlassen. Nach einer Nacht im Rathaus wurde Palm zusammen mit seinem Anwalt Dr. Holzschuher in einem Wagen zu Marschall Bernadotte nach Ansbach gesandt. Hier brachte man ihn in ein Gefängnis und erklärte, das seine Verhaftung durch einen direkten Befehl aus Paris veranlasst wurde. Von Ansbach wurde er in die ehemalige österreichische Festung Braunau am Inn gebracht.

Derweil versuchte seine Frau durch ein Bittschreiben an den französischen Gesandten in München Minister Otto eine Freilassung ihres Mannes zu erreichen. Dieses Schreiben blieb unbeantwortet.

Am 22.08. traf Palm in Braunau am Inn ein. Nach zwei Verhören fand am 25.08.1806 der Prozess gegen ihn und andere statt. Palm wurde zum Tode verurteilt und nur wenige Stunden nach der Bekanntgabe des Urteils wurde es vollstreckt. Dabei musste die Exekution mehrmals wiederholt werden, ehe Palm gerichtet war.

Palm verheimlichte bis zum Schluss den ihm bekannten Autor. Zunächst wurde diese Schrift dem Graf Julius von Soden genannt worden, der dies doch vehement verneinte. Inzwischen ist sicher, das Johann Konrad von Yelin ehemaliger Kammerassesor in Ansbach, diese Schrift verfasste.